BLKÖ:Moll, Karl Ehrenbert Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 19 (1868), ab Seite: 2. (Quelle)
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Moll, Karl Ehrenbert Freiherr von (Staatsmann, Geolog und Naturforscher, geb. im Dorfe Thalgau im Salzburgischen 21. December 1760, gest. zu Augsburg in der Nacht vom 31. Jänner auf den 1. Februar 1838). Der zweitgeborne Sohn des Freiherrn Ludwig Gottfried von M. aus dessen Ehe mit Leopoldine Christani Freiin von Rall [über die Genealogie und den heutigen Familienstand der Freiherren von Moll siehe S. 8 die Quellen]. Karl Ehrenbert’s Vater war zur Zeit, als ihm sein zweiter Sohn geboren wurde, Pfleger zu Thalgau im geistlichen Fürstenthume Salzburg. Bis zu seinem 13. Jahre lebte Karl Ehrenbert im Elternhause, neben dem gewöhnlichen Unterrichte sich frühzeitig den Naturwissenschaften hingebend, denen auch sein Vater mit großer Vorliebe huldigte. Nun kam Moll in die Ritterakademie nach Kremsmünster, In welcher er bis zum 20. Lebensjahre verblieb. In den Ferien machte er kleine Reisen, unter anderen eine in die nördliche Schweiz, welche er später beschrieb; die Rechtsstudien, welche er schon in Kremsmünster begonnen, setzte er in Salzburg fort und kam nach deren Vollendung im Jahre 1782 als Accessist – mit 5 fl. monatlichem Gehalt – nach Zell im Zillerthale. Daselbst blieb er zwei Jahre, bis er im Jahre 1784 Mitterschreiber (2. Adjunct) bei dem Pflegegericht Neumarkt wurde. Schon damals beschäftigte sich M. fleißig mit literarischen Arbeiten und unterhielt nach dieser Richtung hin eine ziemlich ausgebreitete Correspondenz oft mit geistig hochstehenden Männern, wie z. B. Zauner, Hacquet, Scopoli, Zoller u. A. Im März 1787 wurde Moll Oberschreiber in Abtenau, zwei Jahre später Oberbeamter in Lofer und noch im nämlichen Jahre erzbischöflicher Hofrath. Anfangs Jänner 1790 wurde Moll zum Prodirector der Hofkammer in Salzburg, im April d. J. zum Landtagscommissär und Ende Mai d. J. zum Director ernannt. So stand M. nach 7 Dienstjahren, erst 30 Jahre alt, an der Spitze der Finanzbehörde. Im Jahre 1791 übernahm M. auch noch die Direction über das Salz-, Münz- und Bergwesen. In die Zeit seiner Präsidentschaft fallen mehrere der bedeutendsten Unternehmungen der Hofkammer zur [3] Hebung der Landescultur, so die Entsumpfung des Gasteiner Thales von 1790 bis 1794, die Entsumpfungsversuche des Pinzgaues, der großartige Faschinenbau bei St. Joseph nächst Salzburg, der das Flußbett der Salzach regulirte und vor Ueberschwemmung sicherte, ferner die Cultivirung der so zahlreichen Moorgründe und Brüche, wodurch Tausende von Tagbauen der Landwirthschaft gewonnen wurden. In gleicher Weise wendete er der Forstwirthschaft, noch mehr aber dem Bergbaue, dem er mit ganzer Seele angehörte, seine Aufmerksamkeit zu. Neben einem regelmäßigen Grubenbaue, der Vereinfachung des Maschinenwesens und der Einführung solcher Schmelz- und Fabrications-Processe, die den Gehaltverlust und den Holz- und Kohlenverbrauch verminderten, hierdurch die Production vermehrten und das Fabricat verfeinerten, war eine seiner ersten Anordnungen (8. October 1791) die Errichtung von Bergwerks-Bruderschaften für Krankheit- und Erziehungszwecke bestimmt. Um den Geist seiner Beamten zu beleben und jüngere Kräfte für diesen Zweig des Staatsdienstes heranzubilden, begann er vom Jahre 1796 die Herausgabe von Forstordnungen verschiedener Länder und vom Jahre 1797 jene der Jahrbücher der Berg- und Hüttenkunde. In Anerkennung seiner Verdienste wurde M. mit Hofdecret vom 30. Mai 1800 zum wirklichen Geheimrath mit einer nicht unbedeutenden Gehaltserhöhung ernannt. Die wissenschaftliche