BLKÖ:Romanó, Luigi Antonio

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 26 (1874), ab Seite: 322. (Quelle)
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Romanó, Luigi Antonio (Bau-Director in Dalmatien, geb. zu Corfù, im Jahre 1760, gest. um das Jahr 1828). Sohn adeliger Eltern, kam er in jungen Jahren in das Militär-Collegium nach Verona, wo er eine militärisch-technische Ausbildung erhielt. Zur Zeit des Sturzes der Republik war er bereits Officier im Ingenieurcorps. Bald darauf trat er in russische Dienste über, in welchen er den Rang eines tenente colonello im Generalstabe erlangt hatte, als [323] Napoleon nach dem Wiener Frieden im Jahre 1809 alle ausgewanderter Franzosen und Italiener unter Androhung strengster Strafe zur Rückkehr in ihr Vaterland aufforderte. R. leistete dieser Aufforderung Folge und wurde nun in der Eigenschaft eines Chef-Ingenieurs bei der General-Direction für Straßen- und Wasserbau im Königreiche Italien angestellt. Als solcher erhielt er die Oberaufsicht und Leitung vieler zu jener Zeit im venetianischen Gebiete auszuführenden, mitunter sehr schwierigen und wichtigen Bauobjecte. Als im Jahre 1814 Venedig in österreichischen Besitz zurückgelangte, wurde R. provisorisch zum Director der Bauten und hydraulischen Arbeiten der k. k. Marine ernannt und zuletzt als k. k. Baudirector nach Dalmatien geschickt. In letzter Zeit bekleidete er die Stelle eines Directors der physikalisch-mathematischen Section am Ateneo Veneto. Romanó war auch nach verschiedenen Richtungen, vornehmlich jedoch in seinem Fache schriftstellerisch thätig. Mit Vincenz Dandolo [Bd. III, S. 148] im Vereine ereiferte er sich gegen die von Abbé Francesco Boaretti [Bd. II, S. 1] herausgegebene Schrift: „Pensieri sopra la trisezione dell’ Angolo“ (Venezia 1794, 4°.), ohne gerade siegreich aus diesem Kampfe hervorgegangen, als vielmehr von dem Angegriffenen mit dem Spottgedichte: „Cinque progetti di Pireforo Zanzara“ abgefertigt worden zu sein. Auch an der Frage über die Regulirung der Brenta, dieses tückischen Wassers, das die italienischen Bautechniker durch Jahrzehnde genarrt und aller ihrer Eindämmungen, Schleusen und anderen hydraulischen Experimente spottend, dieselben immer wieder zusammengerissen oder unter Wasser gesetzt hat, ist er nicht ganz glücklich gewesen, und in dem Meere der in dieser Frage vom Stapel gelassenen Schriften ist die seinige, ungeachtet sie zwei Bände umfaßt, verschwunden, so daß ich nicht einmal ihren Titel aufzufinden im Stande war. Bedeutender und wohl die bedeutendste seiner Schriften ist: „Coup d’oeil philosophique sur les pays occupés par les Cosaques du Don, ancienne communication découverte entre la mer Caspienne, celle d’Azow et la mer Noire“, 2 Bände (Mailand 1807, mit Taf., 8°.), wovon auch später eine italienische Uebersetzung erschienen ist. Seine im Jänner 1828 in einer Sitzung des Ateneo Veneto vorgetragene Abhandlung: „Memoria fisica sul Volcano sottomarino dell’ isola di Meleda nell Circolo di Ragusa“, welches merkwürdige Phänomen bis in die neueste Zeit die Aufmerksamkeit der Geologen in Anspruch nimmt, möchte wohl die letzte literarische Lebensäußerung R.’s gewesen sein. Bald darnach, schreibt Dandolo, dürfte er gestorben sein.

Dandolo (Girolamo), La caduta della Repubblica di Venezia ed i suoi ultimi cinquant’anni. Studii storici (Venedig 1858, Naratovich, 8°.) Appendice p. 346.