BLKÖ:Veigl von Kriegeslohn, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Veigl, Joseph
Band: 50 (1884), ab Seite: 73. (Quelle)
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Veigl von Kriegeslohn, Joseph (k. k. Oberst, geb. zu Heidelberg 1799, gest. zu Gratz 25. December 1866). Er ist der Sohn eines ausgezeichneten Soldaten und ein älterer Bruder des k. k. Feldmarschall-Lieutenants Valentin Veigl von Kriegeslohn [s. d. Folg.]. 1815 trat er in österreichische Kriegsdienste, und zwar bei dem Kürassier-Regimente Großfürst Constantin, mit welchem er den Feldzug in Frankreich, die Besetzung von Paris und bis 1818 die Occupation des Landes mitmachte. Im März 1819 wurde er Unterlieutenant bei König von Bayern-Dragonern Nr. 2 und Regimentsadjutant, in welcher Stellung er durch eilf Jahre verblieb. 1821 focht er in der Campagne gegen Neapel, rückte zum Oberlieutenant vor und ging nach beendetem Feldzuge mit seinem Regimente nach Ungarn. 1823 wurde Oberst Baron Mengen mit einer Division des Regiments und zwei Compagnien Infanterie dem königlichen Commissär Grafen Amadé beigegeben, um die von den Ständen des Szalader Comitates verweigerte Recrutenstellung und Steuerleistung zu betreiben. Veigl, der als Regimentsadjutant seinen Obersten begleitete, verhütete durch umsichtige Vermittelung die Anwendung von Waffengewalt und verstand den Conflict durch friedliche Mittel zu lösen. Die Stände sprachen auch dem Obersten Baron Mengen für diese tactvolle Leitung der verwickelten Angelegenheit ihren Dank aus. Im Jahre 1830 zum zweiten Rittmeister befördert, ging Veigl im Jänner 1831 mit dem Regimente nach Italien und wurde 1832 der Brigade des Generalmajors-Baron Geppert zugetheilt, welche zur Unterdrückung der Unruhen in die Romagna einrückte. Im Auftrage des Feldmarschalls Radetzky von Faenza aus vollzog er rasch die Benetzung von Forti. 1834 stieg er zum Escadronscommandanten auf, und 1843 trat er mit Majorscharakter in den Ruhestand. Im April 1846 von Kaiser Ferdinand [74] zum Commandanten des Militärpolizeiwachcorps der venetianischen Provinzen ernannt, stand er diesem schwierigen Posten auch in den denkwürdigen Jahren 1848 und 1849 mit großer Umsicht vor, bis er nach der Uebergabe Venedigs mit General Baron Culoz nach Triest überschiffte. Am 10. October 1848 übernahm er das Stadt- und Platzcommando in Brescia, wurde am 6. Februar 1849 Obercommandant der Municipalgarde und Polizeiwache in Wien mit Oberstlieutenantscharakter und am 4. Juni 1858 Oberst. Unter ihm und durch ihn vollzog sich in Wien die Reorganisirung der Polizei und die Errichtung der Wiener Gewölbewache, eines Instituts, das seit seinem Bestehen die ersprießlichsten und wohlthätigsten Folgen für die Sicherheit der inneren Stadt Wien zur Nachtzeit hatte. Als gegen das Ende 1863 Veigl in den Ruhestand übertrat, erhielt er in Würdigung seiner 46jährigen Dienstleistung und seiner mannigfachen während derselben erworbenen Verdienste das Ritterkreuz des Leopoldordens. Er übersiedelte nun nach Gratz, wo er bald darauf im Alter von 67 Jahren starb.

Fremden-Blatt. Von Gust. Heine (Wien, 4°.) 1863, Nr. 232. – Der Kamerad (militärisches Blatt, Wien, 4°.) 1866, Nr. 1, S. 5. – Militär-Zeitung. Herausgegeben von Hirtenfeld (Wien gr. 4°.) 1863, S. 442.