Bedeutsamkeit Moll’s kam ihm zur Zeit der französischen Invasion Ende 1800, die bis zum 7. April 1801 währte, mehrfach zu Statten. Als nach dem Friedensschlusse von Luneville (9. Februar 1801) durch Staatsvertrag vom 4. Juni 1802 das zwölfhundertjährige souveräne Erzstift Salzburg säcularisirt wurde und am 11. Februar 1803 Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo resignirte, fungirte M., nachdem eine geheime Regierungs-Conferenz aus fünf Mitgliedern niedergesetzt worden, als eines derselben. Die Erbhuldigung der Hofkammer, welche am 20. Februar erfolgte, eröffnete Moll mit einer Standrede, welche auch ein Rechenschaftsbericht seiner eigenen Verwaltung ist und die interessantesten Resultate ergab, wie durch die von Moll angebahnte und geförderte Verbreitung der Wissenschaft im Berg- und Hüttenwesen die beträchtlichen Revenuen der Hofkammer erzielt worden. Nachdem Erzherzog Ferdinand als neuer Churfürst am 29. April 1803 seinen Einzug in Salzburg gehalten, wurde Freiherr von Moll zum Director der Landesregierung und durch Decret vom 28. November d. J. zum Regierungs-Präsidenten ernannt. In diese Zeit fallen die Bemühungen des Erzherzogs Johann, mit dem Moll schon seit 1801 in näherem wissenschaftlichem Verkehre stand, ihn für den Kaiserstaat zu gewinnen, und zwar sollte er als Director sämmtlicher Naturalien-Cabinete des Hofes Nachfolger des Abbé Stütz werden. An der Verweigerung der von Moll beanspruchten Censur- und Portofreiheit scheiterten die Verhandlungen. Glücklicher verliefen die Verhandlungen wegen seines Eintrittes in bayerische Dienste, in die er als Präsident der zu reorganisirenden churbayerischen Akademie eintreten sollte. Indem jedoch Moll das Präsidium ablehnte, nahm er nur die Stelle eines ordentlichen Mitgliedes an und verließ zu Ende des Jahres 1804 den churfürstlich salzburgischen Staatsdienst, in welchem er während eines 22jährigen Dienstes, zuletzt als Geheimrath, Hofkammer-Director, [4] Berg- und Forstmann, als Staatsmann und Gelehrter ein Ansehen genoß, wie wohl Wenige vor ihm. In seinem neuen Dienste als Mitglied der churbayerischen Akademie beschäftigte sich Moll anfänglich mit der Katalogisirung der naturhistorischen Sammlung in München, wurde dann zum k. bayerischen Geheimrath ernannt, im Jahre 1807 zum Secretär der mathematisch-phisikalischen Classe gewählt, fühlte sich aber auf diesem Posten, insbesondere im Anbeginn, nicht glücklich und verwünschte öfter seinen Austritt aus salzburgischen Diensten. Uebrigens setzte er, so weit es ihm sein Beruf zuließ, seine früheren Forschungen und Arbeiten fleißig fort, vermehrte seine naturhistorischen Sammlungen, die ungemein reich, durch Seltenheit und Schönheit der einzelnen Stücke kostbar, und wissenschaftlich geordnet waren. Diese Sammlungen brachte M., nachdem er im Jahre 1805 nach Bayern übersiedelt war, zu Beginn des Jahres 1807 in dem aufgehobenen Kloster zu Fürstenfeldbruck unter. Sie bestanden aus einer Bibliothek von über 5000 Bänden naturhistorischer Werke, viele darunter sehr selten, aus 5000 Stück Mineralien, worunter die salzburgischen Gebirgsarten glänzend vertreten waren, überdieß befanden sich in derselben besonders schöne Turmaline, Cyanite, Tremolite und Madreporsteine; ein Herbarium vivum von 2000 Arten, worin die Alpenflora reich vertreten war, eine Sammlung aller Holzarten; ferner reiche Sammlungen von Insecten, Würmern, Conchylien, Fischen (145 Arten), Vögeln (250 Arten, der größere Theil inländisch), von Amphibien und vierfüßigen Thieren, und ein culturhistorisches Cabinet, welches die National-Costume, figürliche und bildliche Darstellungen von Volksspielen, Sitten und Bräuchen von