BLKÖ:Sacco, Johanna

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Sacco, Luigi
Band: 28 (1874), ab Seite: 18. (Quelle)
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Sacco, Johanna (k. k. Hofschauspielerin, geb. zu Prag 16. November 1754, gest. zu Wien 21. December 1802). Sie ist eine geborne Richard, nach Drugulin’s Porträt-Katalog; Rischar nach de Luca. Im zartesten Kindesalter verlor sie beide Eltern und wurde von dem Schauspieler Köppe für das Theater erzogen. Schon mit acht Jahren, 1761, betrat sie in Kinderrollen die Bühne und wurde namentlich im Kinderballete verwendet. Im Alter von eilf Jahren debutirte sie zu Dresden in der Rolle der Pamela. Nun spielte sie an verschiedenen Bühnen zu Cöln, Mainz, Düsseldorf, Frankfurt a. M., München, Innsbruck und Salzburg, als Mitglied der Kurzischen Bühne. Im Jahre 1771 gewann sie der berühmte Schauspieler Brockmann [Bd. II, S. 152) für die Ackermann’sche Bühne in Hamburg, von wo sich ihr Ruf in der Theaterwelt verbreitete und wo sie dem Balletmeister Sacco die Hand reichte. Nach Baur hätte sie denselben erst in Wien geheirathet, was jedoch irrig sein dürfte, da sie in Wien bereits als Madame Sacco auftrat. Nach Auflösung der Ackermann’schen Gesellschaft ging sie 1774 nach Warschau, wo sie ein paar Jahre mit großem Beifall spielte. Als aber auch diese Gesellschaft sich auflöste, begab sie sich 1776 nach Wien, wo sie am 10. Juni in „Eugenie“ von Beaumarchais in der Titelrolle zum ersten Male auftrat und so gefiel, daß sie bleibend für die Hofbühne gewonnen wurde. In sentimentalen und heroischen Rollen glänzte sie vor allem und die Kaiserin Maria Theresia war ihre große Gönnerin. Auch Fürst Kaunitz, der sich durch Bühnengaukele! eben nicht hinreißen ließ, zählte zu ihren Bewunderern. 17 Jahre wirkte sie an der Hofbühne, dann zog sie sich in’s Privatleben zurück und verlebte, nachdem sie noch wenige Jahre vor ihrem Tode zum zweiten Male geheirathet hatte, auf ihrem geschmackvollen Landsitze zu Schönbrunn die letzten Jahre. Ein Zeitgenoß berichtet über sie: „in tragischen Rollen, besonders in solchen, wo Liebe und Haß abwechseln, war sie eine große Meisterin; mit ihrer höchst interessanten Stimme konnte sie anfangen, was sie wollte; und ihre Action war durchaus Ideal einer edlen Wahrheit. Außerdem dankte sie der Natur eine schöne Figur und ein einnehmendes Gesicht“.

Baur (Samuel), Allgemeines historisch-biographisch-literarisches Handwörterbuch aller merkwürdigen Personen, die in dem ersten Jahrzehend des neunzehnten Jahrhunderts gestorben sind (Ulm 1816, Stettini, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 355 [nach diesem geb. im Jahre 1750]. – (Přiba) Gallerie von deutschen Schauspielern und Schauspielerinen der älteren und neueren Zeiten (Wien 1793 [Sander in Berlin], 8°.) S. 192. – (De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1778, v. Trattnern, 8°.) I. Bds. 2. Stück, S. 383. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. IV, S. 457 [nach dieser und nach de Luca geb im Jahre 1754]. – [19] Porträte. 1) Oberhalb im Rahmen: Joanna Sacco als Elfride. Unterhalb, unter dem Bildrande rechts: Joan Tusch pinx., links: Cl. Kohl sc., in der Mitte: Erkennt in ihr den Stolz der teutschen Bühne, I Die Lieblingstochter der Natur! | Wer malt so treu, wie sie, Elfridens Jammermiene? | Wer folgt so kühn, wie sie, der Leidenschaften Spuhr (sic)? J. F. Ratschky. Herausgegeben und zu finden bey Artaria u. Comp. in Wien (kl. Fol.); – 2) Wahr sc. (Radirung, 8°.); – 3) Unterschrift: Mad. Sacco geb. Richard als Eugenie. Du hast gesiegt. Geyser sc. (12°.); – 4) Schattenriß mit der Unterschrift: Madam Sacco geb. Richard. Endner fec. (12°.).