BLKÖ:Meyer, Bernhard Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 18 (1868), ab Seite: 88. (Quelle)
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18. Meyer, Bernhard Ritter von[BN 1] (Staatsmann, geb. zu Sursee im Canton Luzern in der Schweiz am 12. December 1810). Beendete in den Jahren 1832–1835 die philosophischen und juridischen Studien an den Hochschulen zu Heidelberg, Berlin, München und Paris. Nun trat er in den öffentlichen Dienst seines Vaterlandes und wurde nach kurzer Advocatenpraxis im Jahre 1841 Kanzler des Cantons Luzern, und vertrat von da an ohne Unterbrechung bis zu Ende des Jahres 1847 auf allen ordentlichen und außerordentlichen [89] Tagsatzungen als Gesandter seines Cantons die conservative Sache, insbesondere aber in der Frage der Aufhebung der Klöster und in Angelegenheit der Verbindung der sieben katholischen Cantone die österreichischen Interessen gegenüber der einheimischen, in der Schweiz eingenisteten europäischen Revolutionspartei. Mit Allerh. Entschließung vom 2. Juni 1852 trat er, zum Sectionsrathe im Ministerium des Innern ernannt, in den österreichischen Staatsdienst über, nachdem er bereits früher nach erfolgter Aufnahme in den Verband der Gemeinde Gries in Tirol die österreichische Unterthanschaft erlangt hatte. Im Ministerium des Innern war er unter Freiherrn von Bach im Präsidialbureau in Verwendung, wurde Ministerialrath und vornehmlich mit den Angelegenheiten der Presse betraut; während des Ministeriums Schmerling versah er das Referat über mehrere innerösterreichische Kronländer und zuletzt über das Bauwesen. Als aber das Ministerium Belcredi-Larisch an die Spitze der Geschäfte trat, wurde Meyer, der schon mit Allerh. Entschließung vom 12. September 1863 zum ersten Protokollführer der Minister-Conferenz ernannt worden war, auch Vorstand des Staatsministerial-Präsidial-Bureau’s und blieb es bis zum Austritte des Ministers Belcredi, worauf M. nur mehr die Stelle des ersten Protokollführers im Ministerrathe behielt und dieselbe zur Stunde noch bekleidet. Ritter von Meyer wird als der Verfasser mehrerer Staatsschriften und Manifeste bezeichnet, unter anderen der Kriegsproclamation vom Jahre 1859, ferner der beim Schlusse der Reichsrathssession im August 1865 durch Erzherzog Ludwig Victor gehaltenen Thronrede und der die Zustände Ungarns unter dem Ministerium Bach beleuchtenden Flugschrift: „Rückblick auf die jüngste Entwickelungs-Periode Ungarns“ (Wien 1857, Staatsdruckerei, Lex. 8°.). Bernhard Ritter von Meyer ist ein entschiedener, sich dessen, was er und wie er es will, vollkommen bewußter Charakter, ein offener und entschlossener Gegner aller Gefühlspolitik, frei von allem bureaukratischen Formalismus, hingegen mit einem in politischen Dingen eindringenden Scharfblick begabt, eine politische Kraft, die leidenschaftslos ihre Ziele verfolgt, für die sie mit der ganzen Ueberzeugung des Mannes einsteht. Mit Allerh. Entschließung vom 22. April 1854 wurde M. mit dem Orden der eisernen Krone 3. Classe ausgezeichnet, welcher Verleihung statutengemäß im folgenden Jahre die Erhebung in den erbländischen Ritterstand folgte.

Ritterstands-Diplom vom 3. Jänner 1855. – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, kl. Fol.) IX. Bd. (1847), Nr. 225, S. 262, zu Ende des Aufsatzes: „Schweizerische Tagsatzung im Jahre 1847, III. Persönlichkeiten“. – Presse (polit. Journal, Wien, kl. Fol.) 1865, Nr. 230, Leitartikel. – Wanderer (Wiener politisches Blatt) 1867, Nr. 54. – Porträt. In Holzschnitt ausgeführt, in der Illustrirten Zeitung, IX. Bd. (1847), S. 261. – Wappen. Gevierteter Schild. 1 und 4: in Blau ein dreifacher grüner Hügel, auf dessen mittlerer Kuppe weiße Maiblumen auf drei beblätterten Stengeln, von denen zwei zur rechten, einer zur linken Seite geneigt ist, hervorwachsen; 2 und 3: in Silber ein rothes Tatzenkreuz. Auf dem Schilde ruhen zwei goldgekrönte Turnierhelme. Aus der Krone jedes Helms erschwingen sich drei wallende Straußenfedern, und zwar aus jener des rechten eine silberne zwischen blauen, aus jener des linken eine rothe zwischen silbernen. Die Helmdecken sind die des rechten blau, jene des linken roth, beiderseits mit Silber belegt. Devise. Unter dem Schilde auf einem flatternden blauen Bande in silberner Lapidarschrift: „Cum Deo pro honesto“.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Meyer, Bernhard Ritter von [Bd. XVIII, S. 88, Nr. 18], gestorben zu Piesting nächst Wiener-Neustadt am 28. August 1874.
    Neue freie Presse (Wiener polit. Blatt) 1874, Nr. 3597, 1. September; – dieselbe, Nr. 3608, 12. September, beidesmal in der „Kleinen Chronik“. – Allgemeine Zeitung (Augsburg, Cotta, 4°.) 1874, Nr. 244 vom 1. September, S. 3784: Correspondenz aus Wien ddo. 30. August; außerordentliche Beilage Nr. 256, 13. September, S. 3985. [Bd. 28, S. 366.]