Stadt und Land im Erzstifte Salzburg, und plastische Darstellungen der Städte Salzburg, Hallein, Laufen und Tittmoning enthielt. Die Büchersammlung Moll’s wuchs später durch Ankäufe ganzer Büchersammlungen auf mehr denn 80.000 Bände an. Daraus traf noch bei Moll’s Lebzeiten das britische Museum eine Auswahl von etwa 20.000 Bänden und bezahlte ihm dafür 4500 Pfund, und die Moskauer Bibliothek, welche durch den Brand von 1812 zu Grunde gegangen, wählte auch an 50.000 Bände, für welche M. eine jährliche Leibrente von 2500 R. W. bis an seinen Tod bezog. So daß er also von 1815 bis 1838 an 57.500 fl. erhalten hatte. Außerdem besaß Moll eine ungemein reiche Sammlung von Porträten und Prachtkupferstichen, von ersteren 62 Bände Porträtwerke und 66.200 Einzelnblätter, dann 269 Prachtkupferstiche von den berühmtesten Meistern aller Schulen. Sein Naturaliencabinet trat M. an die kön. Akademie der Wissenschaften ab, die Sammlung der Porträte und Stiche blieb aber in der Familie, und befindet sich jetzt im Besitze der Freiherren Johann und Joseph Moll zu Villa nächst Roveredo in Südtirol. Seine Handschriftensammlung, an 470 Nummern stark, darunter 80 Foliobände Scriptores ordinum Canonicorum reg. St. Augustini, 36 Bände zur Geschichte der Jesuiten in Bayern, 2 Bände Handschriften von Hacquet, und viele Bände literarischer Briefwechsel kamen in die Münchener Hofbibliothek. Schließlich befanden sich noch in der Sammlung 35 Bände von Städte-Ansichten, mehrere hunderte von Festungsplänen und Schlachtenbildern, meist aus den Türkenkriegen, und 31 alte musikalische Druckwerke vom Jahre 1546 an bis 1729, [5] welche gleichfalls die Erben behielten. Mit diesem in seiner Art einzigen Sammeleifer verband M. namentlich in der ersten Zeit eine ungemein fleißige literarische Thätigkeit, wie es sich aus der hier folgenden Uebersicht seiner selbstständigen Schriften und in verschiedenen Werken abgedruckten Abhandlungen herausstellt. Bezüglich der literarischen Thätigkeit Moll’s wird auf Köchel’s raisonnirende Darstellung, S. 66–76, der „Mittheilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde“, Jahrg. 1865, hingewiesen. Moll’s selbstständig erschienene Schriften und von ihm herausgegebene Werke und Sammlungen sind: „So macht ich’s mit dem Mönchen, ein Brief von R.* an S.*“(Rottenmann 1783), dieser anonym herausgegebene Brief wurde durch ein von den Kapuzinern zu Tamsweg gegen Hexerei verkauftes Mittel veranlaßt und eifert mit gerechtem Unmuth über dergleichen unstatthaften, bis auf die Gegenwart sich fortsetzenden, das Volk verdummenden Mönchsunfug. – „Abhandlung über die Schädlichkeit der Insecten. Aus des Ritter Karl von Linné Amoenitt. acad. Mit Prof. Biwald’s Zusätzen. Aus dem Lateinischen mit vielen Anmerkungen übersetzt von ....I von ....l“, 2 Bändchen (Salzburg 1783, 8°.); – „Dieses Brieflein zukomme Sr. Hochwürden und Gnaden dem treufleissigsten Herrn Landdechant N., General en chef der kanarischen Quäcker gegen den salzburgischen Hirtenbrief in Augsburg als dem Hauptlager der Controversisten“ (1784, 8°.), durch einen Hirtenbrief des Erzbischofs Hieronymus Colloredo, für den Moll Partei nimmt, veranlaßt; wie Köchel bemerkt, „ein derber Keil gegen einen derben Klotz, in dem heftigen Tone geschrieben, welcher den Controversschriften der Josephinischen Zeit eigen ist“; – „Naturhistorische Briefe über Oesterreich, Salzburg, Passau, Berchtesgaden von Franz von Paula Schrank, und Karl Ehrenbert Ritter von Moll“, 2 Bände (Salzburg 1785, 8°.), im 1. Bande sind die Briefe IV–X, im 2. Bande die Briefe XXII–XXIV und XXVI und XXVII von Moll, – „Oberdeutsche Beiträge zur Naturlehre und Oekonomie für das Jahr 1787. Gesammelt und herausgegeben van Karl Ehrenbert von Moll“ (Salzburg 1787, 8°., mit 5 K. K.), nur die 53 Seiten starke Vorrede ist von Moll, überdieß ist das Buch von S. 208 an falsch paginirt; – Ant. Canestrini. Phil. et Med. Doctoris Historia de utero duplici, alterutro quarto graviditatis mense rupto in Hungaria anno 1781 in cadavere ab auctore invento. Cura C. E. M.