BLKÖ:Stein von Nordenstein, Karl

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Stein, Karl
Band: 38 (1879), ab Seite: 31. (Quelle)
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Stein von Nordenstein, Karl (Militär, geb. zu Wandorf in Ungarn 18. März 1825, gest. als kaiserlich russischer Stabsofficier und Commandant eines Kosacken-Regiments im Kaukasus). [32] Sohn des k. k. Oberstlieutenants und Commandanten des Wiener Garnisonsspitals Franz Stein von Nordenstein, welcher in den französischen Feldzügen im 3. Kürassier-Regiment Prinz Albert von Sachsen-Teschen gedient und als bewährter Officier, in Folge seiner langen Dienstzeit, den erbländischen Adelstand mit obigem Prädicate erhalten hatte. Der Sohn trat im October 1836 in die k. k. Wiener-Neustädter Militär-Akademie, aus welcher er am 29. September 1843 als Lieutenant zu Hessen-Homburg Infanterie Nr. 19 ausgemustert wurde. Im Jahre 1847 quittirte er, ließ sich aber 1848 zum 3. Chevauxlegers-Regiments, damals Erzherzog Ferdinand Max, jetzt 8. Uhlanen-Regiment), als Gemeiner assentiren, ward sogleich Wachtmeister und am 1. Juli 1848 zum Lieutenant im Regimente befördert. Im Feldzuge 1849 in Siebenbürgen fand Lieutenant von Stein wiederholt Gelegenheit zur Auszeichnung. Schon am 5. November 1848, bei Erstürmung des Szekler-Lagers bei Radnoth an der Maros hatte sich Stein durch seine kaltblütige Tapferkeit das volle Lob seines, diese Expedition commandirenden Rittmeisters Armand von Kalchberg [Band X, S. 384] erworben. Besonders aber hatte er sich am 9. März 1849 bei dem Rückzuge der kaiserlichen Truppen, nach der Schlacht bei Mediasch, gegen Hermannstadt, im Gefechte bei Klein-Kapos ausgezeichnet, indem er, als er mit seinem Zuge bei der äußersten Arrièregarde sich befand, durch wiederholte Attaken die ungestüm andrängenden Huszaren der ehemaligen k. k., nunmehr treubrüchigen Regimenter König von Preußen und Coburg, welche seiner Abtheilung an Macht weit überlegen waren, zurückwarf und so den Rückzug deckte und sicherte. Bei dem feindlichen Ueberfalle auf dem weiteren Rückzuge der kaiserlichen Truppen in die Wallachei am 17. März zu Sarkany half Stein mit 15 Chevauxlegers zwei bereits vom Feinde genommene Geschütze wieder zurückerobern. Mittlerweile zum Oberlieutenant befördert, wurde Stein im Sommerfeldzuge 1849 als Ordonnanz-Officier des Commandanten des Siebenbürgischen Armee-Corps verwendet, in welcher Eigenschaft er mit vielem Erfolg die schwierigsten Aufträge vollzog und am Schlusse des Feldzuges mit dem Orden der eisernen Krone III. Classe und dem kaiserlich russischen St. Annen-Orden III. Classe mit den Schwertern decorirt wurde. 1853 quittirte er abermals den Dienst und trat 1854 in russische Dienste als Officier in ein am Kaukasus gegen die Tscherkessen im Kampfe stehendes Kosacken-Regiment; auch hier that er sich durch Tapferkeit hervor, erhielt mehrere Decorationen, worunter den russischen Ehrendegen der Tapferkeit mit dem Georgsbande und stieg rasch zum Stabsofficier (Oberstlieutenant) und Commandanten eines Kosacken-Regimentes empor, als welcher er 1870 an der Cholera gestorben, nach Svoboda aber in einem Gefechte gefallen sein soll. Stein war ein eminent tapferer, umsichtiger Officier, voll Bravour vor dem Feinde; nur in die ruhigen Verhältnisse des Friedens konnte er sich eben nicht finden, weßhalb er zuletzt Dienste in der russischen Armee nahm, die seiner Kampflust hinreichend Gelegenheit bot.

Svoboda (Johann). Die Zöglinge der Wiener Neustädter Militär-Akademie, von der Gründung des Institutes bis auf unsere Tage (Wien 1870, Geitler, schm. 4°.) Sp. 727. [33]Thürheim (Andreas Graf), Licht- und Schattenbilder aus dem Soldatenleben und der Gesellschaft. Tagebuch-Fragmente und Rückblicke eines ehemaligen Militärs (Prag 1876, H. Dominicus, 8°.), S. 179. – Derselbe, Die Reiter-Regimenter der k. k. österreichischen Armee (Wien 1862, F. K. Geitler, gr. 8°.) III. Bd., die Uhlanen, S. 210, 211 und 214.