BLKÖ:Rebrovich von Razboj, Mathias Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 25 (1873), ab Seite: 84. (Quelle)
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Rebrovich von Razboj, Mathias Freiherr (k. k. General-Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Thurn in Croatien im Jahre 1756, gest. zu Gratz 26. December 1830). Trat im August 1771, 15 Jahre alt, bei der k. k. Armeeverwaltung als Fourier ein, in welcher Eigenschaft er den bayerischen Erbfolgekrieg mitmachte. Später trat er in die active Armee über und wurde am 6. Jänner 1786 Fähnrich, Ende Jänner 1788 Unter-, 14. Juni 1790 Oberlieutenant, Ende Juni 1796 Capitän, 4. December 1799 wirklicher Hauptmann, am 2. Jänner 1806 Major, am 14. September 1808 Oberstlieutenant und Ende August 1810 Oberst. Als solcher nach Abtretung Illyriens an Frankreich überzählig geworden, trat er Kränklichkeit halber als General-Major im September 1810 in den Ruhestand und aus diesem am 16. Juli 1813 wieder in Activität, im September 1815 Kränklichkeit halber wieder in den Ruhestand, worauf er am 12. October 1816 neuerdings eine Brigade übernahm, bis er nach fast 45jähriger Dienstzeit im Mai 1820 um Versetzung in den bleibenden Ruhestand, bat, den er auch erhielt. Nach zehnjährigem Genusse desselben starb er zu Gratz im Alter von 74 Jahren. Während dieser vieljährigen Dienstzeit hat R. in allen Kriegen gegen Frankreich gefochten und sich bei vielen Gelegenheiten durch seine besondere Tapferkeit hervorgethan. Im Jahre 1796 hat R. bei Lodi am 10. Mai, nachdem er die Nacht über auf dem Schlachtfelde, von allen Seiten vom Feinde bedroht, zugebracht, die Versprengten unserer Armee gesammelt und zu derselben zurückgeführt; ferner mit Auszeichnung bei Mantua, Vallegio, Chiusa und Alla gefochten. Im Jahre 1799 hatte sich R. besonders in dem viertägigen hitzigen Gefechte bei Martinsbruck am 10. bis 13. März hervorgethan. Bereits waren der Oberst Knezevich und der Major Munkacsi mit dem größten Theile ihrer Truppen von den Franzosen gefangen genommen, R. aber hatte sich mit einigen hundert [85] Mann des Warasdiner-Kreutzer Regiments und des Munkacsischen leichten Bataillons gegen den überall siegreichen und weit stärkeren Feind tapfer gehalten und endlich nach Finstermünz durchgeschlagen. Am 25. April d. J. leistete er dem Corps des Feldmarschalls Grafen Bellegarde bei seinem Vorrücken durch Engadein, indem er als Hauptmann und Interims-Commandant des Warasdiner-Kreutzer Bataillons die Avantgarde führte, durch seine Bravour bei Schleims, auf der Straße des Innthales, bei der Uebersetzung des Julienberges, Stalla und Splügen die wesentlichsten Dienste. Am 20. Juni d. J. hielt er bei S. Giuliano mit seiner geringen Vortrupps die unter Moreau anrückende feindliche Macht durch Geschicklichkeit und Bravour so lange auf, bis das Gros unserer Armee nachgerückt und in Schlachtordnung aufgestellt war. Er selbst erhielt bei dieser Gelegenheit eine Schußwunde, die ihn jedoch nicht abhielt, sofort Dienst zu thun. Im Feldzuge des Jahres 1800 leistete R. am 25. April und in den folgenden Tagen bei den bei Straßburg und Kehl, dann im Mai und Juni um Ulm vorgefallenen Gefechten, später bei Nördlingen und Landshut als Avantgardeführer ausgezeichnete, in den Relationen jener Tage öfter angerühmte Dienste. Im Jahre 1805 befehligte R. ein Bataillon des Deutsch-Banater Regiments. Bei dem Rückzuge unserer Armee nach der Katastrophe bei Ulm erhielt er als Arrièregarde den Auftrag zur Vertheidigung, und wenn alle Truppen die Brücke bei Mühldorf über die Donau passirt hatten, zur Vernichtung derselben; ferner jener bei Burghausen über die Salza. R. vollzog beide Aufträge unter dem Feuer des Feindes und bestand noch bei Hallein ein heftiges Gefecht mit dem Gegner. Im Jahre 1809 stand R. bei der Armee im Süden und that sich in der Affaire am 16. Mai an der Dalmatiner Grenze in Zermanien, wo er nach der Gefangennahme des Generals Stoicsevic als Liccaner Oberst