BLKÖ:Starhemberg, Georg Adam Fürst

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Starhemberg, Georg
Band: 37 (1878), ab Seite: 176. (Quelle)
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22. Georg Adam Fürst S. (geb. zu Brüssel 1. August 1785, gest. zu Wien 7. April 1860), vom fürstlichen Ast. Der älteste Sohn des Fürsten Ludwig Joseph Max, damals, als Georg Adam geboren wurde, kaiserlichen Gesandten am Brüsseler Hofe, und Luise Franziskas [177] Prinzessin von Arenberg, und Enkel des gleichnamigen Fürsten Georg Adam, ehemaligen Gesandten am großbritannischen Hofe. Auch der Enkel sollte sich der diplomatischen Laufbahn zuwenden, aber seine Kränklichkeit, die ihn im Alter von acht Jahren befiel, verhinderte die Ausführung dieses Vorhabens. Als er zehn Jahre alt war, folgte Georg Adam seinem zum österreichischen Gesandten in London ernannten Vater nach England, und dort war es, wo, durch vielfache Anregungen gehoben. sich die Liebe zur Musik im Herzen des jungen Grafen festsetzte und immer mehr steigerte. Sowohl in London als auch auf der Insel Wight, auf welcher sein Vater eine Besitzung hatte, und wo er mit seinen Eltern die Sommermonate zuzubringen pflegte, fanden im Hause wöchentliche, oft auch tägliche Musikunterhaltungen statt, zu denen die bedeutendsten musikalischen Kräfte beigezogen wurden. Der Vater selbst blies die Flöte, die Mutter spielte mit Virtuosität und Passion das Piano und wirkte bei Musikaufführungen meist persönlich mit. So blieb ihm die Musik, die er mit besonderer Bevorzugung classischer Meister – Haydn und Beethoven, welch letzteren er noch persönlich gekannt, waren seine Lieblinge – betrieb, sein Lebelang eine treue Begleiterin. Dabei war er Künstlern ein Beschützer, seinen Dienern ein Vater, den Armen ein Wohlthäter. Der Fürst selbst spielte mit Vollendung das Piano. Fürst Georg Adam war seit 1842 mit Aloysia Fürstin Auersperg vermält. Als der Fürst im Alter von 75 Jahren kinderlos starb – der wenige Monate vorher erfolgte Tod seiner Lieblingsschwester Leopoldine verwitweten Gräfin Thürheim hatte ihn tief erschüttert – ging Majorat und Fürstentitel auf seinen Neffen, den Grafen Camillo Rüdiger [siehe d. S. 197] über. [Linzer Zeitung 1860, Nr. 89, im Feuilleton: „Ein Nachruf.“ Von Bernhard Rothenstein. Dieser Nachruf ist auch im Gmundner Wochenblatt 1860, Nr. 18 und den Zellner’schen Blättern für Musik 1860, Nr. 29 nachgedruckt.] –