BLKÖ:Weißegger von Weißeneck, Joseph Maria

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 54 (1886), ab Seite: 165. (Quelle)
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Weißegger von Weißeneck, Joseph Maria (Schriftsteller, geb. zu Rieggersburg in Unter-Steiermark am 12. Juli 1755, gest. am 14. März 1817). Der Sohn eines Försters, besuchte er das Gymnasium und die philosophischen[WS 1] Jahrgänge in Gratz, hörte an der Hochschule zu Wien die rechtswissenschaftlichen Studien und erwarb sich aus denselben die Doctorwürde. Nachdem er längere Zeit als Privatgelehrter in Wien gelebt hatte, folgte er 1784 der Berufung als Professor der Weltgeschichte an der Universität zu Freiburg in dem damaligen vorderösterreichischen Breisgau, welche Stelle er bis 1797 versah. Im letztgenannten Jahre wurde er Rector Magnificus der Hochschule, Professor des allgemeinen Staats-, Völker- und peinlichen Rechtes, wie auch der Diplomatik, Heraldik, Alterthumskunde und Numismatik und erhielt in Würdigung seines Verhaltens während der Anwesenheit der Franzosen in Freiburg eine kaiserliche Belobung. 1804 mit dem Prädicate von Weißeneck in den erbländischen Adelstand erhoben, blieb er bis an sein Lebensende in Freiburg. Er war als Schriftsteller nach verschiedenen Richtungen hin thätig und bediente sich als solcher auch des Pseudonyms Neuberger. Die Titel seiner Schriften sind: „Kurzer Leitfaden der Vernunftlehre“ (Wien 1779); – „Gedichte“ (ebd. 1781; Kayser’s Bücherlexikon gibt als Jahr 1771 an); – „Beiträge zur Schilderung Wiens“, 2 Theile (Wien 1781 und 1782, 8°.); – „Ankunft und Aufenthalt Pius’ VI. in Wien, Ein Beitrag für künftige Geschichtschreiber“ (ebd. 1782); – „Luise von Montfort. Trauerspiel in 5 Aufzügen“ (ebd. 1782); – „Wohlgemeinter Unterricht für unstudirte Laien. I. Von dem römischen Bischofe oder dem Papste überhaupt“ (ebd. 1782); – „Sammlung verschiedener Abhandlungen über die vorzüglichsten Gegenstände der Weltweisheit: aus den Schriften der besten Philosophen übersetzt“, 2 Bände (Wien 1784 bis 1792, gr. 8°.); der 2. Band auch unter dem Titel: „Des Abts Condillac Abhandlung über die Empfindungen“; – „Anfangsgründe der Philosophie des Herrn von Alembert. Aus dem Französischen übersetzt“ (ebd. 1784), – „Spruch oder ein Wort der Wahrheit über die Frage: Haben die französischen Directoren oder der Kaiser den Frieden Deutschlands gehindert?“ (Deutschland 1799); – „Historisches Gemälde ober biographische Schilderungen aller Herrscher und Prinzen des durchlauchtigsten Erzhauses Habsburg-Oesterreich von Rudolf I. bis Maria Theresia“, 5 Bände (Kempten 1800 bis 1803, Tobias Donnheimer, 8°.), von Winklern für ein „gründliches und musterhaft ausgearbeitetes Buch“ bezeichnet. Außerdem schrieb Weißegger auch für Posselt’s „Wissenschaftliches Magazin“ u. a. die Skizze einer Geschichte aller österreichischen Erblande (Bd. III, Stück 4, S. 335–387) und für die von L. A. Hoffmann seit 1782 herausgegebenen „Beiträge zu den [166] wöchentlichem Wahrheiten für und über die Prediger Wiens“.

Kehrein (Joseph). Biographisch-literarisches Lexikon der katholischen deutschen Dichter, Volks- und Jugendschriftsteller im neunzehnten Jahrhundert (Zürich, Stuttgart: und Würzburg 1871, Leo Woerl, gr. 8°.) Bd. II, 248 [nach diesem geb. am 12 Juli 1755, gest. am 14. März 1817 und hat er die Taufnamen Joseph Maria, welche die richtigen sind. – Winklern (Johann Baptist von). Biographische und literarische Nachrichten von den Schriftstellern und Künstlern, welche in dem Herzogthume Steiermark geboren u s. w. (Gratz 1810, Franz Forstl, kl. 8°.) [nach diesem führt er die Taufnamen Johann Maria]. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1837, 8°.) Bd. VI, S. 60 [nennt ihn auch Joseph Maria]. – Steiermärkische Zeitschrift. Redigirt von Dr. G. F. Schreiner, Dr. Albert von Muchar, C. G. Ritter von Leitner, Anton Schrötter (Gratz 1841, 8°.). Neue Folge. VI. Jahrg., 2. Heft, S. 61 [nennt ihn Johann Maria].

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: phylosophischen.