BLKÖ:Paar, Fürstin (geb. Bucquoi)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Paar, Wenzel Graf
Band: 21 (1870), ab Seite: 150. (Quelle)
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18. Einer Fürstin Paar, gebornen Gräfin Bucquoi ist in dem Werke: „Der Jacobiner in Wien. Oesterreichische Memoiren aus dem letzten Decennium des 18. Jahrhunderts“ (Zürch und Winterthur 1842, 8°.) S. 203, in rühmlicher Weise gedacht. In Hütteldorf, heißt es in dem Buche, wohnend, hatte sie sich unglücklicher gefangener Franzosen, die eben den Ort passirten, menschenfreundlich angenommen und Geld und Lebensmittel unter sie vertheilen lassen. Als Kaiserin Maria Theresia, zweite Gemalin des Kaisers Franz, davon Kenntniß erhielt mit dem Bemerken, daß an diesen unpatriotischen Gesinnungen der Fürstin eine alte, seit Jahren im fürstlichen Hause bedienstete französische Gouvernante Schuld trage, ließ die Kaiserin der Fürstin ihren Allerh. Unwillen zu erkennen geben und andeuten, daß ihr, wenn sie die Französin nicht auf der Stelle entlasse, der Zutritt bei Hofe untersagt sei. Der Fürstin fiel unter solchen Umständen die Wahl nicht schwer. Stillschweigend ließ sie die ungezogensten Ausfälle des gegen sie gedungenen Verfassers der Eipeldauer Briefe über sich ergehen, sie hatte einen Act der Menschlichkeit geübt, wenn sie den armen hilflosen Gefangenen – und waren es auch Feinde – Unterstützung gab. Nun sollte sie gar die Frau entlassen, welche sie erzogen, die mittlerweile alt und hilflos geworden, und bloß darum, weil man die eigentlichen Umstände einer edlen Handlung verkannte. Die Fürstin zog es vor, den Hof zu meiden, als sich schnöden Undankes schuldig zu machen. So lautet der Bericht im obgenannten Buche. Nun aber gibt es keine Fürstin Paar, geborne Bucquoi, wohl aber eine Gräfin Maria Theresia Paar, vermälte Gräfin Bucquoi, deren Söhne auch nicht im Felde dienten, wie es in dem erwähnten Buche heißt, weil sie eben keine Kinder hatte. Der Zeit nach aber, in welcher die Gräfin (geb. 1746, gest. 1818) lebte, könnte sie wohl die in Rede stehende Dame sein.