Beschreibung des Oberamts Künzelsau/Kapitel B 10

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10. Buchenbach,
Gemeinde III. Klasse mit 896 Einw. a) Buchenbach, ev. Pfarrdorf mit 302 Einw., wor. 10 Kath.; b) Berndshofen, Weiler, 139 Einw., wor. 3 Kath.; c) Bodenhof, Weiler, 108 Einw., wor. 1 Kath.; d) Heimhausen, Weiler, 256 Einw., wor. 18 Kath., 5 eig. Konf., 2 Isr.; e) Railhof, Weiler, 29 ev. Einw.; f) Sonnhofen, Weiler, 62 Einw., wor. 1 Kath. – Die Kath. von a, b, d und f Fil. von Mulfingen, von c und e Fil. von Amrichshausen. Die Ev. von Sonnhofen Fil. von Unterregenbach.

In einem der reizendsten Theile des Jagstthales, das hier an südlichere Gegenden erinnert, liegt in sehr günstiger Lage das Dorf Buchenbach. Die scharf eingeschnittene Rinne des von Nitzenhausen kommenden Buchenbachs mit der schönen Straße, nördlich auf einem Bergvorsprung das alte epheubewachsene „Steinhaus“ mit seinem Bergfried, südlich die alterthümliche Kirche, die mit treuem Mutterauge das Dorf zu bewachen scheint, und zwischen beiden in langer Zeile zu beiden Seiten des Baches das Dorf, in der Höhe herrliche Tannen- und Buchenwälder und am Saume des Dorfes die rauschende Jagst, das Alles gibt für den von Süden das Jagstthal herabkommenden Wanderer ein ansprechendes Bild.

Das Klima ist verhältnismäßig mild, die Sommertage im Thal heiß, Frühlingsfröste und Herbstnebel in dem Thal nicht selten. Hagelschlag ist selten, Gewitter ziehen meist über das Thal hinweg. Von Wolkenbrüchen, die besonders Berndshofen schwer heimgesucht, erzählen die Kirchenbücher, s. unten Berndshofen. Auf der Markung gehen drei Bäche von Westen her zur Jagst, an deren Einmündung die drei im Thal gelegenen Orte Buchenbach, Berndshofen und Heimhausen liegen, nemlich| der Buchenbach, Speltbach und Heimhäuser Bach. Die drei anderen Parzellen der Gesammtgemeinde liegen sämmtlich auf der Höhe des linken Jagstufers. Die Häuser der Thalorte sind größtentheils bescheidener als in den stattlichen Höfen und Weilern auf der Höhe. Nur die Vorstadt von Bodenhof, der ehemalige Rosenhof, hat weniger ansehnliche Häuser. Die Häuser sind meist weiß getüncht und durchaus mit Ziegeldächern versehen. Der Hauptort hat eine schöne, breite, chaussirte Hauptstraße, die sich durch das Dorf zur Höhe zieht.

Die Kirche, Maria, Dionysius, Albanus, Erasmus, Barbara, Dorothea und Maria Magdalena und allen Heiligen geweiht, W. F. 5, 107, steht hoch über dem Dorf auf einem Bergvorsprung. Die Rundbogenformen im Chor und am Triumphbogen, ein Rundbogenfenster im Chor, die unregelmäßige Anordnung der Fenster des Schiffes zeugen von dem hohen Alter der Kirche, deren ursprünglich romanischer Charakter aber nur in dem Chor im Unterstock des Thurmes sich erhalten hat. Der Altar steht unterhalb des Triumphbogens. Das Schiff der Kirche ist freundlich renovirt. In der Kirche befinden sich mehrere Grabdenkmale der Herren von Stetten, nemlich das Sigmund Heinrichs von Stetten, baden-durlachschen Oberkammerjunkers und Generalmajors des schwäb. Kreises, geb. 11. Sept. 1685, † 10. Sept. 1760 und seiner Gemahlin Maria Kath. v. Stetten, geb. 15. Jan. 1702, † 14. Febr. 1765, und Wolfgang Friedrichs v. Stetten-Bodenhof, geb. 1672 20. Jan., † 11. Sept. 1733, und Albertina Ludovica geb. v. Mörlau, geb. 4. Dez. 1667, † 22. Nov. 1746. Außer dem Hochaltar besaß die Kirche früher 2 Seitenaltäre, welche 30. Sept. 1413 von dem würzburger Weihbischof Nikolaus v. Senostopolis geweiht und mit 40tägigem Ablaß begabt waren, W. F. 5, 106. Ebenso stand in der Sakristei ein theilweise noch erhaltener Altar, der 1483 12. April von Weihbischof Gregor v. Nikopolis den 14 Nothhelfern geweiht wurde und 40 Tage Ablaß hatte, W. F. 5, 106. Da die Kirche an ihrer Ausstattung und ihrem Bau 1490 Noth litt und keine Mittel besaß, verlieh ihr Bischof Rudolf noch einen Ablaß von 40 Tagen ab injunctis penitentiis 1490. Conv. Pauli, W. F. 5. 106.

