BLKÖ:Venturi, Luigi

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Venturi, Gustav
Band: 50 (1884), ab Seite: 106. (Quelle)
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Venturi, Luigi (italienischer Schriftsteller, geb. zu Pavia 1812). Der Sohn eines Officiers in der napoleonischen Armee, kam er, drei Jahre alt, nach Florenz, wo er im Collegium der sogenannten Scolopier (scuole pie) seine Ausbildung erhielt. Nun fand er am großherzoglichen Hofe dienstliche Verwendung, und als die politischen Ereignisse des Jahres 1859 über Toscana hereinbrachen, versah er die Stelle eines Cabinetssecretärs des Großherzogs Leopold II. Im folgenden Jahre in den Ruhestand versetzt, widmete er sich der literarischen Laufbahn, und da er sich seither immer mit Literatur beschäftigt hatte, veröffentlichte er bald mehrere Arbeiten. Zunächst erschien: „L’uomo, canti biblici“ (Pisa 1866, tipogr. Nistri; 2da edizione Firenze 1866); eine dritte Ausgabe dieser Dichtung befindet sich in dem Werke: „Versi e prose di Luigi Venturi“ (Firenze 1871, successori Le Monnier), welches nebst der genannten Dichtung auch alles Uebrige enthält, was von Venturi bis [107] dahin gedruckt erschienen. Nun folgten: „Similitudini dantesche“ (Firenze 1874), worin er in zehn Serien Parallelstellen aus Dante und aus alten und neueren Dichtern zusammenstellt und erläutert; anläßlich der Michael Angelo-Feier im Jahre 1875 veröffentlichte er in dem Festbuch Michael Angelo Buonarotti. Ricordo al popolo italiano“ eine Biographie des berühmten Künstlers und eine Erläuterung der Rime desselben. Dann erschien „Alessandro Manzoni gl’inni sacri ed il cinque Maggio“ (ebd. 1876), ein für Schulen verfaßter Commentar der heiligen Gesänge und des berühmten Gedichtes „Der 5. Mai“ von Manzoni, wovon in kürzester Zeit eine zweite Auflage nöthig wurde; eine Sammlung der zurückgelassenen Gedichte Manzoni’s sollte später folgen. Ebenso fanden „Gl’inni della Chiesa“ (Florenz 1877), welche er in poetischer Uebersetzung und mit den Concordanzen aus der Bibel und den Schriften der Kirchenväter begleitet herausgab, in kürzester Zeit eine zweite wohlfeile und bei Giachetti im Jahre 1879 eine dritte Auflage. Wie Herausgeber dieses Lexikons in Florenz hörte, bewahrt Venturi Aufzeichnungen aus seinem Leben, welche gewiß auch Interessantes aus der Regierungsgeschichte des heute noch in Toscana unvergessenen Großherzogs Leopold II. und seines Hofes enthalten dürften.

De Gubernatis (Angelo). Dizionario biografico degli scrittori contemporanei ornato di oltre 300 ritratti (Firenze 1879, Successori Le Monnier, Lex.-8°.) p. 1029.