BLKÖ:Rosin de Doresil, Ignaz Sigismund Freiherr

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Rosier (Maler)
Nächster>>>
Rośkiewicz, Johann
Band: 27 (1874), ab Seite: 41. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Rosin de Doresil, Ignaz Sigismund Freiherr|27|41|}}

Rosin de Doresil, Ignaz Sigismund Freiherr (k. k. General-Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Trencsin in Ungarn im Jahre 1725, gest. in Siebenbürgen 22. Juli 1775). Officierssohn, der im Alter von 16 Jahren in die kaiserliche Armee trat und bei Ausbruch des siebenjährigen Krieges. 1756, bereits Major im 34. Infanterie-Regimente Adam Wenzel Graf, nachmals Fürst Batthyány wurde. Zuerst zeichnete sich Rosin bei Görlitz, dann bei Leuthen (5. December 1757) aus und wurde im ersteren Gefechte drei-, im letzteren zweimal verwundet. Große Bravour entwickelte er bei Hochkirch im Jahre 1758. Als Daun in der Nacht vom 13. auf den 14. October den König Friedrich in seinem dort aufgeschlagenen Lager überfiel, vertheidigten sich mehrere preußische Bataillone in dem von einer Mauer umrungenen Friedhofe mit außerordentlicher Tapferkeit, und bei den vergeblichen wiederholten Angriffen hatten unsere Truppen große Verluste erlitten. Nachdem aber General Lacy die auswärts der Mauer postirte Infanterie geschlagen und zurückgeworfen hatte, griff Rosin die innerhalb der Mauer sich vertheidigenden Truppen im Sturme an, bezwang sie, machte 18 Officiere und 400 Mann Gefangene und eroberte nebst vier Geschützen auch vier Fahnen. Für diese Waffenthat wurde er in der fünften Promotion (vom 23. Jänner 1760) mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Bald nach der oben beschriebenen Affaire rückte R. zum Oberstlieutenant, dann zum Obersten vor. Nachdem er zum General-Major befördert worden, erhielt er eine Brigade in Siebenbürgen. Als solcher trat er in den Ruhestand, starb aber bald darauf im Alter von fünfzig Jahren. Im Jahre 1760 ist R. den Statuten des Maria Theresien-Ordens gemäß in den Freiherrnstand erhoben worden.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 101 u. 1729.