BLKÖ:Zay von Csömör, die Grafen

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 59 (1890), ab Seite: 224. (Quelle)
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I. Die Grafen Zay von Csömör. Die Grafen Zay von Csömör oder, wie sie sich auch nennen, von Ugrócz, sind ein uraltes ungarisches Adelsgeschlecht, das seinen Ursprung auf die Tage des Árpád’schen Einfalls in das heutige Ungarland zurückführt und seinen Besitz, der einmal ein sehr mächtiger gewesen, von der damals stattgehabten Ländervertheilung herschreibt. Der eigentliche Glanz des Hauses beginnt mit Franz I. von Zay, der erst Gesandter beim Großtürken, nach seiner Rückkehr Generalcapitän Oberungarns war und als einer der mächtigsten Dynasten Ungarns 1560 mit dem erblichen ungarischen Reichsbaronate betheilt wurde, wodurch er einen hervorragenden Rang unter Ungarns Magnaten einnahm. Die nächste Rangerhöhung erfolgte 1830, als Kaiser Franz I. bei Gelegenheit der Krönung seines Sohnes Ferdinand zum Könige Ungarns dem Freiherrn Emmerich die Grafenwürde verlieh. Die Zay gehören in Sachen der Kirche zu jenen Dynasten Ungarns, welche zu den Stützen des evangelisch-lutherischen Glaubens im Lande zählen. Gleich zu Anfang der Reformation nahm dieses edle Geschlecht das augsburgische Glaubensbekenntniß an, welchem es bis zum heutigen Tage treu blieb, sich rühmend, daß der Freiherr Emmerich bei Verleihung der Grafenwürde der erste lutherische Graf in Ungarn war. Wie bemerkt, noch im 16. Jahrhundert eines der mächtigsten und reichsten Dynastengeschlechter Ungarns, verlor es aber im Drucke der Zeit beinahe alle seine Schlösser und Herrschaften, die es in 16 Comitaten des Landes besaß. – Die Zay bekleideten hohe Aemter im Lande, versahen die Palatins- und Obergespanswürden und zählten als Oberinspectoren der evangelischen Kirche zu den thätigsten Förderern ihres Glaubens. In neuerer Zeit, in den Tagen des Ausgleichs, erscheint Graf Karl als einer jener Magnaten Ungarns, welche, ohne von ihrem Urmagyarenthum auch nur ein I-Tüpfelchen freizugeben, doch mit unentwegter Treue an ihrem angestammten Könige festhalten. – Ihre Ehen schlossen die Zay unter den ersten Familien des Landes, und wir begegnen in der Ahnenreihe ihrer Stammtafel den wohlklingendsten Magnatennamen Ungarns: Bánffy, Valassa, Apponyi, Nyáry, Ujfalussi, Kollonits, Hellenbach, Vay, Pongrácz, Berényi, Vecsey, Prónay, aber auch Familien des hohen deutschen und böhmischen Adels, so Auersperg, Trauttmannsdorff, Rottal, Kolowrat, Dankelmann u. a. – Unter den Frauen ragt Maria Zay, die Gemalin des Grafen Emmerich, besonders hervor und hat sich als eine sinnige Dichternatur in der deutschen Literatur ein Plätzchen erobert. – Ein Ladislaus Freiherr von Zay, jüngster Sohn des Freiherrn Lorenz aus dessen zweiter Ehe mit Maria Polyxena Gräfin Kollonits, wurde der Stifter der heutigen Grafen Kollonits-Zay, indem ihn der berühmte Kirchenfürst und aus den Tagen der Belagerung Wiens durch die Türken ob seiner Hochherzigkeit gepriesene Wiener Erzbischof Kollonits mit Erlaubniß des Kaisers 1728 adoptirte unter der Bedingung, daß Zay den Adoptivnamen Kollonits seinem Familiennamen beifüge. [Nagy (Iván). Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1860, Moriz Ráth, 8°.) Bd. XII, S. 329–340. – Uj Magyar Muzeum, 1855, Bd. I, S. 350, 422.

