BLKÖ:Culoz, Karl Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Cumano, Constantin
Band: 3 (1858), ab Seite: 73. (Quelle)
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Culoz, Karl Ritter von[BN 1][BN 2][BN 3] (k. k. Feldmarschall-Lieutenant, Ritter des Mar. Theresienordens, geb. zu Hartberg in Steiermark 1785). Schon sein Vater Christoph (geb. zu Mori in Italien 1736, gest. zu Carlsstadt 28. Juni 1803) war ein tapferer Soldat, der sich bei Maxen (1759), während der Blockade von Orsova im Winter 1789 auf 90 und – zum Major befördert – mit seinem Bataillon bei Aqua negra (1796) ausgezeichnet hatte, bei letzterer Affaire auch verwundet wurde. – Sein Sohn Karl trat im Juni 1798 als Cadet in das Inf.-Reg. Leopold Graf Strassoldo Nr. 27, wurde 1798 Fähnrich, machte als solcher die Feldzüge 1799 und 1800 bei der Armee in Italien mit, und wurde im letzten Feldzuge bei Chiavasso verwundet. 1805 zum Unterlieutenant befördert, focht er im Feldzug des J. 1805 unter FML. Hiller in Süd-Tyrol. Im März 1803 Oberlieutenant im Regimente, wurde er im Feldzuge dieses Jahres im Gefechte bei Fontana Fredda wieder verwundet. Im Feldzuge 1813 und 1814 wurde C. bei Krainburg zum drittenmale verwundet, avancirte zum Kapitänlieut., im März 1821 zum wirkl. Hauptmann und machte auch mit dem Regimente den Zug gegen Neapel mit. Im Dec. 1828 wurde C. Major im Inf.-Reg. Kaiser Franz, im Jänner 1834 Oberstlieutenant im Inf.-Reg. Baron Lattermann, im Aug. 1835 Oberst, dann am 23. April 1843 Generalmajor und Brigadier in Italien. Bei dem Ausbruche der Revolution im lombardisch venetianischen Königreiche (1848) übernahm C. den Befehl über eine Division bei dem am Isonzo aufgestellten Armeecorps, überschritt den Isonzo (16. April), nahm Belluno ohne Widerstand (4. Mai), wodurch der Uebergang über die Piave gesichert worden, und die Vereinigung dieses Corps mit der Hauptarmee am 25. Mai zu Verona [74] erfolgte. Am 6. Juni erhielt Generalmajor Culoz den Befehl, mit 29 Compagnien, 2 Eskadronen, 1 Cavallerie- und 1 Rakettenbatterie nach St. Bonifazio zu rücken und am 10. von Brendola oder Altavilla aus die Höhen oberhalb Vicenza bei Monte Madonna zu gewinnen. Die trefflichen Dispositionen des Generalmajor Culoz trugen sehr viel zu dem glänzenden Siege bei Vicenza (10. und 11. Juni) bei. Des Feindes wohlverschanztes Zentrum um die Kirche della Madonna, der wichtigste Punct, wurde von einzelnen Abtheilungen der Inf.-Reg. Baillet-Latour, Reisinger, des Oguliner Bataillons und der Jägerbataillons Nr. 10 und Oberst Kopal genommen, die ersten Häuser der Vorstadt besetzt, der Feind aus allen Villen, Häusern, welche er auf das hartnäckigste vertheidigte, getrieben u. die Stadt bis um Mitternacht von dem Monte della Madonna beschossen. Der Sieg war vollkommen. Noch am Abend des 11., an welchem Tage die Kapitulation von Vicenza geschlossen und die Stadt Mittags besetzt worden war, marschirte GM. Culoz nach Verona zurück. C. wurde für sein umsichtsvolles, entscheidendes, tapferes Benehmen durch das Ritterkreuz des militärischen Maria Theresienordens ausgezeichnet. Später erhielt C. das Interims-Commando des von dem FM. Radetzky formirten 4. Armeecorps, welches bei Legnago concentrirt war, mußte dann zur Verstärkung der Garnison nach Mantua rücken, um den Feind durch Ausfälle zu hindern, sich zu sehr der Festung zu nähern. Am 18. Juli 1848 wurde C. zum FML. befördert. Während seines Interims-Commando’s, wie bei den spätern Kämpfen bei Mailand, nach Aufkündigung des Waffenstillstandes von Seite Piemonts, wo sich C. meistens bei der Avantgarde befand, that sich C. so hervor, daß ihn der FM. öfter unter den Ausgezeichneten in seinen Rapporten nannte. C. erhielt nun auch das Commandeurkreuz des Leopoldordens. Im Oct. 1849 wurde er Inhaber des Inf.-Reg. Nr. 31, erhielt im Nov. dess. Jahres eine Division, dann das Commando eines Corps bei der 2. Armee in Italien. Gegenwärtig ist er Festungs-Commandant zu Mantua.

Strack (Joseph), Die Generale der österreichischen Armee (Wien 1850, J. Keck u. Sohn, kl. 8°.) S. 475. – Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851) I. Bd. S. 821.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Culoz, Karl Ritter von, k. k. Feldmarschall-Lieutenant (Bd. III, S. 73), gest. im November 1862. [Bd. 9, S. 470.]
  2. E Culoz, Karl Freiherr von, Feldzeugmeister [s. d. Bd. III, S. 73], gest. zu Venedig 11. November 1862. Sein Tod wurde in der „Militär-Zeitung“ bereits als am 27. October 1862 erfolgt, gemeldet, aber schon in der nächsten Nummer widerrufen. Als der greise General, der bis zu seinem im April 1860 erfolgten Uebertritte in den Ruhestand das Festungscommando zu Mantua geführt hatte, jene verfrühte Todesnachricht in den Journalen las, kleidete er sich in die vollständige Generalsuniform und fuhr in einer Gondel zur Militär- Hauptwache, wo er den Wachcommandanten rufen ließ und ihm auftrug, im Frührapporte zu melden, daß Feldzeugmeister Baron Culoz lebe und persönlich auf der Hauptwache erschienen sei. Nur wenige Tage später meldete eben derselbe Officier im Frührapporte, daß Culoz gestorben sei.
    Wiener Zeitung 1862, Nr. 261. – Hirtenfeld (J.), Militär-Zeitung (Wien, gr. 4°.) 1862, S. 726 [verfrühte Todesnachricht], S. 735 [Widerruf derselben]. – Oesterreichischer Militär-Kalender, herausg. von J. Hirtenfeld (Wien, 8°.) XV. Jahrgang (1864), S. 70. – Die Presse (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1862, Nr. 315. [Bd. 11, S. 384.]
  3. E Culoz, Karl Freiherr, Feldzeugmeister [Bd. III, S. 73; Bd. XI, S. 384].
    Waldheim’s „Illustrirte Zeitung“ 1862, S. 532 u. 555. [Bd. 23, S. 379.]