BLKÖ:Thurn-Taxis, Otto

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Thurn-Taxis, Paul
Band: 45 (1882), ab Seite: 78. (Quelle)
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39. Otto (geb. 28. Mai 1840) oder mit seinen sämmtlichen Taufnamen: Otto Johann Alois Maximilian Lamoral, ist ein Sohn des Fürsten Maximilian Karl aus dessen zweiter Ehe mit Mathilde geborenen Prinzessin Oettingen-Spielberg. In jungen Jahren trat er in die kaiserliche Armee und wurde 1859 zugleich mit seinem nächstjüngeren Bruder Georg Lieutenant im Regimente Windischgrätz-Dragoner Nr. 7. Im Feldzuge 1864 gegen die Dänen in Schleswig-Holstein erkämpfte er sich durch sein wackeres Verhalten vor dem Feinde das Militär-Verdienstkreuz. Im Jahre 1866 lernte er während seines längeren Aufenthaltes in Wien das im Carl-Theater daselbst für Salonrollen [79] engagirte Fräulein Fontelive kennen. Diese Dame mit ihrer feinen eleganten Darstellungsweise und ihrer anziehenden Erscheinung war wohl ganz geeignet, ein junges Menschenherz zutiefst zu erregen, und in der That verliebte sich der junge Fürst in sie und trug ihr Herz und Hand an. Wohl wurden von Seite der Familie alle Versuche gemacht, die Erkorene des Prinzen zum Rücktritte zu bewegen, indem man ihr auch eine ansehnliche Summe bot. Doch vergeblich. Fürst Otto vermälte sich am 15. Juni 1867 in morganatischer Ehe mit Fräulein Marie Fontelive-Vergne (geb. zu Krakau am 11. October 1842), welche der König von Bayern zu einer Freiin von Pernstein erhob. Sie starb im Jahre 1880. Wie Eduard Maria Oettinger in seinem „Moniteur Les Dates“, 28ième (Avril 1868), S. 118 berichtet, hätte sich ein Prinz Gustav Thurn-Taxis mit der Sängerin Marie Kreuzer, genannt Fontelive, einer Tochter des Tenoristen Kreuzer, vermält und deren Trauacte der Duca della Rocca mit der Wiener Soubrette Anna Mejo, geschiedenen Grobecker, welche Beide damals den vom Papste erbetenen Dispens, um ebenfalls den Bund der Ehe zu schließen, erwarteten, beigewohnt. Ob die letztgenannten Zwei bei der Trauung des Fürsten Otto und des Fräuleins Marie Fontelive zugegen gewesen, wollen wir dahingestellt sein lassen. Aber Fräulein Fontelive und Marie Kreuzer sind nicht eine und dieselbe Person, sondern zwei verschiedene Damen, nur heirateten Beide zwei Prinzen desselben Namens, und zwar Erstere den Prinzen Otto (nicht Gustav) Thurn-Taxis, Letztere[WS 1] aber den Prinzen Paul Thurn-Taxis [siehe diesen]. Auch nennt Ed. Maria Oettinger an einer anderen Stelle seines oberwähnten „Moniteur des Dates“, nämlich 22ième livr. (Oct. 1867), S. 106 unter „Pernstein Marie“ den Prinzen Thurn-Taxis richtig Otto, aber auch daselbst befindet sich die irrige Angabe, daß Fräulein Fontelive eigentlich Marie Kreuzer heiße. [Fremden-Blatt. Von Gustav Heine (Wien, 4°.) 1867, Nr. 24: „Wiener Plaudereien“. – Dasselbe, 1869, Nr. 288.] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Nicht Maria Kreuzer, sondern ihre Schwester Elise.