BLKÖ:Romano von Ringe, Johann Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Romanin, Samuel
Band: 26 (1874), ab Seite: 321. (Quelle)
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Romano von Ringe, Johann Ritter von (Architekt, geb. zu Constanz am Bodensee 10. October 1818). Sohn eines Kaufmanns, verlebte er die erste Jugend in Italien und kam im Alter von 15 Jahren nach Wien, wo er durch vier Jahre die Vorträge am polytechnischen Institute besuchte, und dann, dem Architecturfache sich zuwendend, seine künstlerische Ausbildung an der k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien vollendete, an welcher er durch drei Jahre arbeitete. Noch während seiner Studien an der Akademie, im Jahre 1838, wurde R. von der niederösterreichischen Regierung zum Assistenten für Land-, Wasser- und Straßenbau am polytechnischen Institute ernannt. Anfänglich hatte R. die Absicht, dem Lehrfache ausschließlich sich zu widmen, als die Bekanntschaft mit dem Reisenden Karl Alexander Freiherrn von Hügel [Bd. IX, S. 402] und durch diesen mit dem Fürsten Metternich wesentlichen Einfluß auf seine weitere Laufbahn nahm. R. etablirte sich nämlich als Architekt und leitete zunächst die Bauten des Baron Hügel auf dessen ländlicher Besitzung in Hietzing nächst Schönbrunn und jene des Fürsten Metternich auf dem Rennweg in Wien. Die Ausführungen derselben begründeten R.’s Ruf, der nun Aufträge von allen Seiten erhielt und unter dessen unmittelbarer Leitung hunderte von Bauobjecten in Wien und in der ganzen Monarchie entstanden. Besonders im Hochbau und im decorativen Gebiete zeigte sich R.’s Stärke. Der bisherige Zins-, Casernen- und Armenhäuserstyl wich einer geschmackvolleren Richtung, die sich ebenso in einer comfortablen luftigeren Eintheilung der inneren Räume, zu denen man durch prächtige Stiegenhallen gelangt, wie in einer harmonischen, dem Auge wohlthuenden, äußeren, decorativen Ausschmückung bekundet. Diese geschmackvollere Richtung wurde auch durch R.’s zahlreiche Baueleven, die sich zu seinen Bauleitungen förmlich drängten, in der ganzen Monarchie verbreitet. Als Minister Bach die Idee der Stadterweiterung erfaßte, war es neben Förster [Bd. IV, S. 270] auch Romano, der als Juror bei der Prüfung der Stadterweiterungspläne an der thatsächlichen Durchführung dieses Projectes wesentlichen Antheil nahm. Dabei wirkte R. auch vornehmlich in der Richtung, daß er, um das nun einmal angenommene Project zu verwirklichen, in seiner Stellung als praktischer und renommirter Architekt nach allen Seiten seinen Einfluß geltend machte, um Baulustige für die großen Stadterweiterungsgründe zu gewinnen. In dieser Richtung hatte er einen beinahe ungeahnten Erfolg. Der Stadterweiterungsfond fand eben durch diese seine Thätigkeit eine ebenso glänzende als rasche Abwickelung. Namentlich die Vollendung des durch seine Prachtbauten hervorstechenden Ringes – daher Romano’s Adelsprädicat – und der Bau der weitaus größten [322] Anzahl der durch ihre Ausführung das Auge in angenehmster Weise fesselnden Häuser und Paläste auf demselben ist sein Werk. Nebenbei sei denn auch bemerkt, daß er im Laufe seiner 30jährigen Wirksamkeit sowohl dem Staate wie der Commune Wien und dann vielen gemeinnützigen Genossenschaften und Vereinen durch Arbeit und Rath im Baufache nicht unwesentliche Dienste geleistet. So war er vom Jahre 1859 bis 1869 Mitglied der im letzteren Jahre aufgelösten Wiener Baucommission, wurde im letztgenannten Jahre Mitglied der Wiener Baudeputation, fungirte als Mitglied bei der Untersuchung des Rudolphspitals, als Juror für die Museen in Wien, als Schiedsrichter für die Pläne des zu erbauenden Rathhauses, als Preisrichter bei der im Jahre 1866 zu Wien abgehaltenen landwirtschaftlichen Ausstellung und war bei der Herrichtung des großen Landtagssaales für die Zwecke des Herrenhauses thätig. Von der großen Menge seiner Bauten seien beispielsweise erwähnt, außer dem schon erwähnten Palais Metternich am Rennweg, das Schloß Wolfsberg in Kärnthen, das Palais Hardegg auf der Freiung in Wien, die Synagoge in Brünn, das Schloß Merkenstein bei Vöslau; von seinen neueren Bauten in Wien das Wiener’sche Haus, das Amtsgebäude der Staatsbahn, das Oppenheim’sche Haus, alle drei auf dem Schwarzenbergplatze, das Pensionshaus der Czernowitz-Bahn, das daran stoßende von Karl Ritter von Suttner, beide der Wien entlang, u. m. a. R.’s Verdienste wurden auch in mannigfacher Weise gewürdigt, so wurde ihm mit ah. Entschließung vom 17. Jänner 1866 der Titel eines Baurathes und vom 23. October 1869 jener eines k. k. Oberbaurathes verliehen, mit ah. Entschließung vom 1. Mai 1866 wurde er wirkliches Mitglied der k. k. Akademie der bildenden Künste und im nämlichen Jahre Ritter des Franz Joseph-Ordens, im December 1870 erhielt er den Orden der eisernen Krone und wurde im Februar des folgenden Jahres in den österreichischen Ritterstand erhoben. Außerdem haben ihn Preußen, Braunschweig und Hannover mit Orden ausgezeichnet.

Ritterstands-Diplom ddo. 17. Februar 1871. – Neue freie Presse (Wiener polit. Blatt) 1868, Nr. 1485: „Neubauten“. – Porträt. Facsimile des Namenszuges: Joh. Romano. A. Dauthage (lith. 1854) (Jos. Stoufs, Halbfig., Wien). – Wappen. Von Gold und Roth quergetheilter Schild mit schwarzer, von acht goldenen Sternen – je drei zu beiden Seiten, je einen oben und unten, alle in gleicher Entfernung – besetzter Einfassung. Im oberen Felde wächst aus der Theilung ein schwarzer rothbezungter Doppeladler hervor. Das untere golden damascirte Feld ist mit einem silbernen Ringe belegt. Auf dem Schilde ruhen zwei zu einander gekehrte gekrönte Turnierhelme. Die Krone des rechten Helms trägt einen geschlossenen, vorn schwarzen, hinten goldenen Adlerflug, jenes zur Linken zwei mit den Mundlöchern von einander gekehrte, unterhalb diesen mit einem silbernen Ringe verbundene rothe, mit einem silbernen Querbalken bezeichnete Büffelhörner. Die Helmdecken des rechten Helms sind schwarz mit Gold, des linken roth mit Silber unterlegt. Unter dem Schilde verbreitet sich ein goldenes Band mit der Devise in schwarzer Lapidarschrift: „Voluntas ferrea“.