“ (Aug. Vind. 1788, 8°.); – „Fr. Dom. Friedr. Müllenkampf Sammlung der Forstordnungen verschiedener Länder“ (Mainz 1791, 4°.), fortgesetzt von Karl Ehr. Freiherrn von Moll, II. Theil (1796, 4°.), enthält neun Waldordnungen von Salzburg, drei von österreichischen Kronländern; – „Nebenstunden des Berg- und Hüttenmannes, Herausgegeben von – –“. Erster Band (Salzburg 1797, 8°., mit 8 K. K.), mehr ist nicht erschienen und ist gleichsam die Einleitung der vier folgenden, von Moll herausgegebenen periodischen Schriften: „Jahrbücher der Berg- und Hüttenkunde“ 5 Bände (Salzburg 1797 bis 1801, 8°.); – „Annalen der Berg- und Hüttenkunde“, 3 Bände (Salzburg 1802–1805, 8°.); – „Ephemeriden der Berg- und Hüttenkunde“, 5 Bände (1. Band München 1805, 2.–5. Band Nürnberg 1806–1809, 8°.), auch mit dem Titel: „Annalen der Berg- und Hüttenkunde“, Band 4–9; – „Neue Jahrbücher der Berg- und Hüttenkunde“, 5 Bände und des 6. Bandes 1. und 2. Heft (Nürnberg 1809, 1812, 1815 [6] 1821, 1824, 1825, 1826, 8°.), sämmtliche vier Sammelwerke enthalten auch Original-Aufsätze von Moll, welche weiter unten aufgeführt werden, – „Calendarium anni millesimi quadringentesimi undecimi ex laminis lindeis perantiquis in bibliotheca sua asservatis arte lithographiae anno 1796 ab Aloisio Senefelder inventae descriptum edidit Car. Erem. L. B. de Moll“ (1814, Germanorum libertatis 1., 6 Blätter, 4°.); – „Des Freiherrn Karl Ehrenbert von Moll Mittheilungen aus seinem Briefwechsel. Prodromus seiner Selbstbiographie. M. S. C.“, 4 Bände (1829–1835, 8°., 1419 S.), davon sind nur 50 Abdrücke gemacht worden. Es werden darin Mittheilungen von 205 Correspondenten gegeben, die sich in deutscher, französischer, italienischer, englischer, spanischer und portugiesischer Sprache aus allen Theilen der Erde vernehmen lassen und worin die Namen der ersten Gelehrten seiner Zeit vorkommen. – Die in periodischen und Sammelwerken erschienenen Aufsätze und Abhandlungen Moll’s sind: in Bernouilli’s „Sammlung kurzer Reisebeschreibungen“, Bd. XI, S. 283, und Bd. XII, S. 185: „Moll’s Briefe an Prof. Heinr. Sander in Karlsruhe über eine Reise von Kremsmünster nach Moßheim im Salzburgischen. Im Herbst 1780“; – in Friedrich Ekkard’s „Literarischem Handbuche der bekannteren höheren Lehranstalten in und außer Teutschland in statist. chronol. Ordnung“ (Erlangen 1780), im 2. Bande, S. 179: „Kremsmünster (Cremifanum Monasterium)“, ohne Moll’s Namen; – in J. E. Füßly’s „Neuem Magazin für die Liebhaber der Entomologie“ (Zürch 1782, 8°.), im 1. Bande, S. 169 u. 370: „Verzeichniß der salzburgischen Insecten Coleoptera)“, die Fortsetzung dieses Verzeichnisses befindet sich im 2. Bande, S. 27 u. f.; – ebenda, im 1. Bande, S. 402: „Anmerkungen zu Panzer’s Ausgabe des Voet’schen Käferwerkes, den Scarabaeus sticticus betreffend“; – in den Schriften der naturforschenden Freunde zu Berlin (Berlin 1789, 8°.), im 9. Bande, S. 257: „Entomologische Nebenstunden“; – in Hübner’s „Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg in Hinsicht auf Topographie und Statistik“ (Salzburg 1799, 8°.), S. 955. „Salzburgisches Idiotikon“, ohne Moll’s Namen, – im Allgemeinen literarischen Anzeiger vom Jahre 1799, S. 1973: „Nachtrag zu Bodoni’s Druckverzeichnissen“; – in J. Th. Zauner’s „Beiträgen zur Geschichte des