BLKÖ:Senitzer, Paul Maria Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Sengwein, Gottlieb
Band: 34 (1877), ab Seite: 114. (Quelle)
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Senitzer, Paul Maria Freiherr (k. k. General-Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Freiberg bei Gleisdorf in Steiermark im Jahre 1760, gest. zu Essegg 20. Juni 1830). Sein Vater war Verwalter. Der Sohn trat, erst 15 Jahre alt, in die kaiserliche Armee, war zur Zeit des bayerischen Erbfolgekrieges Fähnrich bei Kolowrat-Infanterie und hat seit 1778 alle Gefechte, Stürme, Schlachten und Belagerungen der französischen Kriege, welchen die Truppen, denen er angehörte, beigewohnt, mitgemacht und ist fünfmal verwundet worden. In mehreren derselben aber hat er sich durch ungewöhnliche Umsicht und Tapferkeit ausgezeichnet. So hatte er in der Schlacht bei Novi, 1799, als Grenadier-Hauptmann mittelst eines Bajonnetangriffs, den Feind vom Berge Serravalle vertrieben, war ihm darauf in die Flanke gefallen, hatte der Armee den Sieg vorbereitet und bei dieser Gelegenheit über 1000 Mann theils österreichischer, theils russischer Truppen aus der Gefangenschaft befreit. Im Feldzuge [115] des Jahres 1809 gab er wiederholt Proben seines seltenen Mannesmuthes, so als Oberst des Infanterie-Regiments Benjowsky, als er nach der Schlacht bei Wagram den Rückzug der Armee deckte, und dann den Auftrag erhielt, Hollabrunn bis auf den letzten Mann zu vertheidigen. S. kam diesem Auftrage vollkommen nach; ungeachtet der wiederholten heftigsten Angriffe des Feindes, und obgleich das Dorf bereits in Flammen aufging, hielt Oberst Senitzer Stand bis Mitternacht, worauf erst ihm der Befehl zum Rückzuge zukam. Während dieser muthvollen Vertheidigung konnte die Armee die Nacht über in Ruhe verbringen und der weitere Rückzug später ungestört fortgesetzt werden. Für diese Heldenthat erkannte ihm der Erzherzog-Generalissimus mit Armeebefehl vom 13. Juni das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens zu. Nicht minder brav bewährte sich S. im Feldzuge des Jahres 1812 und als Brigadier in jenen der Jahre 1813–1815 in Italien. In Italien widersetzte sich S., als General Decouchy über Castro und Rovardire gegen Rovigo vordrang und den Uebergang der Schiffbrücke bei Boara, wo Oberst S. mit nur vier Compagnien als Deckung aufgestellt war, forciren wollte, den Angriffen der Cavallerie des Generals auf das entschiedenste, und zwang ihn, nicht nur davon abzustehen, sondern warf ihn bis Rovigo zurück. Im Feldzuge des Jahres 1815 befehligte S. unter Bianchi als General-Major eine Infanterie-Brigade; mit derselben überfiel er, als er am 14. April bei Vignola den Panaro übersetzte, das Lager der feindlichen Nachhut und machte ansehnliche Beute; in der Schlacht bei Tolentino aber, am 2. und 3. Mai, warf er am ersten Schlachttage Murat’s rechte Colonne nach hartnäckigem Kampfe in die Wälder von Monte Milane zurück und am folgenden Tage wies er die Angriffe des Königs auf die Höhen von Madia blutig ab. Nun schloß er die Festung Pescara ein, begann am 25. Mai die Beschießung, worauf am 28. schon die Capitulation erfolgte, in Folge welcher, außer reichen Vorräthen an Munition und Lebensmitteln, 80 Geschütze und die Besatzung mit 50 Officieren in seine Hände fielen. In der Folge kam S. zur Occupations-Armee nach Frankreich, wurde 1814 Brigadier in Mitrowitz, wo er 1824 sein 50jähriges Dienstjubiläum feierte, und im April 1826 erhielt er über sein eigenes Ansuchen das Festungs-Commando von Essegg, wo er im Alter von 70 Jahren starb. Den Statuten des Maria Theresiens-Ordens gemäß, wurde S. im Jahre 1821 in den Freiherrnstand erhoben.

Freiherrn-Diplom vom März 1822. – Steiermärkische Zeitschrift. Redigirt von Dr. G. F. Schreiner, Dr. Albert von Muchar, C. G. Ritter von Leitner, A. Schrötter (Grätz, 8°.) Neue Folge, VI. Jahrgang (1841), 2. Heft. S. 60. – Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 1040 u. 1747.
Wappen. Quadrirter Schild. 1 und 4 in Roth, ein aus dem unteren Rande hervorwachsender geharnischter[WS 1], goldgekrönter Mann, der in der rechten Hand eine natürliche Lerche hält; 2 und 3 in Blau, drei grüne Hügel, deren mittlerer höher ist und drei beblätterte, oben mit Blumen versehene Tulpenstengel trägt. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf welcher ein in’s Visir gestellter, gekrönter Turnierhelm sich erhebt, aus dessen Krone der geharnischte Mann mit der Lerche aus Feld 1 und 4 hervorwächst. Die Helmdecken sind rechts roth, mit Gold, links blau, mit Silber unterlegt.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: geharnischer.