BLKÖ:Thomas, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 44 (1882), ab Seite: 253. (Quelle)
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Thomas, Franz (Bildnißmaler, geb. zu Warnsdorf in Böhmen am 2. Februar 1813). Die ersten Anfangsgründe in der Kunst erlernte er von seinem Vater, der in dem durch starke Baumwollen-Fabrikation und Druckerei bekannten Warnsdorf an der sächsisch-lausitz’schen Grenze als Musterzeichner lebte. Im Alter von 19 Jahren kam er nach Leitmeritz, wo er bei einem Meister Namens Johann Geuß von 1832 bis 1834 Unterricht im Malen erhielt. Von 1834 bis 1837 besuchte er die Kunstakademie in Prag. Von da in seine Heimat zurückgekehrt, verlebte er das folgende Jahr in der Umgebung von Warnsdorf, mit Malen von Bildnissen und christlichen Darstellungen beschäftigt. Im October 1838 begab er sich nach Wien, wo er an der Akademie der bildenden Künste seine künstlerische Ausbildung fortsetzte, bis er im April 1842 nach Dresden ging, um in der Galerie daselbst die Meisterwerke der Kunst zu copiren und sich in seinem Fache zu vervollkommnen. Im October g. J. verließ er letztgenannte Stadt, im Jahre 1843 ging er nach Linz, wo er mehrere Bildnisse malte, mit denen er Beifall fand, und seit dieser Zeit lebte er in Oberösterreich und längere Zeit auch in Kremsmünster, mit Bildnißmalen und Anfertigung von Heiligenbildern für oberösterreichische Kirchen beschäftigt. So malte er daselbst auch die Fresken in der Mariencapelle der Stiftskirche, restaurirte mehrere Gemälde der Sammlung des Stiftes und copirte für diese die „Lautenschlägerin“ von Amerling. Im Jahre 1862 vollendete er im Auftrage der Linzer Gemeindevertretung ein lebensgroßes Bildniß Seiner Majestät des Kaisers Franz Joseph. Vor einigen Jahren kehrte er in seinen Geburtsort Warnsdorf in Böhmen zurück, wo er zur Zeit noch künstlerisch thätig ist. Thomas wird von Kennern insbesondere als Bildnißmaler gerühmt, er war sehr glücklich im Treffen, wahr in der Farbe, geschickt in der charakteristischen Auffassung und sorgfältig in der Behandlung. Ueber einen anderen Franz Thomas siehe die Quellen, S. 254, Nr. 2.

Linzer Zeitung, 1868, Nr. 234, im Feuilleton: „Die Porträts des Malers Thomas in Kremsmünster“.