Aufenthaltes der Franzosen im Salzburgischen und den angrenzenden Ländern“ (Salzburg 1802, 8°.), im 2. Bande, S. 364: „État géographique et statistique du pays de l’archevêché de Salzbourg contenant l’étendue de terrain, la population et les revenûs du pays“; – in den von Moll selbst herausgegebenen Jahrbüchern der Berg- und Hüttenkunde, im 1. Bande, S. 199: „Beschreibung des Hochfürstlich salzburg. Salzkammergutes Hallein“; – im 2. Bande, S. 192: „Nachrichten von Alexander Humboldt’s Bemühungen zur Erleichterung des menschlichen Aufenthaltes in bösen Grubenwerken“; – im 3. Bande, S. 81: „Nachrichten von einigen oberdeutschen Salzwerken aus Briefen eines Reisenden“, jedoch ist es nicht bestimmt, ob dieser Aufsatz, der im 2. Bande, S. 393, von Moll’s „Annalen“ fortgesetzt ist, von Moll selbst ist; – im 4. Bande, S. 71: „Ueber ein wahrscheinlich neues Fossil (Siderit) aus dem Salzburgischen“; – S. 117: [7] „Ueber die Hillesheimischen Beiträge zur Salzkunde“; – S. 255: „Zusätze zu einem Tagebuche der Reise auf den Großglockner“; S. 378: „Zusätze zu Wagner’s Versuchen über die Anwendung des Torfes bei der Roheisenerzeugung“; – in Moll’s „Annalen“, im 2. Bande, S. 1: „Ueber einige ungarische und österreichische Steinkohlenwerke“, – in Moll’s „Ephemeriden“, im 1. Bande, S. 273: „Nachrichten von dem Erfolge der neuesten Sonnensalz-Fabrications-Anstalten in Sachsen und den älteren ähnlichen Versuchen von Bayern und Tirol“; – im 2. Bande, S. 206: „Etwas über das Viehhauser Torfmoos in Salzburg“; – S. 222 u. 378: „Uebersicht der im Jahre 1805 bekannt gemachten Analysen der Fossilien mit gelegentlichen Bemerkungen; Fortsetzung dieses Aufsatzes im 3. Bande, S. 75 u. 229 – und in den Neuen Jahrbüchern der Berg- und Hüttenkunde, im 1. Bande, S. 363: „Vom Steingebilde des Siebengebirges vom Niederrhein“; – im 3. Bande, S. 203: „Nachrichten vom alten Galmei- und Bleibergbaue am Königsberge in Berchtesgaden“; überdieß rühren in allen diesen von Moll herausgegebenen periodischen Schriften aus seiner Feder die Literatur des Berg- und Hüttenwesens, die vermischten Nachrichten und Anzeigen zur Tagesgeschichte des Berg- und Hüttenwesens, die Journalauszüge und Correspondenzartikel. Moll trat in Bayern erst, im März 1832, in den Ruhestand über, diese Zeit, wie schon einige Jahre früher, brachte er den Sommer über in Dachau, einem von München vier Stunden entfernten Städtchen an der Donau, den Winter über in Augsburg zu, wo er auch im Alter von 78 Jahren starb. Seine Verdienste fanden von Seite des Staates und in der gelehrten Welt verdiente Würdigung, der König von Bayern verlieh ihm im Jahre 1809 das Ritterkreuz des Civil-Verdienst-Ordens der bayerischen Krone und 22 gelehrte Akademien zählten ihn zu den ihrigen, darunter: die kön. gelehrte Gesellschaft zu Göttingen, die kön. bayerische Akademie der Wissenschaften, die kön. preußische zu Berlin, das Institut impérial de France zu Paris und die Accademia reale delle scienze zu Turin, die übrigen waren meist naturforschende Vereine im Allgemeinen, oder aber botanische, mineralogische u. dgl. m. Wie es unter Freunden und Förderern der Naturwissenschaft Sitte (mitunter auch Unsitte) ist, Namen um die Förderung dieser Wissenschaft verdienter Männer mit den Benennungen von Naturkörpern aus allen drei Reichen in Verbindung zu bringen, so war dieß auch bei Moll der Fall, und so nannte Hoppe einen Laufkäfer Carabus Mollii; Schrank stellte eine Gattung Laubmoose Mollia auf, die später zu Barbula Willdenow wurde und eine Gattung Mollia aus der Familie der Paronychien, welche in der Folge mit dem Genus Paronychia zusammenstieß; Martius und Zuccarini stellten eine dritte