BLKÖ:Nostitz-Rieneck, Johann Hartwig Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 20 (1869), ab Seite: 394. (Quelle)
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Johann Hartwig von Nostitz-Rieneck in der Wikipedia
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3. Johann Hartwig Graf N.-Rieneck (geb. zu Kunzendorf in Böhmen 1610, gest. [395] 27. März 1683), der jüngste Sohn Johann’s von Nostitz aus dessen Ehe mit Sophia von Nostitz aus der Rottenburg’schen Linie. Im Jahre 1630 kehrte N. nach Vollendung seiner Studien und Reisen in sein Vaterland zurück, wo er verschiedene Aemter und Würden, seit 1644 jenes eines obersten Landrichters, seit 1651 des obersten Land-Kämmerers und seit 1652 als Nachfolger des Grafen von Slawata das des obersten Hofkanzlers von Böhmen bekleidete. Johann Hartwig, der am 1. Februar 1631 in den böhmischen Freiherrn- und am 6. August 1646 in den böhmischen Grafenstand erhoben wurde, wurde von Kaiser Ferdinand III. bei den wichtigsten Geschäften verwendet und von Kaiser Leopold I. zum Conferenzrathe ernannt. Nach dem Aussterben der Grafen von Rheineck wurde Johann Hartwig von dem Mainzer Churfürsten Christoph Wenzel im Jahre 1673 mit der Grafschaft Rheineck, woraus das noch heute von der Familie geführte Prädicat Rieneck entstand, belehnt. Kaiser Leopold I. verlieh ihm noch mit Diplom vom 20. December 1673 den Reichsgrafenstand, König Karl II. von Spanien aber sandte ihm den Orden des goldenen Vließes. Sein Neffe Christoph Wenzel [s. d. Vorigen] ehrte Johann Hartwig’s Andenken, indem er auf ihn eine Medaille prägen ließ, welche Miltner in seinem unten genannten Medaillenwerke in Abbildung und Beschreibung mittheilt. Ueber des Grafen Johann Hartwig, des Stammvaters der gräflichen Linie Nostitz-Rieneck, Nachkommenschaft aus zwei Ehen: mit Maria Katharina Gräfin von Ždár und dann mit Eleonora Maria Gräfin Lobkowitz, vergleiche das Nähere auf der Stammtafel. [Weingarten, Monarchie des Hauses Oesterreich, S. 94, 95. – Miltner (Heinrich Otokar), Beschreibung der bisher bekannten böhmischen Privatmünzen u s. w., S. 381 u. Tafel XXXV, Nr. 292. – Porträte. 1) C. Screta del. 1670. B. Kilian sc. (Qu. Fol., Thesenblatt mit Beiwerken des F. C. von Scheidlern); – 2) C. Borcking sc. (kl. Fol.); – 3) A. Bloem del., C. Meyssens sc. (kl. Fol.).] –