BLKÖ:Visiani, Robert von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 51 (1885), ab Seite: 64. (Quelle)
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Visiani, Robert von (Botaniker, geb. zu Sebenico in Dalmatien 1803, gest. 1878). Nach dem er die Arzeneikunde in Padua studirt hatte, wirkte er einige Zeit als Adjunct der botanischen Lehrkanzel daselbst, daraus als Districtsarzt zu Budua, später als solcher zu Dernis. 1833 erfolgte seine Ernennung zum Professor der Botanik an der Universität und zugleich zum Director des botanischen Gartens in Padua. Nach vieljähriger Thätigkeit in diesem Lehramte legte er dasselbe nieder und lebte fortan ausschließlich seiner Wissenschaft, in welcher er sich durch seine Arbeiten bereits einen großen Ruf erworben hatte. Die Titel seiner Schriften sind: „Stirpium dalmaticarum specimen“ (Patavii 1826, XXIII und 57 S., 8 Tafeln, 4°.); – „Flora dalmatica sive enumeratio stirpium vascularium quas hactenus in Dalmatia lectas et sibi observatas descripsit, digessit rariorumque iconibus illustravit“, Volumen I–III (Lipsiae 1842–1852, Hoffmeister, 4°. maj.), Vol. I, cum tab. aëneis XXV; Vol. II, und 268 S., cum tab. aën. XXVIII; Vol. III, IV und 390 S., cum tab. aën. IV; das ganze Werk 15 Thaler, mit color. Tafeln 20 Thaler 22 Groschen); – „Florae Dalmaticae supplementum opus suum novis curis castigante et augente“ (Venetiis 1872, Imp. 4°., 189 S. mit 10 chromol. Tafeln); dieses Werk widmete der Verfasser Sr. Majestät dem Kaiser Ferdinand I.; – „Sulla vegetazione e sul clima dell’isola di [65] Lacroma in Dalmazia osservazioni“ (Triest 1863, 8°., mit 1 Mappe); – „Plantarum serbicarum pemptas, ossia descrizione di cinque piante serbiane illustrate con 6 tavole“ (Venezia 1862, 4°.); dieses Werk schrieb Visiani gemeinschaftlich mit R. Ruf; – „Plantae serbicae rariores et novae descriptae et iconibus illustratae“ (Venezia 1865); gemeinschaftlich mit Pancic; dieses und das vorige befinden sich auch in den „Atti“ und „Memorie dell’I. R. Istituto Veneto di scienze, lettere ed arti“; – außerdem enthält die Regensburger botanische Zeitschrift „Flora“ folgende Abhandlungen Visiani’s: „Plantae rariores in Dalmatia recens detectae“ [1828, p. 240]; – „Plantae Dalmatiae nunc primum editae“ [1830, p. 49]; – die „Atti dell’I. R. istituto Veneto di scienze ec.“: „Piante fossile della Dalmazia“ [1857]; auch im „Jahrbuche der k. k. geologischen Reichsanstalt“ [Jahrg. X, Verhandlungen, S. 109]; – „Dell’utilità delle piante“, eine Eröffnungsrede seiner Vorlesungen in Padua; – und in der Zeitschrift „Dalmazia“: „Piante più acconcie per rimboschire i tratti nudi della Dalmazia“ [1846, Nr. 8]. Die gelehrte Welt würdigte die Verdienste Visiani’s um die Botanik, denn das Institut der Wissenschaften und Künste in Venedig erwählte ihn zum wirklichen Mitgliede, die Academia Leopoldina naturae Curiosorum nahm ihn unter dem Namen Boccone II. unter ihre Mitglieder auf; ferner war er Präsident der Akademie der Wissenschaften in Padua, fungirte als Secretär in der Section für Botanik und Pflanzenphysiologie bei der zweiten Versammlung der italienischen Naturforscher und als Generalsecretär bei der vierten. Weiland der Kaiser Maximilian von Mexico zeichnete den Gelehrten 1866 durch das Officierkreuz des Guadeloupeordens aus. Visiani wurde in seinen botanischen Studien und Arbeiten von Alschinger, Matthäus Botteri in Lesina, Host, Joseph Kargl, Franz Neumayer [Bd. XX. S. 293, Nr. 2], Dr. juris Papafava, Notar in Zara, Petter in Spalato, Rubricius in Zara, Alois Stalio, Schuldirector in Spalato, und General Baron Welden auf das ersprießlichste unterstutzt. – Von einem Roberto de Visiani sind folgende zwei Schriften erschienen: „Degli Uffiziali e degli Uffici di Roma, scrittura del miglior secolo della lingua“ (Padova 1863, tipografia del Seminario) und „Vita di Demostene e comparazione fra Demostene e Cicerone, tratte dal volgarizzamento antico di Plutarco. Testo di lingua inedito“ (ib. e. a.). Wegen der Identität der Autornamen möchten wir den in Rede Stehenden für einen Sohn des Botanikers Robert von Visiani halten.

Gliubich di Città vecchia (Simeone Abb.), Dizionario biografico degli uomini illustri della Dalmazia (Vienna e Zara 1856, 8°.) p. 311. – Valentinelli (Giuseppe). Bibliografia della Dalmazia e del Montenero (Zagrabia 1855, L. Gaj, 8°.) p. 11, Nr. 50; p. 12, Nr. 55; p. 48, Nr. 230; p. 69, Nr. 380; p. 73, Nr. 418; p. 74, Nr. 420, 421, 425; p. 152, Nr. 750; p. 276, Nr. 1773; im Supplemento, p. 19und 20, Nr. 114; p. 84, Nr. 670.
Porträt. Holzschnitt nach einer Photographie von F. Bemque in der „Illustrazione italiana“, 1878, Nr. 30.