Auf dem theilweise mit Brettern verschalten Thurm, der eine ziegelbedachte, etwas platte Spitze hat, hängen 3 Glocken. Die größte hat die Inschrift: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden etc. Umgegossen von J. G. König in Langenburg anno 1876.

| Die mittlere: anno dom. M. CCCLXXVI iar. hilf uns maria aus aller nod.

Die kleine Glocke: C. König in Langenburg hat mich gegossen.

Verkünde laut den Bund der Taufe,
Ruf uns zur Kirch und Unterricht
Und töne, wenn in unserem Laufe
Der Pilgerstab am Grabe bricht.

Auf der Außenwand des Thurms über dem romanischen Fenster steht die Jahreszahl 1616 (nicht 1266).

Der freundliche Gottesacker liegt unmittelbar hinter der Kirche außerhalb des Dorfes.

Das unscheinbare, aber wohnliche Pfarrhaus ist 1571 erbaut. Es steht unten im Dorfe an der Hauptstraße, aber tiefer als diese, und hat einen freundlichen Garten hinter sich. Die Unterhaltungslast desselben ruht wie bei der Kirche auf der Stiftung resp. der Pfarrgemeinde, welche das Pfarrhaus 1829 renoviren ließ.

Statt des alten baufälligen Schulhauses hat die Gemeinde neuestens ganz oben im Dorf an der Straße nach Nitzenhausen ein neues schönes Schulgebäude mit 2 Lehrzimmern und Lehrerwohnung erbaut.

Ein Rathhaus besitzt die Gemeinde nicht, die nöthigen Räumlichkeiten für die Ortsbehörden sind gemiethet.

An öffentlichen Gebäuden besteht nur noch die frühere Zehntkelter der Herren von Stetten mit 4 Bäumen.

Die Herren von Stetten haben eine 1715 erbaute Sommerwohnung unten im Dorf an der Straße nach Berndshofen, und auf dem Bergvorsprung nördlich vom Dorf das alte sog. Steinhaus, zu dem noch ein alter Burgweg führt, von dem man eine hübsche Aussicht auf Dorf und Thal hat. An der Stelle stand einst eine alte Burg, von der nach einige Mauern vorhanden sind, und zu welcher wohl der alte Bergfried, der schon 1340 stand, W. F. 4, 204, gehörte. Der Thurm ist noch erhalten, aber nicht mehr in seiner ursprünglichen Höhe und ist verbaut in das Steinhaus, einen hohen Steinbau, aber verhältnismäßig schmal und kurz. Es sieht von ferne einem gewaltigen Thurme ähnlich. Die alten kleinen Gaden und der große Saal sind nicht mehr wohnlich eingerichtet. Der ganze Bau enthält nur noch eine herrschaftliche Jägerwohnung mit seinem| gothischem Getäfel und Decke von Eichenholz. Auf der Südwand ist in der Höhe eine große Steintafel, die den Erbauer nennt:

