BLKÖ:Nachich-Vuinovich, Johann Nikolaus

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Nachich, Peter
Band: 20 (1869), ab Seite: 4. (Quelle)
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Nachich-Vuinovich, Johann Nikolaus (Architekt, geb. zu Knin in Dalmatien im Jahre 1763, gest. zu Padua im Jahre 1805). In slavischen Werken erscheint der Name auch Nakić geschrieben. Sein Vater Matthäus war venetianischer Major und ließ seinen Sohn für die militärische Laufbahn erziehen. Er gab ihn zu diesem Zwecke in die militärische[WS 1] Genie-Akademie zu Verona, welche damals unter der Leitung des berühmten Lorgna [Bd. XVI, S. 47] stand, wo N. seine Studien in der höheren Mathematik und Algebra, in der Hydraulik, Hydrostatik mit ausgezeichnetem Erfolge beendete und darauf zum Professor der Mathematik in der nämlichen Anstalt ernannt wurde. Im Jahre 1788 lud ihn der Senat von Venedig ein, die Verwüstungen herzustellen, welche durch das Austreten der Brenta, das im genannten Jahre in fürchterlicher Weise stattgehabt, verursacht worden. N. löste seine Aufgabe in so befriedigender Weise, daß sein Name in Fachkreisen zu großer Geltung gelangte. Im Jahre 1790 kehrte er in sein Vaterland Dalmatien zurück, wo er unter mehreren Arbeiten den Glockenthurm des Domes von Spalato, der durch den Blitz in besorgnißerregender Weise beschädigt worden, in kurzer Zeit und trefflich restaurirte, ferner die der Familie Califfi gehörigen Mühlen in Bewegung setzte, eine Arbeit, mit großem Wagniß verbunden und von mehreren tüchtigen Fachmännern, u. A. von Peter Nutrizio und dem berühmten Abate Rocchi, vergeblich versucht. Nachich veröffentlichte darüber eine besondere Abhandlung mit den dieselbe erläuternden Abbildungen. Als im Jahre 1798 Dalmatien an Oesterreich fiel und Graf Thurn als Gouverneur der neugewonnenen Provinz die Leitung derselben übernahm, hielt N. zu Zara öffentliche Vorlesungen über Mathematik und entwarf zu dieser Zeit die Pläne für eine Fahrstraße von Zara nach Bencovaz, deren Ausführung er auch anfänglich selbst leitete, bis er sie später seinem Freunde und Fachgenossen Franz Zavoreo übergab, der ihre Vollendung zu Stande brachte. Im Jahre 1802 begab sich N. nach Istrien, wo der Gießbach Dragogna in den Thälern von Sezziche bei Pirano große Verwüstungen angerichtet und namentlich die dortigen Salzsiedereien auf das Aergste beschädigt hatte. N. sollte die Verwüstungen herstellen, den Lauf des Gewässers regeln und neuen Verheerungen für die Zukunft vorbeugen. Auch dieß war eine Arbeit, an welche bis vor Nachich von der Regierung unermeßliche Summen verwendet und zu deren Ausführung die geschicktesten Wasserbaukünstler, unter Anderen Zendrini und Ferracina [Bd. IV, S. 190][WS 2] vergeblich beigezogen worden waren. N. untersuchte die Verwüstungen und anderen Oertlichkeiten auf das Sorgfältigste, entwarf die Pläne, welche geprüft und angenommen [5] wurden und begann bereits die ihm übertragene Arbeit. Aber er sollte sie nicht beenden, vorerst wurde er immer wieder anderen Commissionen beigezogen, welche ihn von dieser wichtigen Arbeit abriefen, und als dann die Franzosen in’s Land kamen und es besetzten, wollte er unter den Usurpatoren keine Dienste nehmen, gab die bisher geleiteten Arbeiten auf und zog sich ganz in’s Privatleben zurück, ausschließlich seinen Lieblingsstudien, den mathematischen, sich widmend. In dieser Zeit schrieb er ein Werk über die Nautik und Hydraulik, für welche seine Lieblingswissenschaften er eine ungemein kostbare Bibliothek der ausgezeichnetsten Werke aller Völker, welche über diese Gegenstände geschrieben worden, gesammelt hatte. Auch sonst noch besaß er reiche Sammlungen von Alterthümern, Medaillen u. dgl. m. Ob das erwähnte Werk gedruckt erschienen, ist nicht bekannt. Nachich starb zu Padua im schönsten Mannesalter von erst 42 Jahren, zu früh für seinen Beruf, in welchem er noch Ersprießliches hätte leisten können.

Kukuljević-Sakcinski (Iván), Slovník umjetnikah jugoslavenskih, d. i. Lexikon der südslavischen Künstler (Agram 1859, Ljud. Gaj, Lex. 8°.) S. 320. – Gliubich di Città vecchia (Simeone Abb.), Dizionario biografico degli uomini illustri della Dalmazia (Vienna e Zara 1856, 8°.) p. 221. – Düringsfeld (Ida von), Aus Dalmatien (Prag 1857, Bellmann, 8°.) Bd. I, S. 252.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: miltärische.
  2. Vorlage: [Bd. VI, S. 190].