BLKÖ:Mac Neven Okelly ab Aghrim, Wilhelm Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Mack, Stephan
Band: 16 (1867), ab Seite: 221. (Quelle)
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Wilhelm Mac Neven O’Kelly ab Aghrim in der Wikipedia
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Mac Neven Okelly ab Aghrim, Wilhelm Freiherr (Arzt und Fachschriftsteller, geb. zu Aghrim in Irland im Jahre 1714, gest. zu Prag 9. Februar 1787). Sein ursprünglicher Familienname war Wilhelm Mac Neven und entstammte er einer alten adeligen irischen Familie. Seiner Verdienste, im viele Jahre unentgeltlich versehenen Lehramte und um die Wissenschaft wegen wurde ihm im Jahre 1753 der Ritterstand verliehen und die Führung des Namens seines Vetters und Adoptivvaters Okelly ab Aghrim als Prädicat gestattet, dessen sich die Familie seither bedient. Mac Neven war Professor der medicinischen Institutionen an der Hochschule zu Prag, Director und Präses der medicinischen Facultät, legte jedoch 1784 die Directorstelle nieder und wurde Assessor der Censur-, Universitäts- und Sanitäts-Commissionen. Ueber seine Thätigkeit an der Hochschule berichtet Tomek in seiner Geschichte der Prager Universität: „Mac Neven erwarb sich durch seine Verdienste die besondere [222] Zuneigung des berühmten Van Swieten, welcher als Leibarzt der Kaiserin das Medicinalwesen in der ganzen Monarchie leitete und die Einrichtung der medicinischen Studien zuerst in Wien zu einer größeren Vollkommenheit brachte. Mac Neven verschaffte sich dadurch Einfluß auf die Besetzung der medicinischen Lehrstellen und brachte es allmälig dahin, daß diese mit tauglicheren Männern als bisher versehen wurde. So lange zu einer größeren Emporhebung dieser Facultät nicht die nöthigen Geldmittel angewiesen werden konnten, wirkte er rastlos dahin, wenigstens die vorhandenen Kräfte möglichst zu benützen und hielt insbesondere die Professoren mit eiserner Hand zum Fleiße an, so daß mehrere derselben lieber ihre Stellen niederlegten“. Diese seine Verdienste um die Wissenschaft wurden im Jahre 1767 durch Verleihung des Freiherrnstandes gewürdigt. Freiherr Mac Neven hat folgende Schriften durch den Druck veröffentlicht: „Specimen sistens experimenta quaedam, quibus constitit, eas partes esse sensu praeditas, quibus Hallerus cum aliis quibusdam omnem sentiendi facultatem cum irritabilitate denegat“ (Pragae 1756); – „Dissertatio de raro ventriculi casu cum vera morbi diagnosi“ (ibid. 1760, 8°.); – „Problema semeioticum, utrum in diagnosticis et prognosticis certiora sunt quae a pulsu, quam quae a respiratione desumuntur signa“ (ibid. 1760, 4°.). Die Familie erscheint zwar nicht im Taschenbuche der freiherrlichen Häuser. Aber in den dreißiger Jahren stand ein Freiherr von Mac Neven in Krain in k. k. Staatsdiensten.

Ritterstands-Diplom und Verleihung des Namens seines Vetters und Adoptivvaters Wilhelm Okelly ab Aghrim zum Prädicate[WS 1], ddo. Wien 20. September 1753. – Freiherrnstands-Diplom ddo. 14. November 1767. – Incolat in den Ritterstand für Böhmen ddo. 30. September 1753. – Meusel (Johann Georg), Lexikon der vom Jahre 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller (Leipzig 1808, Gerh. Fleischer, 8°.) Bd. VIII, S. 429. – Tomek (Wenzel Wladivrj), Geschichte der Prager Universität. Zur Feier der fünfhundertjährigen Gründung derselben (Prag 1849, G. Haase Söhne, 8°.) S. 325 u. 342. – Wappen. In Blau ein oben ausgespitzter silberner Sparren in der Mitte mit einem schwebenden rothen Kreuz, zu beiden Seiten mit gleichfarbigen Rosen belegt, dann oberhalb von zwei und unterhalb von einem sechseckig goldenem Sterne begleitet. Auf dem Schilde ruhen zwei zueinandergekehrte gekrönte Turnierhelme. Aus der Krone des Rechten erhebt sich ein bläulicher, mit einem vergoldeten Fallgitter versehener Thurm auf dessen oberen drei Zinnen ein zur Rechten schreitender Windhund mit offenem Maul, rothausgeschlagener Zunge und um den Hals ein goldenes Halsband steht. Auf der Krone des linken Helms sieht man das (im silbernen Sparren befindliche) rothe Kreuz, das zwei mit ihren Sachsen einwärts gekehrten schwarzen Adlerflügeln eingestellt ist. Die Helmdecken des rechten Helms sind roth mit Silber, jene des linken blau mit Gold belegt. Die Devise, welche jedoch auf dem Wappen nur ausnahmsweise vorkommt, ist. „Fide et Constantia“, auf einem silbernen Bande.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Prädidicate.