das Commando übernahm, dann am folgenden Tage in der Schlacht bei Grab vor Grachacz in der Licca dadurch hervor, daß er vier bereits für verloren gehaltene Bataillons und eine Division des rechten Flügels vor Gefangenschaft oder gänzlicher Vernichtung rettete, ferner die Regimentscassen von Gospich und Otochaz in Sicherheit brachte, und endlich in dem hartnäckigen Kampfe bei Billay am 21. und 22. Mai d. J. den Plan des Marschalls Marmont, nach Karlstadt vorzudringen dort des Zeughauses und der vollen Magazine sich zu bemächtigen und unserem 9. Armeecorps in der Richtung gegen Laibach in den Rücken zu fallen, vereitelte. Im Jahre 1813, bei der Armee in Innerösterreich eingetheilt, gab er bei mehreren Gelegenheiten Proben seiner schon oft bewährten ausgezeichneten Tapferkeit, bei Weichselburg und Laibach aber, am 16. September, einen glänzenden Beweis seines Dispositionstalentes. Der italienische General Pino hatte nämlich mit sieben Bataillonen und zwei Schwadronen zuerst bei Weichselburg Stellung genommen und war dann bis nach Laibach vorgedrungen. Rebrovich, der nur ein Bataillon Gradiscaner, vier Compagnien St. Georger und drei Compagnien Brooder Grenz-Infanterie zur Verfügung halte, griff, sobald er ein Bataillon Erzherzog Karl-Infanterie, zwei Schwadronen Radetzky-Huszaren und eine halbe Batterie Verstärkung erhalten hatte, den an Truppenzahl weit überlegenen General Pino von drei Seiten so geschickt an, [86] daß das feindliche Corps ganz versprengt und bei dieser Gelegenheit außer den Todten und Verwundeten 900 Mann mit einem Artillerie-Obersten zu Gefangene gemacht, und überdieß zwei Geschütze, eine Fahne und ein Adler erbeutet wurden. Auch in den darauffolgenden Kämpfen mit mehreren Abtheilungen der Armee des Vicekönigs bewahrte R. große Umsicht, hatte den Vicekönig gezwungen, Laibach zu räumen, worauf ihn R. bis an den Isonzo verfolgte. So hatte R. in wenigen Tagen mit einer geringen Truppe gegen die starke feindliche Uebermacht mit äußerst glücklichem Erfolge operirt. Für sein ausgezeichnetes Verhalten war er mit Allerh. Handbillet vom 25. September 1809 mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet worden. Noch that der wackere General im Jahre 1815 bei der Blockade von Venedig und jener von Gaëta Dienste, aber Krankheit halber mußte er das Commando übergeben. Im Jahre 1821 wurde er in den Freiherrnstand erhoben.

Freiherrnstands-Diplom ddo. 19. April 1821. – Tapferkeits-Zeugnisse vom 27. Mai 1799 – 7. Juli 1799 – 7. September 1800 – 25. November 1809 – 20. September 1810 – 22. October 1817 – 16. März 1818. – 'Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 1202 u, 1749. – In Kneschke’s „Neuem allgem. deutschen Adels-Lexikon“, Bd. VII, S. 374, erscheint Freiherr Rebrowich von Razboi irrig als Rebrowick v. Razboi. – Wappen. Quadrirter Schild mit Herzschild. Dieser letztere zeigt in Blau einen geharnischten Arm, dessen Hand einen bloßen Degen schwingt. Der Hauptschild weist in 1 und 4 ein rothes Feld mit einer silbernen Lilie, die auf ihrer Spitze eine kleine heidnische goldene Krone trägt. In 2 und 3 befindet sich in Schwarz ein aufrecht gestellter, nach innen gekehrter goldgekrönter goldener Löwe mit offenem Rachen, rothausgeschlagener Zunge und über sich geschlagenem Doppelschweife, mit beiden Vorderpranken einen goldenen Stern haltend. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf welcher drei gekrönte Turnierhelme sich erheben. Die Krone des mittleren in’s Visir gestellten Helms trägt einen offenen schwarzen Flug, dem der geharnischte Arm des Herzschildes eingestellt ist; aus der Krone des rechten und linken Helms wachsen die nach innen gekehrten goldenen Löwen von 2 und 3, von denen der rechte in den Vorderpranken die Lilie mit der Krone, der linke aber einen goldenen Stern trägt. Helmdecken. Die des rechten Helms und des mittleren zur rechten sind roth mit Silber, jene des linken Helms und des mittleren zur linken schwarz mit Gold unterlegt.