Noch Christes geburt druzehen hundert jor und in dem sehsundfunfzigesten jor hot diz steinhus gebuwet her rudeger von bechelingen genant der rezze korherre zu dem nuwen munster zu wirzeburg des diszv woppen sint und siner altvordern. amen. Darüber ist das Wappen derer von Bächlingen, zwei Balken im Schild und als Helmzier der Naizenkopf, in prächiiger Arbeit. An der Stelle dieses Steinhauses stand 1340 ein großes Haus und ein Zwinger und im Vorhof ein Ziegelhaus, die jetzt sämmlich verschwunden sind, W. F. 4, 204. Auf der Südseite des Steinhauses im Garten ist ein alter Grabstein, der früher in der Kirche zu Künzelsau stand, angebracht. Er trägt die Inschrift: Anno 1569 25. Nov. St. Katerinentag ist der edel und ernfest Simma (Simon) von Steten in Christo seligt verschiten. derro sel Got gnedig und barmherzig sein woll. amen. mit dem Stettenschen Wappen, daneben ein mitten eingebauchter Schild mit 2 Balken, darunter der schreitende Wolf und das Wappen von Hettersdorf. Ein Stein mit der Inschrift: Anno Domini 1541 an einem Backofen nebenan gehörte sicher zu diesem Bau.

Mit Wasser ist der Ort genügend versehen. Es sind ein laufender und 4 Pump- und 1 Ziehbrunnen und 2 Schöpfbrunnen vorhanden. Den Verkehr vermitteln die Straßen nach Langenburg und Mulfingen im Jagstthal und die neugebaute Steige nach Nitzenhausen-Künzelsau. Über die Jagst führt eine 1804 weggeschwemmte, 1866 neu aus Stein solid gebaute Brücke, welche die Gemeinde zu unterhalten hat.

Die Einwohner, ein stämmiges Geschlecht, zeichnen sich durch Fleiß und Arbeitsamkeit, wie durch strengeres Festhalten an den alten Sitten und Gebräuchen aus. Hier findet sich noch die weiße „Drahthaube“ und der „Butzen“, der in die Jagst geworfen wird am Sonntag Oculi. Getanzt wird bei jeder solennen Hochzeit zur Harmonika.

Die Haupterwerbsquellen sind Feldbau und Viehzucht. Der Vermögensstand ist gegenüber den Orten auf der Höhe etwas geringer, der Mittelstand vorherrschend. Der Vermöglichste besitzt 80 Morgen, der Mittelmann 40 Morgen, die Ärmeren 1–2 Morgen.

An Gewerben sind besonders Maurer und Zimmerleute vertreten, welche auch nach Außen arbeiten. Die Wasserkraft| der Jagst benützt eine Mühle mit 4 Mahlgängen und einem Gerbgang.

Es bestehen 2 Schildwirthschaften und eine mit Wirthschaft verbundene Bierbrauerei und drei Kramläden.

Die mittelgroße Markung hat meist kalkhaltigen, nicht tiefgründigen, steinigen Boden, der mittelfruchtbar, theilweise fast unergiebig ist.

Das Klima ist milder in den Thalorten als in den Parzellen auf der Höhe. Für die 3 Thalorte Buchenbach, Berndshofen und Heimhausen ist der Mangel an guten Güterwegen auf die steilen Gehänge der Jagst ein empfindliches Hindernis für ihren Feldbau.

Der Weinbau ist beschränkt.

Waldung besitzt die Gemeinde nicht, dagegen die Herren von Stetten.

Als Weide werden Ödungen, Brach- und Stoppelweide benützt. Die Weide wirft der Gemeinde 300 M. Pacht ab, die Pferchnützung 200 M.

Die Gemeindeverhältnisse sind bei der verschiedenartigen Zusammensetzung der Gemeinde verwickelt. Die politische Gemeinde Buchenbach umfaßt außer dem Hauptort die unten aufgeführten Weiler und Höfe Berndshofen, Bodenhof, Heimhausen, Railhof und Sonnhofen. Die Kirchengemeinde umfaßt aber neben den genannten außer Sonnhofen, das zur Pfarrei Regenbach gehört, die Orte Nitzenhausen mit Berndshausen, welche eine eigene politische und Schulgemeinde bilden, sodann die Weiler Büttelbronn und Wolfselden in der politischen Gemeinde Steinbach. Die Schulgemeinde Buchenbach aber bilden neben Buchenbach Berndshofen, Heimhausen, Bodenhof, Wolfselden, Büttelbronn, Railhof.


Alterthümer: Außer dem oben beschriebenen Schlößchen auf dem Berg findet sich nichts zu erwähnen. Bei Berndshofen im Thal des Speltbachs ist der Weiler Spelt, bei Heimhausen auf der Höhe Holzhausen oder Mühleburg abgegangen. Die alte Straße von Nitzenhausen hieß die Todtensteige. Bei Heimhausen führte die alte Hochstraße über die Jagst nach Simprechtshausen und Rothenburg. Unsicher ist der Name der Mühlebene, an der Eberbach und Heimhausen theilhaben.

