BLKÖ:Rothkirch und Panthen, Leopold Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Rothkrepf
Band: 27 (1874), ab Seite: 112. (Quelle)
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Rothkirch und Panthen, Leopold Graf (k. k. Feldmarschall-Lieutenant, geb. 1. Februar 1769, gest. 29. März 1839). Aelterer Bruder des Grafen Leonhard [s. d. Vorigen]. Im November 1786 trat R. als Lieutenant in das Chevauxlegers-Regiment Hohenzollern. Den Feldzug gegen die Türken im Jahre 1789 machte er in der k. k. Hauptarmee mit, wurde Oberlieutenant, focht am Rhein und im Trier’schen und kam im Jahre 1792 als Adjutant zu dem General Karl Joseph Graf Kollonitsch [Bd. XII, S. 360, Nr. 9]. Im Feldzuge des Jahres 1793 kämpfte er mit seinem Regimente in der Schlacht bei Famars, in den Gefechten am Main und an der Lys und wohnte den Belagerungen von Valenciennes und Dünkirchen bei; in jenem des Jahres 1794 war er bei der Belagerung von Landrecy und in der Schlacht bei Tournay, wurde alsdann zum Hauptmann im General-Quartiermeisterstabe befördert, in welcher Eigenschaft er die Schlacht bei Fleurus mitmachte; im Jahre 1795 kämpfte er unter Feldzeugmeister Graf Wartensleben in verschiedenen Affairen und unter Feldmarschall-Lieutenant Fürst Hohenlohe auf dem Hundsrück, bei Bingen und Aremberg; im Jahre 1796 wohnte er in der Armee des Erzherzogs Karl den Schlachten und Gefechten bei Neresheim, Ingolstadt, Amberg, Sulzbach und Würzburg und der Belagerung von Kehl bei; im Jahre 1797 wurde er aber zuerst von dem Feldmarschall-Lieutenant Latour am Rhein, später von dem Feldzeugmeister Baron Kerpen in Tirol zu wichtigen Geschäften verwendet. Im Jahre 1799 stand er wieder in der Armee des Erzherzogs Karl und focht bei Ostrach und Stockach; führte als Chef des General-Quartiermeisterstabes das Corps des Prinzen Karl von Lothringen zum Ersatze vom Philippsburg, welcher auch gelang, und focht noch bei Neckarau und Mannheim; im Jahre 1800 in der Armee des Feldzeugmeisters Baron Kray eingetheilt, kämpfte er bei Ulm und wurde zum Major befördert, dann in den Schlachten und Gefechten bei Ochsenhausen, Landshut und in der Armee des Erzherzogs Johann bei Hohenlinden. Im Jahre 18053, bereits zum Oberstlieutenant im General-Quartiermeisterstabe befördert, stand er bei der Armee in Deutschland, Anfangs in Ulm, später in Vorarlberg. Nach seiner im Jahre 1806 erfolgten Ernennung zum Obersten im Chevauxlegers-Regimente O’Reilly that er sich im Jahre 1809 bei Aspern so hervor, daß er in Würdigung seiner Tapferkeit zum General-Major befördert wurde. Nicht minder zeichnete er sich bei Wagram, dann bei Znaim aus und wurde nach dem Waffenstillstande zum kaiserlichen Commissär ernannt, um im französischen Hauptquartiere über dessen Vollzug zu wachen. Während des Feldzuges im Jahre 1812 befand er sich als militärischer Bevollmächtigter [113] für das österreichische Auxiliarcorps im Hauptquartiere Napoleon’s I. Neue Lorbeern erkämpfte er sich im Jahre 1813 bei Dresden, vornehmlich aber bei Leipzig, wo er unter Nostiz eine Reiterbrigade commandirte und sich bei Ausführung jener, in der Kriegsgeschichte verherrlichten Cavallerie-Attaquen den Ruhm eines todesmuthigen Reitergenerals erwarb. Im Jahre 1814 befehligte er die Blockade der französischen Festung Auxonne; im folgenden Jahre versah er die Stelle eines General-Commandanten zu Ulm, Lörrach, endlich zu Colmar, wobei er zugleich zum Militär-Gouverneur der Departements des Ober- und Niederrheins ernannt wurde. In den darauffolgenden Friedensjahren wurde er zum Feldmarschall-Lieutenant befördert und fungirte als Divisionär zu Troppau, Kremsier, Lemberg, Mailand, Cremona, Vercelli, Voghera, Padua, Agram, Prag, Brünn und zuletzt wieder in Troppau, worauf er zum Oberlieutenant bei der 1. Arcièren-Leibgarde ernannt wurde und in dieser Stellung im hohen Greisenalter von 70 Jahren starb. Seit dem Jahre 1826 war er zweiter Inhaber des 4. Dragoner-Regiments Großherzog von Toscana. Sardinien hatte den General, der zugleich mit seinem Bruder Leonhard im Jahre 1826 in den Grafenstand erhoben worden, mit dem Großkreuz des St. Mauritius- und Lazarus-Orden, Rußland mit dem Wladimir-Orden ausgezeichnet. ]

Schels, Oesterreichische militärische Zeitschrift (Wien, 8°.) 1840, Bd. I, S. 48: Nekrolog. – Leitner von Leitnertreu (Theodor Ign.), Ausführliche Geschichte der Wiener-Neustädter Militär-Akademie (Hermannstadt 1852, Th. Steinhaussen, 8°.) Bd. I, S. 467 [Leitner gibt als Todesdatum den 29. Mai an, während die genealogischen Almanache der gräflichen Häuser den 29. März 1839 angeben].