BLKÖ:Takács, Judith

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 43 (1881), ab Seite: 29. (Quelle)
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Takács, Judith (ungarische Dichterin, geb. zu Duka im Eisenburger Comitate Ungarns am 8. August 1795, gest. zu Felsö-Patyon im nämlichen Comitate am 15. April 1836). Judith ist nicht zu verwechseln mit der Novellendichterin Eva Takács, von welcher im Jahre 1829 zu Ofen ein Band Novellen erschien. Judith stammt aus einer altadeligen ungarischen Familie, und ihre Großmutter Susanna Takács war die Gattin des seinerzeit gefeierten Dichters Daniel Berzsenyi [Bd. I, S. 344]. Sie schrieb unter dem Pseudonym Malvina. Ein ihrem kranken Vater zu dessen Geburtstage gewidmetes Gedicht, welches demselben große Freude machte, gab den ersten Impuls, ihre Dichtergabe immer wieder von Neuem zu erproben; bald gingen ihre Gedichte von Hand zu Hand und kamen so auch zur Kenntniß mancher Dichter, welche damals von der Nation gefeiert wurden und nun in der jungen Dame eine begabte Collegin begrüßten, der sie gern ihre Huldigungen darbrachten. So erklang denn ihre Leier bald bei dem Besuche eines Freundes ihrer Familie, bald bei dem Tode einer geliebten Freundin oder einem anderen freudigen oder traurigen Anlasse, und ihre Gedichte, in Abschriften verbreitet, wurden [30] mehr gelesen, als wenn sie gedruckt in einem Bande erschienen wären, den Niemand kauft. Manches, was für weitere Kreise geeignet erschien, wurde auch in belletristischen Blättern jener Tage gedruckt, und so geschah es, daß, als der bekannte Mäcen der ungarischen Literatur Georg Graf Festetics, der Stifter des Georgikons. die Summe von 800 fl. zu Prämien für die Beförderer der Nationalliteratur widmete und von diesem Gelde Georg Fejér 300 fl., Benedict Virág 200 fl. und Berzsenyi 200 fl. erhielt, auch Judith Takács mit einer Prämie von 100 fl. betheilt wurde. Sie verheiratete sich zweimal, zuerst mit Franz Göndöcz, und nachdem dieser, mit dem sie nach Felsö-Patyon übersiedelt war, das Zeitliche gesegnet hatte, im Jahre 1832 mit Stephan Patyi. Erst 41 Jahre alt, starb sie als Mutter mehrerer Kinder an der Lungenschwindsucht. Ihre in Handschrift vorhandenen, sowie ihre zerstreut gedruckten Gedichte sammelte Alexander Joseph Horváth [Bd. IX, S. 319], und Gabriel Döbrentei [Bd. III, S. 340] übergab dieselben der ungarischen Akademie der Wissenschaften, in deren Archiv sie aufbewahrt werden. Sie umfassen zwei Bände, der erste enthält ihre Lieder, Oden, poetischen Episteln. Allegorien und einige Prosastücke; der zweite Band ihren Briefwechsel mit oberwähntem Jos. Alex. Horváth und mit Franz Takács. Nach ihrem Geburtsorte Duka wird Judith auch Takács-Dukai genannt. Eine Auswahl ihrer Gedichte und ihre ausführliche Biographie theilt Franz Toldy in dem in den Quellen bezeichneten Werke mit.

Dudumi (Demeter), Pesther Briefe über Literatur. Kunst, Theater und gesellschaftliches Leben (Pesth 1856, Lauffer und Stolp, 8°.). Zweite (und letzte) Lieferung, S. 84. – Toldy (Ferencz), A Magyar költészet kézikönyve a Mohácsi vésztől a legujabb időig, d. i. Handbuch der ungarischen Dichtung von der Schlacht bei Mohács bis auf unsere Tage (Pesth 1857, Gust. Heckenast, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 234–243.