Gattung Mollia aus der Familie der Tiliaceen auf; Fischer nannte eine Pilzart Hydrophora Mollii und, wie Geheimrath v. Martius mittheilt, hatte Bertele in einem nicht gedruckten Manuscripte einem Fossil den Namen Mollit gegeben. Moll, der zu Augsburg gestorben, ist auch auf dem katholischen Gottesacker daselbst begraben. Martius, sein langjähriger Freund und Nachfolger im Secretariat, hielt ihm in der Akademie der Wissenschaften die Trauerrede. Er sagte unter anderem von ihm: „Der Geist des Humanismus war [8] in ihm verkörpert. Moll war der lebendigste Repräsentant der oberdeutschen Literaturbewegung in der Josephinischen Periode. Von stupender Vielseitigkeit, naturalistisch auf das Praktische hingewendet, ein feiner Kenner der menschlichen Natur, kaustischer Kritiker ihrer sittlichen Gebrechen, aber liebevoller Entschuldiger ihrer Schwächen, erfahrener sorglicher Geschäftsmann, hat er zwanzig Jahre lang einen mächtigen Einfluß auf die Thätigkeit der mathematisch-physikalischen Classe ausgeübt, organisirend, antreibend, mit maßvollem Urtheile das Disparate versöhnend, das Rechte fördernd, das Ueberschwängliche fernhaltend. Seine zahlreichen Schriften enthalten treue, mit Sachkenntniß verfaßte Berichte über die damaligen Fortschritte der Mineralogie, Geognosie und deren Hilfswissenschaften, glänzende und inhaltschwere Original-Beiträge der Fachgenossen, einen Schatz von Nachrichten zur Naturgeschichte und National-Oekonomie des Landes und zur Verbesserung im Berg-, Salinen- und Hüttenwesen und dienten als zeitgemäßes Ferment. Moll’s Mittheilungen aus seinem Briefwechsel zeigen von einem seltenen Reichthume geistiger Betriebsamkeit.“

Mittheilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (Salzburg, Endl und Penker’sche Buchdruckers, gr. 8°) V. Vereinsjahr (1865), Nr. IX: „Karl Maria Ehrenbert Freiherr von Moll“, 79 S. [außerordentlich reichhaltiges Materiale, übrigens das wahre Muster, wie eine Biographie nicht geschrieben werden soll]. – Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar, Bernh. Fr. Voigt, kl. 8°.) XVI. Jahrg. (1838), I. Theil, S. 143. – Allgemeine Zeitung (Augsburg, Cotta, 4°) 1838, außerordentliche Beilage zu Nr. 374 u. 375. – Allgemeine Literatur-Zeitung (4°.) 1838, Intelligenzblatt Monat März. – Storch (Franz Dr.), Skizzen zu einer naturhistorischen Topographie des Herzogthums Salzburg (Salzburg 1857, Mayr, 8°.) S. 4 [nach diesem geb. zu Zell im Zillerthale]. – Poggendorff (J. C.), Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften (Leipzig 1859, J. Ambr. Barth, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 178. –
Porträte in Oel, Stich und Photographie. Ein Oelbildniß ist im Besitze der Freiherren von Moll zu Villa, eine Copie davon im Sitzungssaale der kön. bayerischen Akademie der Wissenschaften zu München, und eine Photographie davon, von dem Münchener k. Hof-Photographen Jos. Albert, liegt einigen Exemplaren der „Mittheilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde“ 1865 bei. – Ein Oelbild, Moll als 20jährigen Jüngling darstellend, befindet sich in der Sternwarte des berühmten Stiftes Kremsmünster, im 3. Stocke, Nr. 175. – Darnach gestochen ist die Silhouette von Wisger (Karl Hurgh) in Amberg, die sich vor Schrank’s Primitiae florae Salisburgensis befindet. – Ein anderes Bildniß, von Georg Schedler gezeichnet, von Conrad Felsing in Darmstadt gestochen, steht im „Taschenbuche für die gesammte Mineralogie“ von Dr. Karl Cäsar Leonhard, VII. Jahrg. Abthlg. I (Frankfurt a. M. 1813). – Seine Silhouette, gest. von Carl in Burghausen, vor dem 1. Bande der von Moll in Gemeinschaft mit Schrank herausgegebenen „naturhistorischen Briefe“.