BLKÖ:Rovelli-Rederer, Giacomina

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Rovisi, Valentin
Band: 27 (1874), ab Seite: 178. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 1042733333, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Rovelli-Rederer, Giacomina|27|178|}}

Rovelli-Rederer, Giacomina (Tonkünstlerin, geb. zu Wien um das Jahr 1800, gest. zu Verona um die Mitte der Fünfziger-Jahre). Sie ist eine Tochter des bekannten Compositeurs und Wiener Generalbaßlehrers Emanuel Förster [Bd. IV, S. 273] und heirathete den Violin-Virtuosen Pietro Rovelli, der viele Jahre als Hofconcertmeister in München angestellt war, im Jahre 1819 in seine Vaterstadt Bergamo zurückkehrte und daselbst am 8. September 1838 starb. Seine Frau Giacomina – so erscheint sie in italienischen Nekrologen genannt, in deutschen Musik-Lexicis heißt sie Micheline – zu ihrer Zeit als ausgezeichnete Pianistin gerühmt, vermälte sich nach Rovelli’s Tode mit einem Herrn Rederer, übersiedelte nach Mailand und begleitete ihre Tochter Constanze Rovelli, die als italienische Sängerin Ruf hatte, auf ihrer Bühnenwanderschaft, bis sie später ihren bleibenden Aufenthalt in Verona nahm. Giacomina genoß während ihres mehrjährigen Aufenthaltes in Bergamo als Virtuosin auf dem Piano allseitige Anerkennung und empfing in ihrem Hause Alles, was in der Musikwelt einen Namen hatte, wie Donizetti [Bd. III, S. 359], Simon Mayr [Bd. XVIII, S. 169, Nr. 108], Rubini u. A. Auch ihr Sohn aus erster Ehe, Emanuele Rovelli, war, wie sein Vater, ein ausgezeichneter Violinspieler. Während ihres Aufenthaltes in Mailand gab sie Unterricht im Clavierspiel und war als vortreffliche Meisterin nicht blos im Spiele, sondern auch in der Methode allgemein sehr gesucht.

Hanslick (Eduard), Geschichte des Concertwesens in Wien (Wien 1869, Braumüller, gr. 8°.) S. 238. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Ed. Bernsdorf (Dresden 1857, R. Schäfer, Lex. 8°.) Bd. III, S. 392. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Frz. Köhler, Lex. 8°.) S. 739.