BLKÖ:Waldstein, Albert Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 52 (1885), ab Seite: 229. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Albert Waldstein in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Waldstein, Albert Graf|52|229|}}

Waldstein, Albert Graf (k. k. Generalmajor, geb. 17. October 1802, gest. zu Preßburg am 16. August 1868), von der Duxer Linie. Ein Sohn des 1829 verstorbenen Emanuel Grafen von Waldstein aus dessen Ehe mit Therese Gräfin von Sztaray de Nagy-Mihály, trat er im Herbste 1820 als Cadet in die österreichische Armee, wurde 1821 Lieutenant im 2. Uhlanen-Regimente, 1827 Oberlieutenant im 7., 1829 Rittmeister im 10. Huszaren-Regimente, 1837 Major in letzterem. 1839 als solcher ins 2. Huszaren-Regiment übersetzt, rückte er 1845 zum Oberstlieutenant in demselben, 1849 zum Obersten und Commandanten des 4. Kürassier-Regiments vor. 1851 kam er als Generalmajor und Truppenbrigadier nach Stanislau, später in gleicher Eigenschaft nach Prag. 1857 trat er nach 37 ehrenvoll zurückgelegten Dienstjahren aus der Activität. 1848 als Oberstlieutenant bei Hannover-Huszaren im Banate stationirend, stand er unter dem Regiments-Commando des späteren ungarischen Revolutionsgenerals Ernst Kiss von Elemér und Ittebe [Bd. XI, S. 331]. Als die Oesterreich feindlichen Tendenzen, von Letzterem wesentlich unterstützt und im Regimente befördert, immer schroffer zu Tage traten, war es Graf Albert Waldstein, der in seiner Stellung als ältester Stabsofficier des Regiments dem Treiben seines Obersten und der Verbreitung des revolutionären Geistes im Officiercorps und der Mannschaft mit allen zu Gebote stehenden Mitteln, trotz Drohung und steter Gefahr des Verlustes seiner Freiheit, ja seines Lebens, entgegentrat; jedoch scheiterte sein treues patriotisches Bemühen an der Mehrzahl des von dem eigenen Obersten und dessen Landsleuten verführten Regiments und an der Schwäche der damaligen höheren Militärbehörden. Unter solchen Umständen begab sich Graf Waldstein nach Wien und stellte sich dem österreichischen Kriegsminister zu Disposition. Dann machte er als Volontär einen Theil des Feldzuges 1849 mit und wurde auch zu wiederholten Sendungen und Courierritten an die kaiserlich russische Armee verwendet. Nach dem Schlusse der Campagne erhielt er das Großkreuz des kaiserlich russischen St. Stanislausordens, nebstdem schmückte ihn das Ehrenkreuz des souveränen Johanniterordens. Der Graf, welcher reiches historisches Wissen und vielen Kunstsinn besaß, hatte sich eine sehr schöne Sammlung alter Waffen angelegt. Nebst seiner treuen Haltung als Soldat zeichnete ihn edler Sinn, ungemeine Herzensgüte, rege Theilnahme und Wohlthätigkeit für Arme und Nothleidende aus, denen er in Preßburg, wo er lebte, Unterstützung und thatkräftig Hilfe in aller Stille brachte. Graf Albert starb unvermält im Alter von 66 Jahren.

Thürheim (Andreas Graf). Die Reiter-Regimenter der k. k. österreichischen Armee (Wien 1862, Bd. II, die Huszaren, S. 40. – Presse 1868, Local-Anzeiger Nr. 230.