BLKÖ:Wislocki, Felix Theophil

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Wislocki, Ladislaus
Band: 57 (1889), ab Seite: 125. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 1055362827, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Wislocki, Felix Theophil|57|125|}}

Wislocki, Felix Theophil (Arzt und Schriftsteller, geb. im Städtchen Tymbork in Westgalizien 1815). Sein Vater Basilius war Lehrer an einer Elementarschule, mit ihm übersiedelte er später nach Neu-Sandec, wo er auch das Gymnasium besuchte. Im Jahre 1831 kam er nach Przemyśl und beendete daselbst die philosophischen Studien, worauf er, um Theologie zu hören, die Hochschule in Lemberg bezog. Aber bald vertauschte er das theologische Studium mit jenem der Medicin und ging nach Berlin, wo er 1843 das Doctorat der Medicin und Chirurgie erlangte. Nun begab er sich nach Leipzig, wo er zunächst für verschiedene Zeitschriften arbeitete und sich an der Herausgabe der im Haertel’schen Verlage erscheinenden Bibliothek ausländischer Romane betheiligte. Von 1845 bis 1848 machte er wissenschaftliche Reisen durch Deutschland, die Schweiz, Frankreich und Belgien und kehrte in letzterem Jahre nach seiner Heimat, und zwar vorab nach Lemberg zurück. 1849 und 1850 leistete er während der herrschenden Choleraepidemie ärztliche Dienste und im letztgedachten Jahre bewarb er sich in Wien um die Lehrkanzel der gerichtlichen Medicin und pathologischen Anatomie an der Krakauer Hochschule. Diese erhielt er vorderhand nicht, doch wurde er 1851 zum Assistenten des berühmten Professors der pathologischen Anatomie an der Wiener Universität Dr. Rokitansky ernannt, in welcher Anstellung er vier Jahre thätig war, während deren er die Fachwerke: „Compendium der pathologischen Anatomie, als Anleitung zum Selbststudium“ (Wien 1852, 8°.) und „Repertorium der Pharmakognosie und Pharmakologie“ (ebd. 1853) herausgab. Beide Werke als wissenschaftlich zusammengefaßter Ausdruck der Ansichten der damals im Zenith ihres Glanzes stehenden Wiener medicinischen Schule fanden in Fachkreisen sehr günstige Aufnahme. Wieder aber wendete er sich von seiner ärztlichen Richtung ab und der politischen zu, indem er die Redaction des Wiener politischen Parteiblattes „Der Wanderer“ antrat und sie zwei Jahre hindurch führte. 1856 folgte er einem Rufe nach Lemberg, um dort die Herausgabe und Redaction des Journals „Swit, dziennik poswiecony polityce przemysłowi i literaturje“, d. i. Morgenlicht, Tageblatt für Politik, Industrie und Literatur, zu übernehmen. Das Blatt begann im October 1856 zu erscheinen, endete aber wegen Mangels an Theilnahme am 30. April 1857, obgleich es allen Anforderungen der Zeit gemäß mit Umsicht und Rücksicht auf die damaligen Verhältnisse redigirt war. Nun kehrte er wieder zum ärztlichen Berufe zurück und erhielt 1858 auf Anempfehlung Dietl’s und Rokitansky’s an der medizinischen Akademie in Warschau eine Professur, welche er auch behielt, als diese zu einer Hochschule erhoben wurde. In seinen freien Stunden beschäftigte sich Wislocki aber auch mit Uebersetzung verschiedener Abhandlungen aus dem Gebiete der Medicin und der Naturwissenschaften für Zeitschriften in Warschau und anderen Städten, so für die „Gazeta lekarska“, d. i. Medicinische Zeitung, „Bibliotheka Warszawska“, d. i. Warschauer Bibliothek, „Roczniki gospodarstwa“, d. i. Jahrbücher der Landwirthschaft u. a.