BLKÖ:Muškatirović, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 19 (1868), ab Seite: 475. (Quelle)
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Muškatirović, Johann (serbischer Schriftsteller, geb. zu Senta, einer kleinen Ortschaft an der Theiß im Banate, wahrscheinlich das durch den Sieg Eugen’s von Savoyen über die Türken am 11. September 1696 berühmt gewordene Zentha, im Jahre 1743, gest. zu Pesth 18. Juli 1809). Nach beendeten Vorbereitungsstudien begann er das Studium der Rechte, und wurde Advocat, Als ungarischer Landesadvocat wurde er am 10. März 1773 n. St. beeidet. Zuletzt wurde er auch noch Senator der kön. Freistadt Pesth, wo er im Alter von 66 Jahren starb. M. sammelte die Sprichwörter des serbischen Volkes und veranstaltete davon die erste selbstständige Ausgabe, welche im Jahre 1787 und in zweiter vermehrter Auflage im Jahre 1807 erschien. J. Dobrovsky ließ diese serbischen Sprichwörter in seiner „Slovanka“ (Prag 1815, 8°.), Bd. II, S. 67–97, zugleich mit einer deutschen Uebersetzung und mit philologischen Anmerkungen wieder abdrucken. Ein zweites Werkchen, das Muškatirović in serbischer Sprache herausgab, führt den Titel: „Kurze Gedanken über Feiertage“, und ist im Jahre 1786 erschienen; es scheint in der Begeisterung über die Kirchenreformen des Kaisers Joseph II. entstanden, und die Grundidee des Ganzen möchte in dem Spruche: dem guten Menschen ist ein jeder Tag ein festlicher, ein heiliger Tag, zusammenzufassen zu sein. Von dieser letzteren Schrift soll auch im Jahre 1805 zu Ofen in der Universitäts-Druckerei eine ungarische Uebersetzung erschienen sein.

Paul Jos. Šafařik’s Geschichte der südslavischen Literatur. Aus dessen handschriftlichem Nachlasse herausgegeben von Jos. Jireček (Prag 1865, Friedr. Tempsky, 8°.) III. Das serbische Schriftthum, S. 322, 377, 476.