BLKÖ:Wiesbeck, Georg

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wiesböck, Karl L.
Band: 56 (1888), ab Seite: 40. (Quelle)
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Ein nicht minder interessanter Kauz, aber von anderer Sorte und von unserem Antiquar Wiesböck durch einen Selbstlaut in der Schreibung seines Namens unterschieden, ist der salzburgische Parteigänger Georg Wiesbeck, der in den Tagen des salzburgischen Erzbischofs Leonhard aus dem kärnthnerischen Geschlechte derer von Keutschach (1490–1519) lebte. Ein Lehensmann des Erzbischofs und Erbkammermeister des Erzstiftes, [41] hatte er seinem Kirchenfürsten bei verschiedenen Anlässen Kriegsdienste geleistet, für welche er dann eine übermäßig große Vergütung verlangte. Als diese ihm von dem Erzbischof abgeschlagen wurde, begab er sich unter den Schutz des Herzogs Georg von Bayern, dessen geheimer Rath und Kriegshauptmann er ohnehin war, und suchte seine Forderung mit Gewalt durchzusetzen. Er kündete daher dem Erzbischof offene Fehde an und überschickte ihm unter dem 17. und 19. August 1502 einen förmlichen Fehdebrief, überfiel darauf die Güter des Erzstiftes mit bewaffneter Hand und fügte ihnen großen Schaden zu. Der Erzbischof bediente sich nun gegen den Raubritter der geistlichen Waffe und belegte denselben mit dem Kirchenbann. Dadurch aber wurde das Uebel noch schlimmer: Wiesbeck begann die gesammte Geistlichkeit feindlich zu behandeln und ihre Güter zu plündern und zu verwüsten. So mußte ihm der Abt von St. Peter, um von den Gütern seines Klosters und seiner Hintersassen alle Plünderung abzuwenden, für den Frieden 126 Ducaten bezahlen. Endlich gerieth der Erzbischof selbst in solches Gedränge, daß er mehrere seiner Räthe an den Herzog Georg in Bayern abschickte und dessen Vermittelung ansuchte. Durch diese kam denn auch zu Mosburg ein Vergleich zu Stande, durch welchen sich der Erzbischof verbindlich machte, Georg Wiesbeck nicht nur von dem über ihn verhängten Bann loszusprechen und ihm für die erhobenen Ansprüche sofort 7000 fl. baar auszuzahlen, sondern ihm auch noch darüber ein lebenslängliches Jahrgehalt von 400 fl. zu entrichten. [Zauner (Judas Thaddäus). Chronik von Salzburg (Salzburg 1798, Franz Xav. Duyle, 8°.), vierter Theil, S. 250 u. f.