BLKÖ:Tanárky, Alexander

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Tanárky, Gedeon
Band: 43 (1881), ab Seite: 39. (Quelle)
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Tanárky, Alexander (k. k. Major, geb. zu Bia in Ungarn im Jahre 1784, gest. am 29. December 1838). Sein Vater, reformirter Prediger, leitete persönlich die Ausbildung des Sohnes. Dieser trat 1806 im Alter von 22 Jahren als Officier in das Graf Sztáray-Infanterie-Regiment Nr. 33 ein. Er kam später nach Wien und bestand daselbst die Prüfungen aus den Geniewissenschaften. 1809 wurde er Hauptmann in dem von den Ungarn aufgestellten Insurrectionsheere, aus welchem er nach dem Friedensschlusse in die active Armee überging. Im Auftrage des Kriegsministeriums unterzog er sich der topographischen Aufnahme Siebenbürgens, welche auch zum größeren Theile von ihm ausgeführt wurde. Am Feldzuge 1812 nahm er in einem der nach Galizien bestimmten Grenadierbataillone Theil. Nach Beendigung desselben kam er als Professor in die Wiener-Neustädter Militär-Akademie, aus welcher er aber bei Ausbruch des Krieges 1813 wieder zur activen Armee, und zwar im Armee-Corps des Erzherzogs Ferdinand d’Este eingetheilt wurde. Nach Schluß dieses Feldzuges, in welchem er sich bei der Recognoscirung der Festung Auxonne besonders ausgezeichnet hatte, ward er mit der topographischen Aufnahme der eroberten französischen Provinzen beauftragt. Im Jahre 1831 kam er mit seinem Regimente nach Italien und marschirte 1834 bei Ausbruch der Unruhen in der Romagna, mittlerweile zum Major befördert, dahin ab. Nach einiger Zeit trat er in den Ruhestand über. Die vorstehenden Nachrichten über Tanárky’s Lebensgang sind den oberflächlichen und wenig zuverlässigen Mittheilungen ungarischer Quellen entnommen. Im Auftrage des Erzherzogs Palatin Joseph verfaßte der in Rede Stehende das Kriegsreglement für die Fußtruppen der ungarischen Adelsinsurrection, schrieb ferner die Geschichte des Huszaren-Regiments Erzherzog Ferdinand d’Este Nr. 3 von dem Beginne des französischen Krieges bis zum Frieden von Luneville. Diese Schrift ist in den Jahrgängen 1822 und 1823 der „Tudományos gyüjtemény“, d. i. Wissenschaftliche Sammlung, abgedruckt, und soll in derselben auch seine ungarische Uebersetzung der „Grundsätze der Strategie“ des Erzherzogs Karl erschienen sein. Im September 1837 wurde Tanárky von der ungarischen Akademie der Wissenschaften zum Mitgliede gewählt und im folgenden Jahre, kurz vor seinem Tode, in die kriegswissenschaftliche Section des von dem Grafen Festetics gestifteten gelehrten Vereines aufgenommen. Seine zahlreichen deutschen Arbeiten befinden sich in Handschrift. – Sein Sohn Julius (geb. 1815) beendete in Ungarn die Studien, widmete sich der rechtswissenschaftlichen Laufbahn und wurde Advocat, gab aber später seine Praxis auf, wendete sich der Landwirthschaft zu und wirkte zugleich als Professor an der landwirthschaftlichen Schule zu Bernstein im Eisenburger Comitate. 1847 war er [40] Director des Gutes Szécseny. An der Bewegung des Jahres 1848 nahm er thätigen Antheil, er rettete die Kinder Pulszky’s und als er nach Besiegung der Rebellion flüchten mußte, begab er sich zu dem bereits in London weilenden Pulszky. 1860 fungirte er als Secretär Kossuth’s, mit dessen Frau er verwandt ist. Dann aber kehrte er wieder zu Pulsky zurück, welcher sich mittlerweile in Florenz niedergelassen hatte. Diese Angaben rühren aus Kertbeny’s unten bezeichneter Schrift her.

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1856, Gustav Emich, 8°.) Bd. I, S. 571. – Kertbeny (K. M.), Die Ungarn im Auslande. I. Namensliste ungarischer Emigration seit 1849. 2000 Nummern mit biographischem Signalement (Brüssel und Leipzig 1864, Kießling und Comp., 8°.) S. 65, Nr. 1699.