BLKÖ:Seldern, Alphons Graf von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Selb, Karl
Band: 34 (1877), ab Seite: 43. (Quelle)
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Seldern, Alphons Graf von (k. k. General-Major, geb. zu Egyed im Oedenburger Comitate Ungarns am 30., nachdem Genealogischen Almanach am 20. November 1810, gest. zu Karlsbad 17. Mai 1862). Aus alter Familie, über welche die Quellen, S. 44, Näheres berichten. Ein Sohn des k. k. Kämmerers Johann Graf Seldern, aus dessen Ehe mit Karoline Gräfin Festetics de Tolna. Graf Alphons in der Neustädter Militär-Akademie erzogen, kam 1828 als Lieutenant zu Sachsen-Kürassiere Nr. 3. Stufenweise vorrückend, wurde der Graf 1850 Major im Regimente, 1851 Oberstlieutenant bei Hardegg-Kürassiere Nr. 7 und noch im December d. J. Oberst dieses Regiments. Im März 1859 zum General-Major und Cavallerie-Brigadier befördert, wurde er zur Dienstleistung im Kriegsministerium und zwar als Vorstand der vierten Section (Armee-Remontirung, Gestüte und Militär-Fuhrwesen) provisorisch berufen. Nach der neu eingetretenen Organisirung des Kriegsministeriums wurde Graf S. seines Dienstes enthoben und ging als Cavallerie-Brigadier nach Oedenburg und in dieser Stellung raffte ihn im Alter von erst 52 Jahren, nachdem er vergeblich in Karlsbad Heilung für seine Leiden gesucht, der Tod dahin. Graf Alphons war ein tüchtiger Reiterofficier und bereits als Lieutenant wurde er viele Jahre hindurch als Lehrer der Officiers- und Cadetten-Regiments-Equitation in der Stabsstation Oedenburg verwendet. An den Feldzügen der Jahre 1848 und 1849 [44] nahm er als Escadronscommandant Theil. Er stand bei der Südarmee im Corps des Feldzeugmeisters Grafen Jelacic, in der Cavallerie-Division des Feldmarschall-Lieutenants Baron Ottinger und hatte sich in der Schlacht bei Hegyes, am 14. Juli 1849, so ausgezeichnet, daß ihm Se. Majestät der König von Sachsen als Regimentsinhaber das Ritterkreuz des militärischen Heinrich-Ordens verliehen hat. Graf Alphons galt in der Armee für einen der vorzüglichsten Cavalleriecommandanten. Im Regimente selbst ungemein beliebt, überreichte dasselbe dem Grafen anläßlich seines Ausscheidens, als er 1859 zum General-Major befördert wurde, ein kostbares Erinnerungszeichen, nämlich eine in Silber gearbeitete Figur zu Pferde, einen Kürassier in voller Rüstung vorstellend, auf einem weißmarmornen Piedestal stehend. Auf dem mit kriegerischen Emblemen gezierten Schildern des Sockels waren die Namen der sämmtlichen Officiere des Regiments eingravirt. Der Graf war überdieß mit Orden von Seiten Rußlands, Preußens und Braunschweigs ausgezeichnet worden.

Hirtenfeld (J.), Oesterreichischer Militär-Kalender (Wien, kl. 8°.) XVI. Jahrg. (1865), S. 165. – Militär-Zeitung. Herausg. von Hirtenfeld (Wien, 4°.) 1862, S. 326. – Thürheim (Andreas Graf)[WS 1] Die Reiter-Regimenter der k. k. österreichischen Armee (Wien 1862, F. B. Geitler, gr. 8°.) I. Bd.: Die Kürassiere und Dragoner, S. 95, 99, 190 und 191.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: (Anreas Graf).