BLKÖ:Vécsey de Vécse und Börölyő-Izsákfalvai, Joseph Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Vécsey, Alexander
Band: 50 (1884), ab Seite: 55. (Quelle)
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Vécsey de Vécse und Börölyő-Izsákfalvai, Joseph Freiherr (k. k. Feldmarschall-Lieutenant und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu [56] Komorn am 22. Mai 1822). Von altadeliger, im Veszprimer Comitate ansässiger Familie, welche zu den Vécsey de Vécse und Hajnácskeő in keiner verwandtschaftlichen Beziehung steht, trat Joseph, ein Sohn des 1824 als k. k. Lieutenant gestorbenen Johann Nepomuk aus dessen Ehe mit Clara geborenen Nagy de Vasvári, am 15. October 1837, 15 Jahre alt, in die österreichische Armee und wurde 1843 Unterlieutenant bei Hrabowsky-Infanterie Nr. 14. Im italienischen Feldzüge 1848 focht er bei Pontafel am 19. und 23. April und wohnte der Cernirung von Osoppo vom 27. April bis 9. October bei. Im Feldzuge 1849 machte er als Oberlieutenant und Compagnie-Commandant die Bloquade von Venedig vom 18. Juli bis 15. August mit. Im italienischen Feldzuge 1859 stand er zuerst als Hauptmann des Generalstabes im Hauptquartier des 9. Armeecorps, sodann am 22. Mai zum Major im Generalstabe ernannt, kämpfte er im Hauptquartier der ersten Armee in der Schlacht bei Solferino (24. Juni) so ausgezeichnet, daß ihm dafür die Allerhöchste belobende Anerkennung zutheil wurde. Am 7. Jänner 1865 zum Oberstlieutenant im Generalquartiermeisterstabe befördert, diente er im Feldzuge 1866 zuerst in Italien als Oberst des Generalstabes im Armeehauptquartier und erhielt für seine hervorragenden Leistungen in der Schlacht bei Custozza (24. Juni) das Militär-Verdienstkreuz, dann kam er in gleicher Eigenschaft ins Armeehauptquartier der Nordarmee. In der Folge zum Generalmajor vorgerückt, übernahm er das Commando der ersten Infanteriebrigade in Wien bei der ersten Infanterietruppendivision. Den Feldzug in Bosnien 1878 machte er als Feldmarschall-Lieutenant und Commandant derselben Truppendivision mit und wurde für die umsichtsvolle Leitung des wichtigen Gefechtes bei Senkovic Baudin-Vdziak am 21. September 1878 zunächst mit dem Commandeurkreuze des Leopoldordens, später mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens geschmückt. Zur Zeit befindet sich Feldmarschall-Lieutenant Vécsey als Stellvertreter des commandirenden Generals in Graz.

Thürheim (Andreas Graf). Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k. k. österreichisch-ungarischen Armee (Wien und Teschen 1880, Prochaska, schm. 4°.) Bd. II, S. 468 und 469, 498. – Nagy (Iván). Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1860, Moriz Ráth, 8°.) Bd. XII, S. 115.
Familienstand des Freiherrn Joseph Vécsey de Vécse et Börölyő-Izsákfalvai. Freiherr Joseph ist seit 1855 mit Friederike Kopetzky vermält. Aus dieser Ehe stammen sechs Söhne und eine Tochter. Von den Söhnen starben Julius (geb. 1857) und Rudolph (geb. 1864) schon im Jahre ihrer Geburt; am Leben sind: Ernest (geb. 19. Juni 1859), Emmerich (geb. 26. August 1860), Emil (geb. 20. März 1862), Gustav (geb. 28. October 1866) und Friederike (geb. 17. August 1868).
Wappen. Gevierter Schild. 1 und 4: in Roth ein aufrechtstehender Greif mit geschwungenem Schwerte in der rechten Tatze; 2: in Blau eine weiße Lilie; 3: in Gold ein blauer achtstrahliger Stern. Auf dem Schilde ruht ein geschlossener silberner, goldgekrönter Turnierhelm. Auf der Krone erhebt sich ein rechts von Gelb über Roth, links von Blau über Silber quergetheilter offener Adlerflug, zwischen welchem ein rechtsgekehrtes, aufrecht stehendes silbernes Eichhorn hervorwächst.