BLKÖ:Moll, Anton Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Vorwort (Band 19)
Band: 19 (1868), ab Seite: 1. (Quelle)
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Moll, Anton Freiherr von (k. k. Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Großschützen in Ungarn im Jahre 1781, gest. zu Wien 2. August 1850). Gehört der alten Adelsfamilie von Moll an,[BN 1] aus welcher der berühmte Naturforscher Karl Ehrenbert Freiherr von M. stammt, über den [S. 2], wie über seine Familie [S. 8] ausführlichere Mittheilungen gegeben werden. Den Namen seiner Eltern aber, um ihn in die Stammtafel der Moll, welche auf S. 9 folgt, an rechter Stelle einzureihen, konnte ich nicht erfahren. Im Alter von 16 Jahren trat Freiherr Anton bei Wenzel Colloredo-Infanterie als Cadet in die kaiserliche Armee, machte mit diesem Regimente die Feldzüge von 1797 bis 1809 mit, in welch letzterem er bereits Hauptmann war. Als solcher zeichnete er sich im genannten Jahre im Gefechte bei Hausen (19. April), im Treffen bei Eckmühl (22. April) und in den Gefechten bei Linz (am 17. und 19. Mai) durch seine Tapferkeit besonders aus. Im December 1812 wurde M. in gleicher Eigenschaft zum 9. Jäger-Bataillon übersetzt. Als der Feldzug des Jahres 1813 begann, befand sich das Bataillon in Innerösterreich. Der Vicekönig Eugen hatte bald nach Beginn der Feindseligkeiten das erste Augenmerk auf den Loibl, einen in der krainischen Bergkette der Karawanken gelegenen, nicht ganz vierthalbtausend Fuß hohen Berg gerichtet, weil von demselben ganz Krain wie eine Landkarte überschaut werden kann. Er hatte beschlossen, sich desselben zu bemächtigen, um von der Seite von Hohlenburg her gesichert zu sein. General Bellotti erhielt den Auftrag, mit seiner Brigade dieses Unternehmen auszuführen. Am 27. August um 6 Uhr Morgens rückte die drei Bataillone und eine Schwadron starke Brigade Bellotti gegen den Loibl vor. Dieser war von einer einzigen, nur aus Recruten zusammengestellten Jäger-Compagnie, welche Hauptmann Moll befehligte, besetzt. Eine andere Compagnie war in St. Leonhard und eine dritte noch eine Stunde weiter rückwärts aufstellt. Als General Bellotti gegen die ersten Wendungen der über den Loibl führenden Straße vorrückte, schickte er sofort vier Compagnien seiner Truppe in die Flanke der sich selbst überlassenen Compagnie Moll’s, dadurch ward auch Moll genöthigt, zur Deckung seiner Flanke einige kleine Detachements abzuschicken, so daß ihm in der Fronte nur mehr 70 Mann übrig blieben. Die vier feindlichen Compagnien im Rücken, den bei weitem überlegenen Feinde sich gegenüber, in dieser Lage befand sich Moll, als der Gegner bereits den Angriff auf den Loibl begonnen hatte. Nichtsdestoweniger hielt M. mit seiner kleinen Abtheilung, die bereits mehrere Stürme zurückgewiesen hatte, Stand. Nach einem dreiviertelstündigen hitzigen Gefechte zog der Feind, der noch immer nichts ausgerichtet hatte, nun [2] auch seine Reserve an sich, um sich mit ganzer Kraft auf seinen hartnäckigen Gegner zu werfen. Aber auch so verstärkt, gelang ihm keiner seiner Angriffe. Moll mit seiner kleinen todesmuthigen Schaar schlug sie alle immer wieder ab, brachte dem Feinde empfindlichen Verlust bei und drängte ihn gegen Abend noch bis Neumarktl zurück. Diese Heldenthat Moll’s, die erste der innerösterreichischen Armee gegen den vordringenden Feind, verfehlte ihre Wirkung nicht und entflammte mit Begeisterung die in den Kampf ziehenden Soldaten. Ueber die ausgezeichnete Waffenthat Moll’s erstattete Feldzeugmeister Hiller ausführlichen Bericht an Se. Majestät den Kaiser, und mit kais. Handbillet ddo. Teplitz 28. September 1813 wurde Hauptmann Moll mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Einige Jahre später nach eingetretenem Frieden – im November 1817 – wurde Hauptmann Moll, der in den Befreiungskämpfen mehrere Wunden erhalten hatte, zur Arcièrengarde übersetzt, in welcher er im Jahre 1841 zum Major vorrückte. Als solcher starb der Held im Alter von 71 Jahren.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 1187 u. 1748.

Berichtigungen und Nachträge

  1. S. 1. Anton Freiherr von Moll ist mit der Salzburger Freiherrnfamilie, zu welcher der berühmte Naturforscher Karl Ehrenbert Freiherr von Moll gehört, gar nicht verwandt. [Band 19, S. 500]