BLKÖ:Meliš-Körschner, Antonia

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Meliš, Emanuel Anton
Nächster>>>
Melly, Eduard
Band: 17 (1867), ab Seite: 330. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Meliš-Körschner, Antonia|17|330|}}

Meliš-Körschner, Antonia (čechische Dichterin und Novellistin, geb. zu Ofen im Jahre 1833). Ihr Vater, Johann Körschner, war ein Böhme, und ihre Mutter Antonia Gerstner stammte aus Mähren. Die Eltern kamen mit ihrer Tochter frühzeitig nach Prag, wo sie böhmisch erzogen wurde. Ihre literarische Ausbildung erlangte sie in einem der besseren Mädchen-Institute in Prag, und widmete sich nebstbei dem Studium der französischen und englischen Sprache. Im Jahre 1860 gründete sie eine Mädchenanstalt, und trat im „Lumir“, „Dalibor“ und „Boleslavan“ mit ihren poetischen Versuchen auf, die vielen Anklang fanden. Ihre kleineren Lieder wurden von vielen Componisten, namentlich von dem Conservatoriums-Director Friedr. Kittl, von Ed. Nápravnik, Alojs Hnilička, J. Záhorský, Karl Slavík, J. Smolík in Musik gesetzt; auch ihre epischen Gedichte, wie: „Muž bez slzí“, d. i. Der thränenlose Mann, und „Otročník“, d. i. Der Sclavenherr, fanden Beifall. Im Jahre 1861 gründete sie die erste Damen-Zeitschrift „Lada“, womit sie zur Ausbildung der vernachlässigten weiblichen Jugend in Böhmen mit großem Erfolge wirkte. Im Jahre 1865 begründete sie ein zweites, nicht minder nutzreiches Blatt, betitelt: „Hospodyně, Časopis obrázkový pro hospodině všech stavů“, d. i. Die Hauswirthin. Illustrirte Zeitschrift für Hausfrauen aller Stände, welches in Heften (8°.) erschien. Als Schriftstellerin betrat sie das brachliegende Feld der Künstler-Novelle, und einige derselben, von ihr in čechischer Sprache geschriebenen, wurden auch in’s Deutsche übersetzt, darunter: „Svévolnost Mary“, d. i. Der Eigensinn der Maria, und „Nadsenec pro Mozarta“, d. i. Der Mozart-Enthusiast. Außerdem übersetzte sie für das von ihr redigirte Journal „Lada“ Viele Novellen aus dem Französischen; bei Kuranda [331] in Prag gab sie ein Declamationsbuch für Damen: „Deklamovánky o bašně pro ženské“ und Bei Em. Petrik ein kleines Werk: „Nauka o ženshích pracích“, d. i. Unterricht in weiblichen Arbeiten, heraus. Sie vermälte sich im Jahre 1861 mit dem Redacteur Em. Meliš [s. d. Vorigen].

Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. V, S. 232, Nr. 2. – Litoměřický všeobecný domácí a hospodářský kalendář na rok 1864, d. i. Leitmeritzer Universal-, Haus- und Wirthschafts-Kalender auf das Jahr 1864 (Leitmeritz, 4°.) S. 98 u. f., im Aufsatze: „Působení žen českých“, d. i. Einfluß der čechischen Frauen.