Stammtafel der Grafen Zay von Csömör.
Ruzbold vom Geschlechte Loja
1196–1235.
 
Brace segment, over, end-left.svgBrace segment, over, span.svgBrace segment, over, mid.svgBrace segment, over, span5.svgBrace segment, over, span5.svgBrace segment, over, end-right.svg
Lampert, 1267. Blasius, 1260. Mortun,  
Dionys, 1299.  
Brace segment, over, end-left.svgBrace segment, over, span.svgBrace segment, over, mid.svgBrace segment, over, span5.svgBrace segment, over, span5.svgBrace segment, over, end-right.svg
Rozbold, 1299.  
Brace segment, over, end-left.svgBrace segment, over, span.svgBrace segment, over, mid.svgBrace segment, over, span5.svgBrace segment, over, span5.svgBrace segment, over, end-right.svg
Peter I. Zay de Themer, 1335.  
Nicolaus, 1384. Joseph, 1396. Katharina
Pochy.
 
Bernhard, 1416.  
Johann I., 1456.
Dorothea N.
 
Nicolaus, †. Ladislaus, †. Christoph, †. Peter II.
† 1509.
Barbara Kamaráš.
Johann II., 1494.  
Matthias, †. Franz I., 1560 Baron [3]
geb. 1498, † 10. October 1570.
1) Barbara Bánffy, † 1569.
2) Katharina Mindszenty.
Apollonia,
vm. Emmerich Zolthay.
Magdalena,
vm. Blasius Zolthay.
 
Peter III.
Clara Soos, †.
Johann III.
Dorothea Kubinyi.
Ladislaus
geb. 1547, † 1590.
Felicitas Baronin Puchheim.
Anna, 1563,
vm. Paul Csaky.
Andreas, 1590.
Ursula Apponyi.
Barbara, 1590,
vm. Nicolaus Baron Petróczy.
Magdalena,
vm. 1) Siegmund Valasssa
2) Emmerich Merci, 1608.
3) Stephan Hosszuthóthi, 1609.
4) Nicolaus Sándorffy, 1617.
5) Nicolaus Karvai-Orié.
Lorenz I., 1590,
Sarah Jakussich.
Nicolaus.
Elisabeth Török.
 
Anna, 1610.
vm. 1) Johann Sikarossy.
2) Nicolaus Marczaltoi.
Katharina, vm. Stephan Semberi-Sembery.  
Andreas II., †. Franz II.
Eva Ujfalussy.
 
Elisabeth,
vm. Benedict Palásty.
 
Lorenz II.
geb. 1590, † 1638.
Siegmund I.
geb. 1588, † 1649.
Anna Pogrányi.
Maria Anna, 1638
vm. 1) Andreas Freiherr Rottal.
2) Franz Plathy.
 
Siegmund, II., 1629.
Maria Kazaházi.
Ladislaus
geb. 1624, † 1674.
1) Magdalena Vizkeleti.
2) Judith Uifalussy, † 1667.
3) Christine Nyáry.
Elisabeth,
Johann Freiherr Valassa.
 
Peter, 1651.
Katharina Sibrik.
 
Eva,
vm. Johann Uifalussy.
Andreas
† 1685.
1) Ludmilla Gräfin Kollonits.
2) Christine Baronin Révay.
3) Susanne Osgyáni-Bakos.
Stephan † 1721.
Johanna Gräfin Kollonits.
Lorenz
geb. 1651, † 1712.
1) Anna Gräfin Nyáry.
2) Maria Polyxena Gräfin Kolonits.
 
Alexander
geb. 1665, † 1705.
1) Julie Motesiczky.
2) Sophie Freiin v. Hellenbach.
Barbara,
vm. 1) Ladislaus Rudnay.
2) Nicolaus Bossányi.
Anna,
vm. Adam Vay.
Christine,
vm. Franz Freiherr v. Pongrácz.
Juliana,
vm. Thomas Apponyi.
 
