BLKÖ:Trautson, Marie Karoline Fürstin

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 47 (1883), ab Seite: 51. (Quelle)
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18. Marie Karoline Fürstin Trautson (geb. 1701, gest. zu Wien 1793, geborene Freiin Haager von Altensteig, wurde Hofdame der Kaiserin Maria Theresia, später Obersthofmeisterin der älteren Erzherzoginen. 1746 vermälte sich Johann Wilhelm letzter Fürst von Trautson in dritter Ehe mit ihr, und sie überlebte denselben uni achtzehn Jahre. Graf Thürheim in seinem inhaltreichen Memoirenwerke „Von den Sevennen bis zur Newa“ nennt sie eine der geistreichsten und lebendigsten Frauen am Hofe Maria Theresias, bei welcher sie sehr beliebt war. Die Monarchin besprach alle Details aus der kaiserlichen Familie, der Gesellschaft u. s. w. mit ihr. Die Fürstin Trautson, welche große Vorliebe für Theater und Musik hatte, componirte selbst kleine Stücke, die auf ihrem Landsitze Monperon von den Herren und Damen der Gesellschaft aufgeführt wurden, und in denen die jungen Erzherzoginen zeitweise mitspielten; sehr häufig kam auch der Hof in das Schloß Goldegg bei St. Pölten, wo die Trautsons die fröhlichsten Feste gaben. Graf Thürheim hat, wie er schreibt, eine Reihe von Briefen der Fürstin an ihre Schwester Maria Dominica vermälte Joseph Gundakar Graf Thürheim [Bd. XLIV, S. 300], seine Urgroßmutter väterlicherseits, gelesen und daraus ein deutliches Bild jener Epoche gewonnen. Diese Briefe sind mit Geist und im besten Französisch geschrieben, aber mitten darin kommt eine deutsche Phrase im echten Wiener Jargon vor. Die in denselben genannten Persönlichkeiten sind meist mit ihren abgekürzten Taufnamen: die Nandl, die Lisel, die Lorl, die Thereserl u. s. w., oder auch mit Spitznamen, bei denen man die Betreffenden selbst am kaiserlichen Hofe nannte, bezeichnet. Es war dies ein eigenes patriarchalisch-gemüthliches Verhältniß in welches die Kaiserin zu ihrer Umgebung sich stellte, sowie auch jenes der Gesellschaft unter sich. Die Fürstin Trautson starb in dem hohen Alter von 92 Jahren zu Wien. [Thürheim (Andreas Graf). Von den Sevennen bis zur Newa (1740–1805). Ein Beitrag zur Geschichte des achtzehnten Jahrhunderts. Nach handschriftlichen Nachlässen (Wien 1879, Braumüller, gr. 8°.) S. 101.] –