BLKÖ:Mamula, Lazarus Freiherr von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Malzat, Ignaz
Band: 16 (1867), ab Seite: 355. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Lazarus von Mamula in der Wikipedia
GND-Eintrag: 137099932, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Mamula, Lazarus Freiherr von|16|355|}}

Mamula, Lazarus Freiherr von (k. k. Feldzeugmeister, geb. zu Gonierje in Croatien 22. Mai 1795). Am 1. September 1815 trat M. als Cadet in das Ingenieurcorps ein, in welchem er bereits mit letztem August des folgenden Jahres, zum Unterlieutenant befördert ward. Er rückte nun stufenweise im Corps vor, und zwar wurde er am 9. November 1817 Oberlieutenant, am 1. März 1823 Capitänlieutenant, am 2. August 1829 Hauptmann, am 19. März 1841 Major, am 29. Mai 1846 Oberstlieutenant und am 21. September 1848 Oberst im Corps. Am 20. April 1850 wurde er zum General-Major ernannt und erhielt ein Brigadecommando zu Cattaro in Dalmatien; im October 1851 wurde er Stellvertreter des Militär- und Civilgouverneurs in Dalmatien und Quadivisionär daselbst, am 19. März 1853 Feldmarschall-Lieutenant, Gouverneur und commandirender General in Dalmatien. In dieser Stellung blieb er bis zum October 1865. Am 2. October g. J., nach der treuen und thatenvollen Dienstzeit eines halben Jahrhunderts, wurde er auf seine Bitte in den Ruhestand versetzt. Während dieser langen Dienstzeit hat sich M. in den Jahren des Friedens durch mehrere wichtige Bauten und im Felde durch eine seltene Bravour im entscheidenden Augenblicke hervorgethan. So wurden unter seiner unmittelbaren Leitung die Vertheidigungsanstalten auf den Inseln Lissa und Lessina im Jahre 1831 ausgeführt; ferner leitete er die Befestigungsbauten an der Franzensveste in Tirol während der Jahre 1833–1839, und jene in Komorn von 1839–1842. Im Jahre 1848 während des ungarischen Insurrectionskrieges – damals Oberst – war er Chef des Generalstabes der in Croatien zusammengezogenen Truppen und hatte in den Monaten November und December die Vertheidigungsanstalten längs der von den Insurgenten bedrohten croatischen Grenze der Art getroffen, daß mehrere feindliche Angriffe an der Drau mit Erfolg abgeschlagen wurden. Im December desselben Jahres, als Chef des Generalstabes des inzwischen vereinigten steirisch-croatischen und unter Befehl des Feldzeugmeisters Grafen Nugent gestellten Armeecorps, trug er wesentlich dazu bei, daß aus den zwischen der Drau und der Donau gelegenen aufständischen Comitaten die Insurgentenhaufen vertrieben und überall die gesetzliche Ordnung wieder hergestellt wurde; auch bewirkte er mit einem fliegenden Corps die Einschließung der Festung Esseg am linken Donauufer und vervollständigte die am rechten Ufer bereits begonnenen Cernirungsarbeiten. [356] Eine ausgezeichnete Waffenthat aber vollbrachte er vor der Festung Peterwardein. Feldzeugmeister Graf Nugent hatte nämlich Mamula beauftragt, diese Festung zu beobachten. Zu diesem Zwecke erhielt er eine Verstärkung von zwei Bataillonen und Geschützen, um seine Stellung möglichst halten und verschanzen zu können. Am 29. März 1849 drang die feindliche Besatzung von Peterwardein, welche die Verschanzungen vor ihrer Vollendung erstürmen wollte, in Sturmcolonnen mit vieler Bravour bis auf Pistolenschußweite gegen die verschanzte Linie der kaiserlichen Cernirungstruppen vor, wurde jedoch, ungeachtet dieselben über 4300 Mann stark war, mit einem Verluste von mehr als 300 Todten und Verwundeten in die Flucht geschlagen. Die Insurgenten, welche größtentheils aus übergegangenen regulären Truppen und einem Bataillon Honved bestanden, hatten bei diesem Angriffe vier vollkommene, theils aus Zwölfpfündern, theils aus Sechspfündern bestehende Batterien in das Feuer gebracht, während ihnen Oberst Mamula nur zehn Compagnien (etwa 1410 Mann) mit vier dreipfündigen, drei sechspfündigen und zwei zwölfpfündigen Kanonen nebst zwei siebenpfündigen Haubitzen und zwei Raketengeschützen entgegenstellen konnte. Dieses Gefecht, eine