BLKÖ:Rothkirch und Panthen, Karl Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Rothe, Karl
Band: 27 (1874), ab Seite: 105. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Karl von Rothkirch-Panthen in der Wikipedia
GND-Eintrag: 1028565518, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Rothkirch und Panthen, Karl Graf|27|105|}}

Rothkirch und Panthen, Karl Graf (Staatsmann, geb. zu Falkenau in Schlesien 2. December 1807, gest. zu Prag 31. März 1870). Graf Karl R. entstammt einer alten Familie, die zu den auserlesensten des schlesischen Adels gehört und über welche die Quellen S. 106 nähere Nachrichten geben. Sein Vater ist der berühmte Reiter-General Leopold Graf R., dessen Lebensskizze [S. 112] folgt. Seine Mutter Maria Anna ist eine geborne Gräfin Pötting-Persing. [106] Nach beendeten Studien trat er in der politischen Sphäre in den Staatsdienst, wurde Kreishauptmann in Czaslau und schlug im Jahre 1848 die ihm angetragene Stelle des Statthalters für Böhmen aus. Hingegen nahm er den geringeren Posten eines Kreispräsidenten von Eger an. Von Eger kam Graf Rothkirch als Landespräsident der Bukowina nach Czernowitz, als aber im Jahre 1860 die Administration dieses Kronlandes mit jener von Galizien vereinigt wurde, trat Graf Rothkirch in’s Privatleben zurück und erhielt bei dieser Gelegenheit die Würde eines geheimen Rathes, nachdem er die eines k. k. Kämmerers bereits seit dem Jahre 1836 bekleidete. Als nach dem für Oesterreich so verhängnißvollen Gołuchowski’schen Regime das Februar-Patent erlassen und der galizische Schlachciz in Gnaden entlassen wurde, trat Graf Rothkirch wieder in den Vordergrund, und die Verfassungstreuen, ihren Mann erkennend, wählten ihn im März 1861 mit 314 unter 322 Stimmen, also fast einstimmig, aus dem nicht mit einem Fideicommiß behafteten Großgrundbesitze in den böhmischen Landtag. Bald darauf (im April) wurde er in das Abgeordnetenhaus des österreichischen Reichsrathes entsendet, in welchem er im rechten Centrum auf der sogenannten Grafenbank neben Grafen Wratislaw Platz nahm und, so lange er im Reichsrathe saß – er legte später sein Mandat zurück – eine fruchtbare parlamentarische Thätigkeit entfaltete. Am 9. November 1863 wurde Graf Rothkirch zum Oberstlandmarschall des Königreichs Böhmen ernannt, welche Würde er bis zu seiner im September 1866 erfolgten Ernennung zum Statthalter bekleidete. Dieses Mal wagte es keine Zeitung, ihr Mißtrauensvotum über diese Ernennung durch einen schwarzen (Trauer-) Rand zu erkennen zu geben, wie es im Jahre 1848 der Fall war, in welchem das čechische Journal Verejni list bei der Nachricht, daß Graf Karl Rothkirch zum Statthalter von Böhmen bestimmt sei, mit einem Trauerrande erschien. In allen Aemtern, welche der Graf Zeit seines Lebens versah, bewährte er sich als charakterfester Cavalier, treu dem angestammten Herrscherhause, all’ seinen Einfluß und seine Thätigkeit für ein starkes und einheitliches Oesterreich einsetzend. Er zog sich zuletzt, 8. März 1867, ganz in die Ruhe zurück und erlag nach längerem Leiden einer Herzlähmung im Alter von 63 Jahren. Graf R. war (seit 24. Mai 1833) mit Barbara Gräfin Sweerts-Spork vermält, aus welcher Ehe keine Nachkommen vorhanden sind.

Presse (Wiener polit. Blatt) XIV. Jahrg. (1861), Nr. 259, im Sitzungsberichte des Abgeordnetenhauses. – Neue freie Presse 1866, Nr. 747: „Correspondenz aus Prag ddo. 26. September“; 1870, Nr. 2010: „Graf Rothkirch und Panthen“. – Bohemia (Prager polit. u. belletr. Blatt, 4°.) 1870, Nr. 79. – Waldheim’s Illustrirte Zeitung (Wien, kl. Fol.) II. Jahrgang (1863), S. 1208. – Fremden-Blatt. Von Gust. Heine (Wien, 4°.) 1866, Nr. 229 u. 266; 1870, Nr. 92, 94, in den politischen Tagesneuigkeiten. – Porträt. Holzschnitt nach einer Photographie in der Waldheim’schen Illustrirten Zeitung 1863, S. 1208.