BLKÖ:Toldolagi von Nagy-Ertse, Sigmund Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 46 (1882), ab Seite: 12. (Quelle)
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Toldolagi von Nagy-Ertse, Sigmund Graf (k. k. Huszaren-Officier, Ort und Jahr seiner Geburt unbekannt). Er lebte in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts. Ein Sohn des Grafen Franz aus dessen Ehe mit Katharina geborenen Baronin Bánffy, trat er in jungen Jahren zu den Szekler-Huszaren, dem nachmaligen 11. Huszaren-Regiment, wurde 1793 Lieutenant, 1794 Oberlieutenant im Regimente, zu dessen tapfersten Officieren er zählte. Im Frühjahr 1793 marschirte dasselbe aus Siebenbürgen an den Rhein und ward bei der von dem General der Cavallerie Grafen Wurmser befehligten Oberrhein-Armee eingetheilt. Es kämpfte bei der Einnahme der Lauterburger Linien, bei Rappenau (16. October), bei Dinsenheim und Hagenau (18. October), beim Ueberfall auf Wanzenau (26. October) und wieder daselbst und bei Hördt (18. November g. J.). Bei letzterem Orte war es, wo Graf Toldolagi eine Bravour ohne Gleichen bewies. Der Feind, der seine Absicht, einen Ueberfall zu versuchen, plötzlich vereitelt sah, ließ, um sich einigermaßen für sein Fiasco zu entschädigen, einige Geschütze aufführen und auf die en échiquier aufgestellten Huszaren feuern. Graf Toldolagi, dessen Peloton schon ein paar Reiter verloren hatte, hielt mit seinen Leuten, ohne auch nur zu wanken, wie eine eherne Wand das feindliche Geschützfeuer aus. Die bald darauf zum Angriff commandirte Oberstlieutenants-Division warf den Feind vollends zurück. Nicht minder that sich der Graf im Feldzuge 1796 hervor. Am 28. Juni griffen die Franzosen Früh um acht Uhr die ganze österreichische Vorpostenkette bei dem Marktflecken Renchen an. Das gesammte Regiment kam zum Kampfe und verrichtete, bis Nachmittag vier Uhr ununterbrochen im Gefechte, Wunder der Tapferkeit. Im beständigen Kanonenfeuer fechtend, machte es über 300 Gefangene und hieb noch weit mehr Feinde nieder. Oberlieutenant Toldolagi und noch zwei Officiere ließen ihre Züge absitzen, schlossen sich an die Infanterie-Colonnen an und erstürmten, zu Fuß kämpfend, den vom Feinde besetzten Wald. Der Verlust des Regiments an dem siegreichen Tage betrug an Todten und Gefangenen: vier Officiere, 150 Mann und 159 Pferde. Am 5. August kämpfte das Regiment siegreich bei Bopfingen, wobei eine in der Fronte vorrückende feindliche Halbbrigade fast ganz aufgerieben und über 300 Mann gefangen genommen wurden. Graf Toldolagi erhielt bei dieser Gelegenheit Befehl, den geschlagenen Feind zu verfolgen. Bald danach scheint er aus den Reihen der kaiserlichen Armee getreten zu sein, denn 1799 finden wir seinen Namen nicht mehr in den Verzeichnissen derselben. Graf Sigmund war mit Katharina Vay verheiratet, welche ihm fünf Töchter und zwei Söhne gebar. Diese letzteren,[13] Franz und Michael, sind die Stammväter der zwei noch zur Stunde blühenden Linien der Grafen Toldolagi.

Thürheim (Andreas Graf). Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k. k. österreichischen Armee (Wien und Teschen 1880, K. Prohaska, Lex.-8°.) Bd. II, S. 235, unterm Jahr 1793; S. 236, unterm Jahr 1796.