Flurnamen sind zu bemerken auf der Markung Buchenbach: Breite, Engertshalden, Pfennigdazen, Nothnagel, Simmet; auf| der Markung Berndshofen: Weiler, Weilersberg, Hutberg; Markung Heimhausen: Dalle, Eulengeschrei und Eulengrund, Himmelreich, Hirn, Hölle, Mühlebene; Markung Bodenhof: Galgenfeld; Markung Railhof: Hof, Hülberg; Markung Sonnhofen: Boppen, Eselweg, Hof, Pfennigdazen, Rüben, Schelmen, Schindnagel und Nothnagel.


Geschichte. Ende des 11. Jahrhunderts erscheint Buchenbach als Sitz eines edelfreien Geschlechtes. 1286 tritt ein ritterlicher Ministeriale Burkard von Büchenbach auf, der wahrscheinlich dem ritterlichen Hause der Herren von Stetten angehörte, in deren Besitz das nahegelegene Nitzenhausen 1268 schon war. Der Stammvater der Buchenbacher Linie der Herren von Stetten ist Markolf, dessen Sohn Gernod der Ritter von Buchenbach und der Buchener heißt. Das Schloß, Dorf und Kirchsatz waren Lehen des Bisthums Würzburg. Durch Kauf kam das Schloß, cfr. auch unten Reg. 1370, und Zubehörden 1340 an die Herren von Bächlingen, welche dasselbe bis 1403 besaßen. Der letzte Herr von Bächlingen, ein würzburger Domherr, verkaufte das Schloß gegen ein Leibgeding an Ulrich und Albrecht von Hohenlohe, 1418 aber traten die Grafen von Hohenlohe ihren Theil gegen 1000 fl. an Zürch von Stetten ab. Der Besitz des Kirchenlehens war aber immer den Herren von Stetten verblieben. Fortan waren neben einander die Simonische und Zürchische Linie in Buchenbach besitzberechtigt.

1543 wollte Zürch der Ältere mit seinem gleichnamigen Sohn seinen Schwiegersöhnen Konrad Erer und Joh. Heber, hohenl. Sekretär, seinen Theil an Buchenbach überlassen. Aber er zog es vor, 1549 seinen Theil an Buchenbach mit dem Kirchsatz und der Vogtei an Graf Albrecht von Hohenlohe um 2500 fl. zu verkaufen, worüber es mit dem Erben der Simonischen Linie zu schwerem Streit kam, da derselbe das Wiederlösungsrecht ansprach. Eberhard von Stetten verglich sich 1563 28. Oktober mit Ludwig Casimir von Hohenlohe, der gegen 2500 fl. den Besitz wieder abtrat. Zu demselben gehörte das Gericht, die Vogtei, die Badstube, der Kirchsatz, ein Fischwasser, die Kelter, der Weinzehnte, ein Weinberg, der halbe große und kleine Zehnte zu Buchenbach, einiges Holz, der Bauhof, Gülten zu Buchenbach, drei Theile am Zehnten zu Bernhardshausen, 1/6 des zu Simmetshausen, 1/4 des zu Reuenthal| (Railhof). Aber Hohenlohe sprach die hohe Fraisch als Zugehör der Cent Langenburg an; Eberhard mußte sich 1569 2. Juni bequemen, dieselbe als hohenlohisches Mannlehen anzunehmen. W. F. 5, 48.

Als die ältere Linie des äußeren Hauses 1674 ausstarb, fiel Buchenbach an die drei Söhne Wolf Eberhards von Stetten, welche bis 1692 das Buchenbacher Erbe ungetheilt besaßen; aber 1692 bei der Neugründung der drei Linien: äußeres Haus (Johann Heinrich Söhne), inneres Haus (Johann Ernst), Buchenbacher Haus, kam Buchenbach an den baulustigen Wolf Christoph, der erst in Künzelsau, dann in Garnberg sich einen Sitz gebaut und nach Buchenbach zog. Sein Sohn Sigmund Heinrich erbaute 1715 das herrschaftliche Haus, das 1836 renovirt wurde.

1806 kam Buchenbach unter württembergische Staatshoheit. Das Patronat zur Pfarrei und Schulstelle steht den Herren von Stetten zu.


