BLKÖ:Rogendorf, die Herren und Grafen von, Genealogie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 26 (1874), ab Seite: 267. (Quelle)
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l. Zur Genealogie der Herren und Grafen von Rogendorf. Die Rogendorf sind ein altes, ursprünglich steirisches Adelsgeschlecht, das sich später über die beiden Erzherzogthümer Mähren und Schlesien ausbreitete, und gegenwärtig in einem Zweige in Ungarn im Torontaler Comitate fortblüht. Die urkundlichen Anfänge der Rogendorf reichen in die Mitte des 15. Jahrhunderts zurück, wo der Landrichter Sigmund Rogendorf (gest. 1472) eine mächtige Stellung in der Steiermark einnahm. Zu besonderem Glanze und Namen gelangte das Haus durch die beiden Brüder Wolfgang und Wilhelm, welche im Jahre 1529 zu den Helden der Wiener Belagerung zählen. Später spielten die Herren von Rogendorf in der Reformation eine hervorragende Rolle, vornehmlich Johann Wilhelm und später Georg Ehrenreich (II.), der mit 31 niederösterreichischen Edlen den böhmischen Protestanten beigetreten war. Georg Ehrenreich’s Sohn Johann Christian kehrte jedoch in den Schooß der katholischen Kirche zurück und seitdem ist das Haus Rogendorf katholisch geblieben. Das Geschlecht pflanzte sich ohne viele Seitenzweige, da diese fast immer schon in den ersten Generationen erloschen, fort. Die StammtafeI gibt eine übersichtliche Darstellung der Aufeinanderfolge. – Was die in das Haus gelangten Würden und Ehrenämter betrifft, so waren sie ebenso zahlreich als mannigfaltig. Schon die Brüder Kaspar und Balthasar erhielten am 4. November 1480 den niederösterreichischen Herrenstand, dann wurde Wilhelm R. mit seinen Brüdern Wolfgang und Georg auf dem Wormser Reichstage am 31. Mai 1521 [268] zu Reichsständen aufgenommen, und damals der Name ihrer Herrschaft Pöckstall im Viertel o. M. B. in den Namen Rogendorf verändert und die Brüder zu Freiherren zu Rogendorf und Mollenburg erhoben. Am 6. Februar 1539 erhielt Wilhelm mit seinen Brüdern für sich und ihre eheliche Nachkommenschaft das Erbland-Hofmeisteramt in Oesterreich unter der Enns, welches jedoch ein Jahrhundert später, 1620, Georg Ehrenreich (II.) durch seinen Beitritt zur mährischen Rebellion verlor, worauf es an die Fürsten Trautsohn verliehen wurde. Johann Wilhelm erhielt im Jahre 1575, Johann Christian am 12. April 1669 das böhmische Incolat und gegen Ende des 17. Jahrhunderts erhielten Johann Christian und Johann Karl Freiherren von R. mit Diplom vom 16. April 1686 den Grafenstand. Jedoch war schon lange früher Christoph Rogendorf laut Diplom ddo. Krems 15. December 1537, unter gleichzeitiger Erhebung der Herrschaft und des Schlosses Guntersdorf im Viertel u. d. M. B. zur Reichsgrafschaft, zum Reichsgrafen erhoben worden. Doch erlosch diese gräfliche Linie der Rogendorf bereits mit Christoph’s Söhnen um die Mitte des 16. Jahrhunderts. – Was den Reichthum und insbesondere die Besitzungen der Rogendorf betrifft, so erlangten die Sproßen derselben sie theils als Belohnungen für dem Herrscherhause Habsburg geleistete Dienste, theils und mitunter sehr bedeutende Erwerbungen durch Heirathen, so u. a. Caspar durch Margaretha von Wildhaus, Georg Ehrenreich (II.) durch Johanna Drnowski v. Drnowitz, Franz Anton durch Maria Barbara Gräfin von Götz. Auch sind die Rogendorf durch Ehen mit den wichtigsten Geschlechtern Deutschlands, Oesterreichs und Ungarns, mit den Liechtenstein, Herberstein, Oettingen, Hohenberg, Starhemberg, Heissenstein, Kolowrat, Salm, Bucquoy, Pálffy von Erdöd, Götz, Hoyos, Puchheim u. A. verschwägert.

Quellen zur Genealogie. Reil (Anton Friedr.), Das Donauländchen der Patrimonialherrschaften im Viertel Ober-Manhartsberg (Wien 1835, 8°.) S. 224, 275, 338, 341 u. 346. – Bergmann (Jos.), Medaillen auf berühmte und ausgezeichnete Männer des österreichischen Kaiserstaates vom XVI. bis zum XIX. Jahrhunderte (Wien 1844–1857, Tendler, 4°.) Bd. I, S. 216–235 [zunächst mit ausführlichen Nachrichten über Wilhelm von Rogendorf (S. 219 u. f), über Christoph Freiherrn von R. (S. 225 u. f.) und über Wolfgang Freih. v. R. (S. 229 u. f.), ferner mit Abbildungen von Medaillen auf Christoph und auf Wolfgang; aber dieser mit Bergmann’s bekannter Gründlichkeit und auf Grundlage von Quellenforschung gearbeitete Artikel enthält auch hie und da Mittheilungen über dieses Geschlecht im Allgemeinen]. – d’Elvert (Christ. Ritter v.), Notizenblatt der histor. statist. Section der k. k. mähr. schles. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde (Brünn, Rohrer, 4°.) 1869, Nr. 7: „Zur mähr. schles. Adelsgeschichte. XXIX. Die Grafen von Rogendorf“ [mehrere Angaben Bergmann’s berichtigend]. – Universal-LexikonGroßes vollständiges (sogenanntes Zedler’sches) Universal-Lexikon (Halle und Leipzig, J. H. Zedler, kl. Fol.) Bd. XXXII, Sp. 498. – Notizenblatt der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien, herausg. von Chmel (Wien, 8°.) Jahrg, 1851: Verzeichniß von 283, die Familie Rogendorf betreffenden Originalurkunden, welche Altgraf Salm dem Franzens-Museum in Brünn geschenkt hatte. – Nedopil (Leopold), Deutsche Adelsproben aus dem deutschen Ordens-Central-Archive (Wien 1868, Braumüller, gr. 8°.) III. (Register-) Band. S 165, wo die Nummern der in den beiden Bänden des Werkes verzeichneten Urkunden angegeben sind.