BLKÖ:Lowetto, Peter

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Lovrenčić, Nikolaus
Band: 16 (1867), ab Seite: 94. (Quelle)
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Lowetto, Peter (k. k. Oberst und Mitglied der Elisabeth Theresien-Stiftung, geb. zu Kostainicza in Croatien 6. Juli 1772, gest. zu Gonobitz in Untersteiermark 23. December 1855). Sein Vater war Hauptmann und Compagnie-Commandant [95] im zweiten Banal-Grenz-Regimente und starb 1834 im Alter von 94 Jahren. Peter Lowetto erhielt den ersten Unterricht in der Normalschule zu Kostainicza, und später in der Geometrieschule zu Petrinja. Den 1. Mai 1790 trat er als Privatcadet in das zweite Banal-Grenz-Regiment Nr. 11 ein. Mit 1. October jenes Jahres als k. k. ord. Cadet zum Infanterie-Regimente Großherzog Toscana Nr. 23 transferirt, avancirte er daselbst in Folge tapferen Benehmens den 1. Jänner 1794 zum Fähnrich, 1. Juli 1796 zum Unterlieutenant und 29. März 1799 zum Oberlieutenant. Den 1. November 1802 zum Infanterie-Regimente Ignaz Graf Gyulay Nr. 60 übersetzt, rückte er hier den 16. Februar 1809 zum Capitänlieutenant und den 29. Mai zum Hauptmann vor. Nach den beendeten großen Völkerkriegen erhielt er den 1. November 1814 die erbetene Versetzung vom Grenadier-Hauptmann in das Oguliner 3. Grenz-Regiment, von dort den 13. Mai 1815 zum Istrianer Landwehrcorps und den 1. October 1816 zum 9. Jäger-Bataillon. Als vorzüglicher Schütze fühlte er sich nun bei den Jägern ganz am rechten Platze. Den 27. Jänner 1821 zum Major und Commandanten des 10. Jäger-Bataillons ernannt, wurde er bei diesem den 29. Mai 1829 zum Oberstlieutenant, endlich den 28. Jänner 1831 zum Obersten befördert und als solcher über eigenes Ansuchen mit 15. Jänner 1833, nach einer Dienstzeit von mehr als 42 Jahren, in den Ruhestand versetzt. Im Jahre 1793 im Kriege zwischen Oesterreich und Frankreich noch Cadet, zeichnete er sich durch Muth und Tapferkeit bei Maubeuge (nicht wie es in der Militärischen Zeitung heißt: Monbegne sur Sambre) aus, und wurde in Folge dessen Officier. Seine weiter mitgemachten Campagnen waren in nachstehender Reihenfolge: 1794 ebenfalls in den Niederlanden und Flandern, 1795 und 1796 am Rhein und in Deutschland, 1797 am Rhein und in der Schweiz, 1799 in Tirol und Graubündten, 1800 in Piemont und Italien, 1805 und 1809 in Bayern und Oesterreich, 1812 in Polen, 1813 in Sachsen, am Rhein und in Frankreich, 1814 in Nord- und Süd-Frankreich und endlich 1821 in Neapel. Während dieser dreizehn Feldzüge hatte er die Schlachten von Marengo, Aspern, Wagram, Leipzig, Bar-sur-Aube, Brienne und Macon mitgefochten; wurde in allen sechsmal – worunter dreimal schwer – blessirt. Von seinen ausgezeichneten Thaten sei hier der wichtigeren summarisch kurz gedacht. Die erste im Jahre 1793 als Cadet, ist bereits oben erwähnt; 1794 als Officier bei Tamblef in Flandern auf der Straße von Lille benahm er sich unter dem detachirten Commando des Majors v. Ocskay, von Ott-Huszaren, mit seiner Infanterie-Abtheilung sehr wacker und wurde belobt; 1796 bei Pforzheim im Württembergischen, gehörte er zu Jenen, welche als ausgezeichnet genannt wurden; 1799 wagte er als Oberlieutenant und Compagnie-Commandant ein freiwilliges nächtliches Ueberschreiten des Inn bei