BLKÖ:O’Kelly von Gallagh und Tywoly, Wilhelm Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Okać, Michael
Band: 21 (1870), ab Seite: 50. (Quelle)
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O’Kelly von Gallagh und Tywoly, Wilhelm Graf (k. k. Feldzeugmeister und Commandeur des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Dublin zu Anfang des 18. Jahrhunderts, gest. zu Wien 5. Februar 1767). Entstammt einer alten irländischen Familie, deren mehrere, wie die O’Donnells, die O’Briens, die Ogilvy, in Oesterreich ein zweites Vaterland gefunden haben. Graf O. trat als Hauptmann in die kaiserliche Armee, und zwar in das Infanterie-Regiment Graf Neipperg Nr. 7, mit welchem er, 1738 und 1739, den Türkenkrieg mitmachte. Er wurde dann General-Adjutant des Grafen Neipperg und Oberstlieutenant, im October 1744 Oberst und Commandant des Infanterie-Regiments Pallavicini Nr. 15. Nun kam er zur Armee in Italien, zeichnete sich bei Roddofreddo aus, wohnte der Besitznahme von Genua bei und traf bei der am 8. December 1746 in der Festung ausgebrochenen Revolte die zweckmäßigsten Anstalten zu deren Unterdrückung. Im Juli 1752 wurde Graf O. zum General-Major befördert und erhielt beim Ausbruche des siebenjährigen Krieges (1756–1763) eine Brigade. Für die ebenso muthige als umsichtige Führung derselben in der Schlacht bei Breslau (22. November 1757) wurde er in der 10. Promotion (vom 23. Jänner 1760) mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. In dieser Schlacht war O. selbst durch eine Kartätschenkugel am Kopfe verwundet worden. Im Feldzuge des Jahres 1758, in welchem im Jänner Graf O. zum Feldmarschall-Lieutenant befördert worden war, zeichnete er sich bei Hochkirch, in der Nacht [51] vom 13. auf den 14. October aus; in jenem des Jahres 1760 im Gefechte bei Kunzendorf, als der König von Preußen im September durch Gewinnung der Kunzendorfer Höhen unserer Armee in den Rücken zu kommen suchte, welche Absicht die geschickten Dispositionen O’Kelly’s vereitelten. Seinen eigentlichen Ehrentag aber feierte Graf O. am Schlachttage von Torgau, 3. November 1760; General Ziethen führte gegen das vier Infanterie-Regimenter zählende Corps O’Kelly’s dreißig Bataillone und vierzig Schwadronen, O’Kelly aber leistete, ungeachtet eines von Seite des Gegners mörderischen Artilleriefeuers, so lange hartnäckigen Widerstand, bis Verstärkung anlangte, worauf die Unseren selbst zur Offensive übergehen konnten. Graf O. behauptete die Nacht über das Schlachtfeld, am folgenden Morgen aber räumte er dasselbe und sicherte den Rückzug unserer Colonnen. Nach dem Hubertsburger Frieden. 15. Februar 1763, wurde er zum Feldzeugmeister ernannt und in der zehnten Promotion (vom 15. October 1765) mit dem Commandeurkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. – Die Bestätigung des Grafentitels und dessen Anerkennung für Oesterreich und Böhmen erhielt Festus O’Kelly, wohl ein Sohn des wenige Monate zuvor verstorbenen Wilhelm Grafen O’Kelly, mit Diplom vom 27. November 1767 zugleich mit dem böhmischen Incolat. Uebrigens scheint die österreichische Linie dieser Familie gänzlich erloschen zu sein.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 92, 210, 1728 u. 1731.