BLKÖ:Württemberg, Friedrich Wilhelm Karl König

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 58 (1889), ab Seite: 240. (Quelle)
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11. Friedrich Wilhelm Karl König (geb. zu Treptow 6. November 1754, gest. 30. October 1816), ein Sohn des Herzogs Friedrich Eugen und Friederike Dorotheas geborenen Prinzessin von Brandenburg-Schwedt. Für unser Werk hat derselbe nur insoweit Interesse, als er, im Jahre 1795 als Erbprinz von Kaiser Franz zum Oberstinhaber des 3. Dragoner-Regimentes ernannt, in dieser Stellung bis 1809 verblieb. Inzwischen wurde er am 23. December 1797 regierender Herzog, 1803 Kurfürst und 1806 König von Württemberg. In letzterem Jahre trat er dem Rheinbunde bei, und sein Contingent von 12.000 Mann, das er zum Heere des Corsen zu stellen hatte, focht unter den Fahnen desselben gegen Deutschland und Oesterreich, und so konnte er nicht weiter Inhaber eines österreichischen Reiter-Regimentes bleiben, wenn es sich auch nicht leugnen läßt, daß er gewiß nur vor den zwingenden Verhältnissen sich beugte: denn als sich die politische Lage einigermaßen günstiger gestaltete, trat er am 2. November 1813 durch den Vertrag von Fulda dem großen Bunde gegen Napoleon bei, und im Jahre 1814 fochten 12.000 Württemberger bei Epinal, Sens, Brienne und Montereau, 1815 bei Straßburg gegen den Imperator. Im Anbeginn diente Friedrich Wilhelm Karl im württembergischen Heere, in welchem er 1769 Generalmajor und Chef eines Dragoner-Regimentes war. 1774 ging er in preußische Dienste über, wurde in diesen 1780 General der Cavallerie, nahm aber schon 1781 seine Entlassung aus denselben und erhielt von der russischen Kaiserin Katharina noch im nämlichen Jahre die Stelle eines Generallieutenants. Aus russischen Diensten, in welchen er 1782 die Würde eines Generalgouverneurs von Finnland, 1784 interimistisch die eines Gouverneurs von Cherson versah, schied er im October 1787 und zog sich zuerst nach Mömpelgard, dann nach Ludwigsburg zurück. Im Jahre 1795 wurde er Erbprinz, und seine weiteren Geschicke sind im Eingang dieser Skizze erwähnt. Friedrich Wilhelm Karl war zweimal vermält, zuerst mit Karoline Friederike Luise geborenen Prinzessin von Braunschweig-Wolfenbüttel (gest. 27. September 1788), dann mit Charlotte Auguste Mathilde, Tochter Georgs III., Königs von Großbritannien, welche eine Ausstattung von 80.000 Pfund Sterling und eine Jahresrente von 5000 Pfund Sterling erhielt. Nachdem dieselbe 1816 Witwe geworden, lebte sie mit einem Witthum von etwa 104.000 fl. zu Ludwigsburg, wo sie am 6. October 1828 im Alter von 62 Jahren starb. –