Kirchliches. Die Pfarrei galt in den alten Zeiten für bedeutend, da die vorreformatorischen Pfarrer häufig zugleich Dekane des Kapitels Künzelsau waren. Die Pfarrei hatte den ganzen Zehnten zu Wolfselden, Nitzenhausen, Büttelbronn, Holderbach und Spelt abg., nach der Reformation den großen Zehnten zu Wolfselden, den kleinen zu Nitzenhausen, 1/8 zu Heimhausen, den Heuzehnten zu Berndshausen, Büttelbronn, Railhof und Wolfselden. Außerdem hatte sie Gefälle zu Holderbach, Inderspelt (Unterspelt), Wolfselden, Rengershausen, Krautheim, Hohenrod (?), (Wienroth scheint Lese- oder Schreibfehler zu sein), Simprechtshausen, Mulfingen. Noch 1660 erhielt der Pfarrer unter dem Blutzehnten welsche Hühner (Pfarrakten). Die Kirche besitzt einen alterthümlichen Kelch mit der noch unerklärten Zahl 1572 und unten am Fuß 1662, und der Inschrift: H. G. H. M. V. L. G. V. S. (Hans Georg und Helene Marie v. Lichtenstein geb. v. Stetten), und H. E. S. V. S. (hic est sanguis verus salvatoris). Die Pfarrei war in der Reformationszeit eine Zeit lang in den Händen des Schultheißen Seb. Weber von Kirchensall, dessen Bruder (?) Hans Pfarrer war. Seb. Weber hatte einen Schuldbrief, welchen Götz und Konrad v. Stetten 1502 dem Pfarrer Hans Herolt zu Reinolzberg ausgestellt und dieser auf seinen Sohn, den Chronisten, vererbt hatte, 1538 an sich gebracht. 1541| Montag nach Kiliani versprach Wolf v. Stetten bei einem Vergleich durch Albrecht von Hohenlohe, daß der Schultheiß gegen Herausgabe des Scheins die Pfarrei einem seiner Söhne nach dem Tod des jetzigen Pfarrers übertragen dürfe. 1544 Dienstag nach Quasim. gestattete Wolf v. Stetten dem Seb. Weber, die Pfarrei auf 10 Jahre zu nützen (Stett. Urkunde). Seb. Weber setzte nun seinen Sohn Melchior, zuvor Pfarrverweser in Rupertshofen, zum Pfarrer ein, welcher den Gottesdienst nach der brandenburgischen Kirchenordnung hielt, aber während des Interims die Messe las (s. Studien der evang. Geistl. Bd. 1. Heft 3; Wib. 1. 419, 3, 301. Da die Herren von Stetten Anhänger der Lehren des Mathias Flacius waren, so bestellten sie auch Flacianer als Pfarrer, so Johann Heuser von Azenrod und Wolfhard Spangenberg, den Sohn des Cyriakus Spangenberg, und gewährten den Flacianern in Buchenbach eine Zufluchtsstätte (s. Studien der evang. Geistl. l. c). Unter den Pfarrern sind besonders hervorzuheben M. Wolfhard Spangenberg von Straßburg, Enkel des berühmten Reformators Johann Spangenberg und Sohn des Cyr. Spangenberg, äußerst fruchtbarer Schriftsteller, Übersetzer klassischer Dichtungen des Sophokles, Euripides und Plautus, und Dichter (s. Lebensbild des W. Spangenberg, künftig in den Vierteljahrsheften, und Gödeke, Grundriß der D. Literatur). Er war von 1611/37 Pfarrer in Buchenbach.

Ein zweiter Dichter unter den Pfarrern B.’s ist Nikolaus Gerber, geboren zu Mülhausen im Elsaß 3. Juli 1796, Pfarrer in Döttingen 1820/29 und zu Buchenbach 1829/61, gab Gedichte mit Hahn heraus (Die Linde von Criesbach s. d.) und die Volksschrift „das Mädchen von Orlach“, eine Parallele zur Seherin von Prevorst.

Eine Schule bestand schon 1578 (Taufbuch).


