BLKÖ:Mayer, Alois Michael

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 18 (1868), ab Seite: 78. (Quelle)
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3. Mayer, Alois Michael (Arzt und Fachschriftsteller, geb. zu Wien im Jahre 1766, gest. ebenda 5. Mai 1831). Besuchte die Gymnasial- und Humanitätsclassen am Universitäts-Gymnasium in Wien. An dem berühmten kais. Leibarzte Freiherrn von Störck, der eben damals Präses der medicinischen Facultät war, besaß M. einen Gönner und kam durch dessen Fürwort als Gehilfe zu dem als Arzt, Anatom, Augenarzt und Kunstkenner gleich berühmten Dr. Joseph Barth [Bd. I, S. 166], unter dessen Anleitung sich Mayer’s Talent für anatomische Technik in ganz überraschender Weise entwickelte. Nach des Professors Ehrenritter Abgang rückte M. in die vacant gewordene Stelle vor und benützte nun seine günstigere Lage dazu, um, was ihm bei seinen früheren beschränkten Verhältnissen nicht möglich gewesen, die medicinischen und chirurgischen Studien ganz ordnungsmäßig zu vollenden, worauf er sich zur Erlangung der Doctorwürde den strengen Prüfungen unterzog. So erhielt er denn endlich nach achtzehnjähriger Dienstzeit als Prosector Rang und Titel eines wirklichen Professors der Anatomie an der Wiener Hochschule, und bekleidete diese Stelle bis zu seinem im Alter von 64 Jahren erfolgten Tode. Auch als Schriftsteller in seinem Fache thätig, hat M. folgende Werke herausgegeben: „Descriptio anatomica totius corporis humani“ (Viennae 1817, A. Doll, gr. 8°.); – „Die Kunst, den menschlichen Körper zu zergliedern. Zum Gebrauche seiner öffentlichen Vorlesungen“ (Wien 1821, Beck, 8°.), die spätere Auflage unter dem Titel: „Praktische Anleitung zur Zergliederung des menschlichen Körpers, ein Hilfsbuch mit anatomischen Uebungen“ (ebd. 1822, gr. 8°.); – „Auseinandersetzung der Verletzungen des menschlichen Körpers, sammt den daraus entstehenden Folgen“ (ebd. 1822, gr. 8°.); – „Anatomie in Fragen und Antworten“, 1. Band (ebd. 1824, gr. 8°.), ein zweiter Band ist nicht erschienen; – „Anatomische Beschreibung des ganzen menschlichen Körpers ...“, fünfte umgearbeitete und vermehrte Auflage, besorgt von A. L. Jeitteles (ebd. 1831, Beck, gr. 8°.). Mehrere Aufsätze seiner Feder sind in den „Medicinischen Jahrbüchern des österreichischen Staates“ enthalten. Als anatomischer Techniker hat er auch mehrere treffliche Präparate geliefert, darunter eine Injection der Testikeln, ein Gehör- und mehrere Nervenpräparate. M. war Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften.

Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar, Voigt, kl. 8°.) IX. Jahrg. (1831), II. Theil, S. 1191, Nr. 846. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. III, S. 611. – Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. V, S. 193, Nr. 9.