BLKÖ:Ottenfels-Gschwind, Franz Xaver Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 21 (1870), ab Seite: 130. (Quelle)
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Ottenfels-Gschwind, Franz Xaver Freiherr (Staatsmann, geb. zu Klagenfurt 12. Juni, nach Gräffer am 12. Jänner 1778, gest. 17. März 1851). Entstammt einer alten Adelsfamilie Kärnthens [siehe Näheres in den Quellen]. Seine Ausbildung erhielt O. in der orientalischen Akademie zu Wien. Nach beendeten Studien kam O. als sogenannter Sprachknabe zur kais. Gesandtschaft nach Constantinopel. Daselbst machte er interessante Ausflüge nach Kleinasien und den benachbarten Inseln, und setzte seine Studien über orientalische Philosophie und Alterthumskunde fort, die er auch dann noch immer betrieb, als er im Jahre 1813 nach Wien zurückkehrte. Als nach Ausbruch des Griechenaufstandes gegen die Pforte der damalige[WS 1] Internuntius Rudolph Graf Lützow [Bd. XVI, S. 148] von Constantinopel abberufen wurde, erhielt O. diesen Posten und bekleidete ihn mehrere Jahre hindurch inmitten einer an politischen Verwicklungen, an welchen eben die Türkei zunächst betheiligt war, ungemein reichen Periode. Als im J. 1832 Ibrahim Pascha gegen Constantinopel vordrang und die Russen als Hilfsvölker vor dieser Hauptstadt erschienen, kehrte O., der vorher an der Küste von Neapel Schiffbruch gelitten, nach Wien zurück und seine Stelle als k. k. österreichischer Gesandter nahm dann Bartholomäus Freiherr von Stürmer ein. O. aber wurde mit Allerh. Entschließung vom 10. August 1835 zum Staats- und Conferenzrath mit Dienstleistung bei der geheimen Haus-, Hof- und Staatskanzlei ernannt. Diesen Posten versah Freiherr O. bis zu seinem 1851 im Alter von 73 Jahren erfolgten Tode. Mosel in seiner „Geschichte der k. k. Hof-Bibliothek zu Wien“ berichtet, daß die Erwerbung vieler kostbarer orientalischer Werke in der Zeit von 1825 bis 1835 besonders der ausgezeichneten Verwendung des k. k. Internuntius bei der [131] Pforte, Freiherrn von Ottenfels, zu verdanken sei. Ueber Genealogie und heutigen Familienstand vergleiche die Quellen.

Oesterreichischer Zuschauer, herausg. von J. S. Ebersberg (Wien, gr. 8°.) Jahrg. 1837, Bd. II, S. 712. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. IV, S. 130. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliogr. Institut, gr. 8°.) Zweite Abtheilg. Bd. I, S. 1106, und III. Suppl. Band, S. 221. – Conversations-Lexikon der neuesten Zeit und Literatur. In vier Bänden (Leipzig 1833 u. f., F. A. Brockhaus, gr. 8°.) Bd. III, S. 371. – Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser (Gotha, Just. Perthes, 32°.) Jahrgang (1848), S. 268; XVI. Jahrg. (1866), S. 670.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: damamalige.