BLKÖ:Székely, Alexander (Poet)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 42 (1880), ab Seite: 13. (Quelle)
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Székely, Alexander (ungarischer Poet, geb. in Siebenbürgen am 13. September 1797, gest. im Jahre 1852). Ein Sproß der Adelsfamilie der Székely von Aranyos-Rákos und Ó-Torda, deren Stammtafel vom Beginne des 17, Jahrhunderts und Wappenbild Iván Nagy in seinem mehrerwähnten Adelswerke „Magyar családai“ mittheilt. Alexander, der Sohn des unitarischen Priesters Stephan (gest. 1823) aus dessen Ehe mit Clara Szekeres (gest. 1847), studirte zu Keresztur in Siebenbürgen, dann zu Klausenburg und zuletzt in Wien. Im Jahre 1822 wurde er Pfarrer[WS 1] der Unitarier-Gemeinde zu Torda und an deren Lehranstalt Professor der Theologie. Als Bischof der Unitarier starb er im Alter von erst 55 Jahren. Gabriel Döbrentei, der eben in jenen Tagen, da Székely seinen Studien oblag, mit seinem Zöglinge, dem Grafen Ludwig Gyulay in Siebenbürgen weilte und durch seine poetischen Werke die Aufmerksamkeit der Jugend erregt hatte, blieb auch auf unseren Székely nicht ohne Einfluß, der sich gar so weit erstreckte, daß Székely anfänglich einen von Döbrentei selbst behandelten Stoff: den Sieg auf dem Brotfelde, zum poetischen Vorwurfe nahm. Dieser erste epische Versuch: „A kenyérmezői harcz“, d. i. Die Schlacht auf Kenyérmezö, blieb unvollendet. Hierauf schrieb er in der alkäischen Strophe ein großes Epos: „Vienniasz“, in 25 Gesängen; es scheint ungedruckt geblieben zu sein; [14] diesem folgte: „A Székelyek Erdélyben“, d. i. Die Szekler in Siebenbürgen, das im Jahrgange 1823 des magyarischen Taschenbuches „Hebe“ erschienen ist. Der Literarhistoriker Ungarns Franz Toldy schreibt über dieses Gedicht, das vier Gesänge in Hexametern umfaßt: „Glückliche Composition, rege Phantasie, sich zur Romantik hinneigend, echt poetischer Vortrag bürgen für den Beruf des Verfassers zu diesem Genre, obwohl wir andererseits gestehen müssen, daß das Ganze mehr eine nachlässig hingeworfene Skizze, als ein ausgeführtes Gedicht ist“. Im Jahrgange 1828 des „Koszorú“, d. i. Der Kranz, erschien Székely’s Epos „Mohács“, in vier Gesängen und gleichfalls in Hexametern, in welchem Werke aber die Kritik keine fortgeschrittene Kunstbildung entdeckte. Der schon genannte Literarhistoriker Toldy bemerkt schließlich in Bezug auf Székely, von dessen schriftstellerischer Thätigkeit nur noch bekannt ist, daß er mit einer Uebersetzung der „Luisiade“ des Camoens beschäftigt war: „Székely’s epische Versuche waren es vornehmlich, welche dem seelenvollen Czuczor [Bd. III, S. 120] und dem phantasiereichen Vörösmarty den Impuls gaben, die epische Harfe zu ergreifen“. Von Székely sind sonst nur noch einzelne zerstreut gedruckte lyrische Gedichte bekannt.

Handbuch der ungarischen Poesie u. s. w. In Verbindung mit Julius Fenyéry herausgegeben von Franz Toldy (Pesth und Wien 1828, G. Kilian u. K. Gerold, gr. 8°.) Bd. II, S. 558. – Dux (Adolph), Aus Ungarn (Pesth 1850) S. 39. – Toldy (Ferencz), A Magyar nemzeti irodalom története a legrégibb időktől a jelenkorig rövid előadásban, d. i. Geschichte der ungarischen National-Literatur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. In gedrängtem Umriß (Pesth 1864–1865, Gust. Emich, gr. 8°.) S. 235.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Pfarer.