Pfarrer: Konrad Rulin (nicht Rubin 1409, W. F. 4, 356.) 1405. Konrad Nymer Wib. 3, 153. 4, 36. Joh. Helbing, Dekan 1450, Wib. 3, 154. 4, 86, 92. Württ. Viertelj. II, 73. Gottfried Küchenmeister ib. 73. 1475–1490. Joh. Weber 1511–1544. Melchior Weber v. Kirchensall 1544. Georg Ziegler 1561. Lukas Pregizer 1570. Joh. Heuser v. Azenrod, OA. Gerabr. 1574. M. Wolfh. Spangenberg 1611–37. M. Theodoret Braun 1637–38. Balth. Reichlin v. Crailsheim, Rektor in Gunzenhausen, Pf. in Roth am See, 1639 bis 56. Georg Lakkorn v. Hall, Pf. in Bibersfeld 1656–62. August Reusch gen. Sachs, gewes. Feldprediger des General Horn 1662–75. Joh. Chr. Diefenbach 1675–80. Joh. Dav. Ines 1680–1723. Jerm.| Hornung v. Rothenburg a. d. T. 1724–47. M. Karl Ferd. Greiß v. Hegnach 1747–91. Joh. Ernst Christian Greiß 1791–1825. Nik. Gerber v. Mülhausen 1829–61. Hermann Gerber 1861.

1098. 1101. 1108 u. s. w. zeugen im Komburger Schenkungsbuch Arn und Gumbert, Gumbrecht v. Buchenbach. Arn (Arnolt) hat einen Bruder Heinrich, der neben Adelhalm v. Stetten erscheint. Er ist ohne Zweifel identisch mit Heinr. v. Stetten, W. 1, 399 und 401, 402, 405. Die Identität der Familie v. Stetten und Buchenbach ist in hohem Grad wahrscheinlich.

1103. Heinrich u. Gumbrecht v. B. zeugen in einer Urkunde Diemars v. Röttingen. Cod. Hirs. 34a.

1286. Konr. v. Neidenau verkauft an Kl. Schönthal eine Wiese bei Niedernhall, die Burckhard v. Buchenbach gehört hatte. W. F. 4, 194.

1303. Markolf v. Stetten hat Huben und Häuser als würzburgisches Lehen. Arch. f. Unterfr. 24, 60.

1308. Heinrich v. Buchenbach Zeuge Ruperts v. Dürne über eine Lehensverhandlung mit den Herren v. Nagelsberg. W. F. 1847, 29.

1318. Gernot v. Stetten der Ritter genannt v. Buchenbuch. W. F. 4, 203.

1335. decoll. Joh. Bapt. empfängt Heinrich v. Bächlingen die halbe Burg B., einen Hof, Weinberg, das Fischwasser, den halben Zehnten außer dem Weinzehnten, das Holz Kirchberg und einen Theil von Nothnagel und alles, was Gernod v. Stetten mit seinem Bruder Zürch gemeinsam hatte. Lehenbuch B. Otto v. Würzb. f. 228 b.

Nun folgt eine billige Entschädigung an Gernod durch beide Brüder v. Bächlingen.

1340. Gernot v. Stetten und seine Gattin Gerhuse, sowie seine Söhne Berthold, Zürch, Gernot, Götz verkaufen ihren Theil an der Burg Buchenbach um 300 Pfd. H. an Rüdiger und Heinrich v. Bächlingen. Durch Verzicht Zürchs v. Buchenbach erhielt als Lehen Heinrich etwas später 3 Pfd. weniger 4 Schill. auf den Gütern Gysels und Osbentals und Kun . ., für die Witwe Markolfs v. St. trug er von B. Otto den Weinzehnten und all ihren Besitz in Buchenbach Lehenb. des B. Otto fol. 239.

1347 empfängt Heinr. das aufgesagte Lehen Zürchs v. Buchenbach, dessen halbe Burg, 2 Huben, 2 Lehen, und für sich die Hälfte der Burg, einen Hof, 7 M. Feld, die Kelter, die halbe Badstube, den halben Zehnten, alle Feldlehen, 28 Schill. Gült und die obengen. Wälder, sodann den Weinzehnten, einen Garten, Haus, Wiese 8 M. Weinberg, einen Baumgarten und See, um ihn für Witwe Markolf v. Stetten und ihre Tochter Grete, wohl Heinrichs Gattin, und (Gutta) die Gattin Heinr. v. Hornberg zu tragen, für die Kinder Ulrichs v. Mulfingen 1 Mühle und 8 M. Weinberg. Lehensb. des B. Alb. fol. 20.

