BLKÖ:Thun, Sigmund Alphons

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 45 (1882), ab Seite: 35. (Quelle)
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76. Sigmund Alphons (geb. in Castell-Thun 7. November 1621, gest. zu Brixen 2. Februar 1677), ein Sohn des Wolfgang Dietrich von der Linie [36] Castell-Thun aus dessen Ehe mit Margarethe von Thun von der Linie Castell-Brughier, wurde 1641 Canonicus, 1652 Erzdechant und 1663 Fürstbischof von Brixen. Die Wahl zu letzterem Posten, zu welcher der Canonicus Vintler und der Decan Joseph Victor Alberti, durch die Erzherzogin Anna von Tirol angeregt, wesentlich beigetragen hatten, wurde merkwürdigerweise von Sigmund Alphons’ eigenem Verwandten, dem Erzbischof von Salzburg Guidobald Grafen Thun von der böhmischen Linie, angefochten, welcher in dieser Angelegenheit bis nach Rom appellirte. Der mittlerweile eingetretene Tod Guidobalds erledigte cndgiltig die Streitsache, und Sigmund Alphons blieb Bischof von Brixen. Dieser, ein energischer Kirchenfürst, reformirte seinen Clerus in Zucht und Sitte, schaffte viele Mißbräuche, welche im Laufe der Zeit sich eingeschlichen hatten, ab, wodurch er sich nicht wenig Feinde machte, die seine Reformen weniger auf seinen kirchlichen Eifer als auf seine Habgier schoben, was sich dann freilich anders herausstellte, als sich die wohlthätigen Folgen seiner Verfügungen fühlbar machten. Er verbesserte auch die Einkünfte des Bisthums. restaurirte und vergrößerte die bischöfliche Residenz. Die im Jahre 1628 von Cardinal Karl Madruzzo gestiftete Accademia degl’accesi rief er von Neuem ins Leben, und nun wirkte sie ununterbrochen bis zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts. Auf das festlichste empfing er 1673 die Erzherzogin Claudia Felicitas, Kaiser Leopolds I. Braut, der er bis Schloß Brunek entgegengeeilt war. Im Jahre 1668 wurde er Bischof von Trient. Er hielt, wie ein Geschichtsschreiber des Bisthums berichtet: „nicht viel auf Gepränge, wohl aber auf Ordnung und suchte Mißbräuche abzustellen, wodurch er sich freilich manchen Gegner und Schmäher erweckte, ohne sich jedoch irre machen zu lassen.“ Er starb im Alter von 56 Jahren. [Gazzetta di Trento 1863, Nr. 178, im „Appendice“: „Cose Patrie. Epoca posteriore al Concilio di Trento che comprende lo storico periodo dell’anno 1563 al 1689“.] –