Karl
geb. 1696, † 1739.
Maria Christine
geb. 1608, † 1770,
vm. Emmerich Zay.
 
Stephan
geb. 1688, † 1689.
Ferdinand
geb. 1700, † 1770.
1) Katharina von Syrmien, † 1759.
2) Eva Szent-Iványi.
Therese,
vm. Ludwig Baron Hellenbach.
 
Paul. Susanne
geb. 1681, † 1738,
vm. 1) Johann Zerdahelyi.
2) Alexander Freiherr Vécsey.
Katharina
vm. Nicolaus
Baron Perényi.
Andreas
† 1734.
Judith Freiin Berényi.
Franz
geb. 1687, † 1693.
Anna Maria
geb. 1688, † 1689.
Siegmund
geb. 13. August 1689, † 1755.
Emmerich
geb. 1693, † 1753.
Maria Christine Baronin Zay.
Elisabeth
geb. 1696, † 1778.
Honorius Graf Trauttmansdorff.
Christine
geb. 1697, † 1784.
Ladislaus
geb. 1705, † 1780.
Wurde vom Erzbischof Sigismund Graf Kollonits
adoptirt.
[Vergleiche die Stammtafel IV der Kollonits im XII. Bande S. 364.]
 
Peter [7][1]
geb. 29. Juni 1735, † 4. October 1788.
1) Marie Eleonore Freiin Calisius
† 9. April 1761.
2) Anna Gräfin Auersperg
geb. 1744, † 2. September 1765.
3) Ludovica Freiin Calisius
geb. 1743, † 1817.
Maria
geb. 3. Juli 1736, † 7. September 1812.
 
Thomas
geb. 1759, † 1760.
Peter
geb. 1761. † 1767.
Emmerich [2], 1830 Graf
geb. 7. Jänner 1765, † 18. August 1831.
Maria Elisabeth Helene Freiin Calisius [S. 227]
geb. 23. Februar 1779, † 1. April 1842.
Alexander
geb. 1765, † 1767.
Ludwig
geb. 1776, † 1782.
Ludwig
geb. 1782, † 1783.
Siegmund
geb. 12. Mai 1784, † 8. Mai 1806.
 
Karl [S. 221]
geb. 12. Februar 1797, † 8. October 1871.
1) Karoline Freiin von Prónay
geb. 27. Februar 1803, † 24, Februar 1852.
2) Aloisia Gräfin Berényi von Karancs-Berény.
geb. 23. Jänner 1831.
 
Ludwig [5]. Mitglied der Magnatentafel
geb. 18. December 1821.
1) Marie Gräfin Berényi.
geb. 30. December 1824, † 28. April 1855.
2) Marie Leocadia Gräfin Kolowrat-Krakowsky
geb. 22. Jänner 1825.
Albert Karl [1], Mitglied der Magnatentafel
geb. 22. Juni 1825.
Emilie von Dubawszky
geb. 9. September 1830.
Alexander
geb. 1827, † 1828.
Franz
geb. 2. October 1829.
Eleonore
geb. 3. April 1831.
vm. 1) Achille Freiherr von Danckelmann
† 13. Februar 1858.
2) Karl Victor Graf Grävenitz.
Georg, Mitglied der Magnatentafel
geb. 27. Februar 1833.
 
Emilie
geb. 1863, †.
Nicolaus
geb. 14. Juni 1864.
Ladislaus
geb. 1. April 1866.
Karl Emmerich
geb. 24. November 1867.
Aloisia
geb. 15. November 1868.
Luise geb. 2. September 1870.  

  1. Die in den Klammern [] befindlichen Zahlen weisen auf die kürzeren Biographien Nr 1–7, welche sich auf S. 224–226 befinden, wenn aber ein S. voransteht, auf die Seite, auf welcher die ausführlichere Lebensbeschreibung des Betreffenden steht.