BLKÖ:Wolkenstein-Trostburg, Leopold Johann Baptist Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 58 (1889), ab Seite: 60. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Leopold von Wolkenstein-Trostburg in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Wolkenstein-Trostburg, Leopold Johann Baptist Graf|58|60|}}

20. Leopold Johann Baptist Graf Wolkenstein-Trostburg (geb. 8. Juli 1800, gest. Ende der Siebziger-Jahre), ein Sohn Anton Marias aus dessen Ehe mit Maria [61] Anna geborenen Gräfin Firmian und älterer Bruder Karl Friedrich Ottos [S. 52], erlangte 1835 die Kämmererwürde, wurde 1848 Präsident des Tiroler Landtages und für das Land Tirol 1860 zeitliches Mitglied des infolge kaiserlichen Patentes vom 5. März dieses Jahres verstärkten Reichsrathes, an dessen Berathungen er sich übrigens nicht betheiligte. Am 27. November 1860 erfolgte seine Ernennung zum Landeshauptmann von Tirol, in welcher Stellung er bis 9. März 1861 verblieb, worauf er am 18. April 1861 als lebenslängliches Mitglied in das Herrenhaus des österreichischen Reichsrathes berufen ward. Als 1862 im Herrenhause die Berathungen des Budgets stattfanden, gab er mitten im Laufe derselben in einem Schreiben die Erklärung ab, sich an den folgenden Sitzungen nicht beteiligen zu können, da diese mit Gegenständen sich beschäftigen würden, die nach seiner Auffassung außerhalb der dermaligen Competenz des Hauses lägen. Das Herrenhaus faßte über diese Eingabe den Beschluß: daß es das Ausbleiben des Grafen als nicht gerechtfertigt ansehe. Durch die in diesem Beschlusse des Herrenhauses ausgesprochene Kritik seiner Handlungsweise sah sich dann der Graf veranlaßt, die ihm von Seiner Majestät verliehene erbliche Reichsrathswürde zurückzulegen. [Neues Wiener Tagblatt, 19. April 1871. Nr. 107: „Zwei Ordensverleihungen.“ – Springer (Anton Heinrich). Geschichte Oesterreichs seit dem Wiener Frieden 1809 (Leipzig 1865, Hirzel, gr. 8°.) Bd. II, S. 389.] –