Martinsbruck, gelangte glücklich auf dem Novellersteig im Rücken der feindlichen Vorposten, welche er größtentheils gefangen nahm und den Rest in wilde Flucht jagte; 1800 in der Schlacht von Marengo erwarb er sich das Lob über sein tapferes Betragen; 1809 in der Schlacht von Aspern und später bei Wagram, wurde er in der Relation des Erzherzogs Karl Generalissimus unter den Ausgezeichneten genannt; 1813 nach der Schlacht [96] von Leipzig nannte ihn die Relation des Generalissimus Feldmarschall Fürsten Schwarzenberg unter jenen Ausgezeichneten, welche die öffentliche Belobung verdienen; 1824 bei Bar-sur-Aube zeichnete er sich als Interims-Commandant des ersten Feldbataillons des Infanterie-Regiments Graf Gyulai mit dem Bataillon aus, und wurde gleichfalls in der Relation belobt; endlich 1814 bei Maçon, als Grenadier-Divisionscommandant vollführte er tapfere Thaten und wurde vom Prinzen Hessen-Homburg belobt. Wie im Kriege so auch im Frieden bewährte Oberst Lowetto zu öfteren Malen seine Umsicht und Tapferkeit. In Istrien erzählt man sich noch heute von den gefürchteten Räuberbanden, deren Vernichtung er als Hauptmann mit einer Division des 9. Jäger-Bataillons vollendete und die Bezirke Parenzo, Rovigno, Dignano und Pola von diesen unliebsamen Gästen gänzlich säuberte. In Neapel später, nachdem dieses Königreich 1821 von den k. k. Truppen besetzt war, bekam derselbe von dem Armeecommandanten Feldmarschall-Lieutenant Baron v. Frimont den Auftrag, mit seinem Jager-Bataillon Nr. 10 die beiden aus dem Römischen nach Neapel führenden Consular-Straßen von den Räuber-Attentaten zu sichern. Den unermüdlichen Leistungen des Bataillons und seines energischen Commandanten, welcher sehr oft allein, oder nur mit ein oder zwei Begleitern in die entferntesten Schlupfwinkel der Abruzzen sich wagte, gelang es nicht allein die Sicherheit der erwähnten Communicationen zu erhalten, sondern auch die meisten der Räuberbanden zu vernichten und ihre Führer gefangen zu nehmen. Bei dieser schwierigen Dienstesleistung erlangte das 10. Jäger-Bataillon unter den k. k. Truppen im Königreiche Neapel einen so ehrenden Ruf, wie im Jahre 1848 in der italienischen Armee den „der Tapferen“. Wenn im Hinblick auf alle die mitgemachten vieljährigen und langen Feldzüge, die schönen Thaten und die vielen Belobungen, welche dem Oberst Lowetto zu Theil geworden, es auffällt, daß Lowetto keine den Verdiensten entsprechende Belohnung erhalten habe, so erklärt sich dieß einfach aus seiner Denkweise: „Ich bitte“, pflegte er häufig zu sagen, „um nichts, denn ich that nur meine Schuldigkeit unter den Augen meiner Vorgesetzten, und in diesem Bewußtsein will ich einst zufrieden sterben“. Indessen erhielt der Veteran im Jahre 1826 von Sr. Majestät dem König von Neapel für die erwähnten Sicherheitsleistungen im Lande das Commandeurkreuz des Militär-St. Georg-Ordens der Wiedervereinigung; und im Jahre 1851 wurde ihm „für die braven Thaten langer kriegerischer Laufbahn, und als verdientem Veteran“ die k. k. Elisabeth-Theresien-Stiftung verliehen.

Militärische Zeitung, herausgegeben von J. Hirtenfeld (Wien, gr. 4°.) Jahrg. 1856, Beilage zu Nr. 2: „Nekrolog“. – Oesterreichischer Militär-Kalender, herausg. von J. Hirtenfeld (Wien, kl. 8°.) VIII. Jahrg. (1857), S. 214.