der schönsten Waffenthaten in der österreichischen Armee, hatte um 81/2 Uhr Morgens begonnen und bis Mittag gedauert. M. selbst hat mit Verachtung jeder Gefahr ungeachtet des damals noch unvollendeten Zustandes der Verschanzungen das Gefecht mit großer Umsicht und Energie persönlich geleitet. Stets in den vordersten Reihen seiner braven tapferen Truppen, steigerte er deren moralische Kraft zu jenem Grade von Begeisterung, wodurch sie allein in die Lage gesetzt wurden, den Durchbruch nach Kamenitz und Karlowitz, welchen die auf ihre numerische Uebermacht pochenden Insurgenten im Uebermuthe bereits schon verkündet hatten, zu verhindern und somit diese Orte und die hinter denselben gelegene Gegend von dem unwillkommenen Besuche zu befreien. Nur seinen trefflichen Dispositionen, der Tapferkeit der Truppen und dem heldenmüthigen Beispiele Mamula’s selbst sind die glänzenden Resultate des Tages zuzuschreiben, wodurch nicht nur die Stellung der kaiserlichen Cernirungstruppen behauptet, sondern auch das Ausbrechen des dreimal stärkeren Feindes nach Syrmien und Slavonien verhindert wurde. Für diese Waffenthat, die um so glänzender erscheint, als es ihm von dem Feldzeugmeister Grafen Nugent freigestellt war, die Position zu halten oder nicht, da er ihm auf sein Verlangen keine Verstärkung geben konnte, wurde M. in der 153. Promotion (vom 29. Juli 1849) mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Früher schon, nämlich mit Allerh. Entschließung vom 22. April 1849, hatte M. das Militär-Verdienstkreuz erhalten. In seiner Stellung als Generalgouverneur von Dalmatien erfreute sich M. seines biederen Charakters und seiner Liebenswürdigkeit wegen in allen Kreisen der Bevölkerung einer seltenen Verehrung. Als er in den Ruhestand übertrat, wurde sein segensreiches Wirken in einem Allerhöchsten Handschreiben vom 2. October 1865 in anerkennender Weise gewürdigt und dem greisen Staatsmanne der Feldzeugmeisters-Charakter ad honores und das Großkreuz des Leopold-Ordens mit der Kriegsdecoration des Ritterkreuzes taxfrei verliehen.

Freiherrnstands-Diplom vom 9. Jänner 1851. – Oesterreichischer Soldatenfreund. [357] Zeitschrift für militärische Interessen (Wien, gr. 4°. ) III. Jahrg. (1850), S. 646: „Ehrenhalle. XX.“ [daselbst heißt es, daß M. in der Ingenieur-Akademie in Wien erzogen sei; das ist irrig. M. trat sofort in das Ingenieurcorps als Cadet ein und avancirte im Corps]. – Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 1663 u. 1753. – Wiener Zeitung 1865, Nr. 229. – Die Presse (Wiener polit. Blatt) 1865, Nr. 155 u. 276. – Fremden-Blatt, herausgegeben von Gust. Heine (Wien, 4°.) 1865, Nr. 248. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliogr. Institut, gr. 8°.) IV. Suppl. Bd., S. 542. – Porträt. Unterschrift: Facsimile des Namenszuges: Baron Mamula. k. k. Feldmarschall-Lieutenant. Kriehuber (lith.) 1853 (Wien, J. Höfelich). – Wappen. Ein quergetheilter Schild. Die obere Hälfte[WS 1] ist nochmals von Gold und Roth quergetheilt; die untere Hälfte ist blau. Im rothen Felde der oberen Schildeshälfte sieht man drei quer nebeneinander gestellte silberne Sterne. Im unteren blauen Felde gewahrt man jenseits eines sich am Fußrande verbreitenden Stromes die Abbildung der Festung Peterwardein, und zwar zur Rechten den niedrig gelegenen, zur linken Seite den auf einem Felsen erbauten Theil derselben, zu welch ersterem auf dem rechten Unterwinkel des Schildes in schräglinker Richtung eine Schiffbrücke führt. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf welcher sich ein in’s Visir gestellter gekrönter Turnierhelm erhebt. Aus der Krone ragen zwei hintereinander gestellte, mit den Sachsen gegen die rechte Seite gekehrte Adlerflügel empor, deren vorderer roth und hinterer von Goldfarbe ist. Ersterer ist mit drei silbernen, den im Schilde bezeichneten ähnlichen Sternen in der Quere belegt. Die Helmdecken sind rechts roth mit Gold, links blau mit Silber belegt.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Häfte.