1361. Engelhard und Konrad v. Hornberg verkaufen an Heinrich von Bächlingen das Erbe ihrer Mutter Gutta zu Buchenbach. W. F. 4, 206.

1370 wird nach dem Tod Heinr. v. Bächlingen sein Sohn Johann mit dem Besitz seines Vaters in Buchenbach von B. Albert belehnt. Lehenb. B. Alb. 103.

1370 trägt Reißo v. Bächlingen für seines Bruders Johann| Sohn Wilhelm, der noch nicht lehensfähig ist, die genannten Lehen zu B. ib. S. 106.

1387. Mont. vor St. Thom. belehnt B. Gerhard v. Würzburg Simon v. Stetten mit dem Theil Bertholds v. Stetten an der Burg und dem Zehnten zu Buchenbach. (Stett. Arch.) W. F. 4, 206.

1403 1. Juli überläßt Rezzo v. Bächlingen seinen Theil am Schloß Buchenbach, seine Güter, den Weinzehnten, den Kornzehnten halb, die Kelter, den Bauhof mit seinen Feldern und die Weingarten gegen ein Leibgeding an die Grafen v. Hohenlohe. Arch. in Würzb. W. F. 6, 42.

1405 5. Juli geloben Zürch, Wilhelm, Bertolt von Stetten ihrem Oheim, dem Ressen von Bächlingen, die Jahrzeit Götz v. Bächlingen stets durch den Pfarrer halten zu lassen, ebenso Konr. Rulin Pf. zu Buchenbach. Stett. Arch. W. F. 4, 356.

1408 werden Albrecht und Gottfr. v. Hohenlohe mit Buchenbach belehnt. W. F. 5, 42.

1413. Sonnt. nach Mart. verkaufen Rüdiger v. Mergentheim, gen. Sützel, und Marg. v. Leimbach ihren Theil am Fischwasser zu B. an Götz v. Aschhausen. W. F. 4, 356.

1418 verkauft Albrecht v. Hohenlohe seinen Theil an B. an Zürch v. Stetten für 1000 fl. Stett. Urk. W. F. 5, 42.

1436 wird Wilh. v. Stetten mit dem Schloß Buchenbach und dem halben Zehnten v. B. Joh. v. W. belehnt. Stett. Urk.

Ebenso 1444 v. Gottfried v. Limpurg und 1456 Jörg v. Stetten v. B. Johann.

1481 Gottfr. Kuchenmeister Pf. zu B. Anheber der Brüderschaft zu Stetten. Stett. Urk.

1482. Götz v. St. kauft 1 Hof zu B. v. Hermann Kaplan um 40 fl. Stett. Urk.

1489 sagen Zürch und Balth. v. Stetten Gabriel v. St. die Lösung des von seinem Vater Georg erkauften Schlosses Buchenbach zu. W. F. 4, 357.

Gabriel wird 1497 v. B. Lorenz mit den Zehnten, Gülten und Gefällen zu B. belehnt. Stett. Urk.

1507 hat Konz v. Stetten ein Viertel von Schloß Buchenbach. Stett. Urk.

1511. Johann Weber Pf. zu B. verspricht, für einen von Junker Zürch zur Pfarrei gestifteten Acker und Wiese Dienstag nach Jnvokavit jährl. eine Jahrzeit für Zürch, Walpurga v. Vestenberg, Anna Geblin, Anna v. Remchingen, seine Hausfrauen, weiter für Junker Zürch und Anna v. Hewingen, Mya v. Sweiningen, seine Hausfrauen, und Junker Zürch und Amalie v. Hedersdorf und ihre Kinder zu halten Sig. Hein. Mackel, Pf. zu Mulfingen. Stett. Arch.

1525. Die Buchenbacher nehmen Theil am Bauernkrieg. Oechsle 143.

1544. Jakob v. Stetten wird von B. Lorenz mit Gütern zu Buchenbach belehnt. Öhr. Arch.

1541 und 1544 Vertrag zwischen Wolf v. Stetten und Seb. Weber wegen der Pfarrei B. Stett. Arch.

1549 belehnt Samst. nach Mar. praes. B. Melchior v. Würzb. Eberhard von Stetten mit dem halben Schloß und halben Zehnten, außer Weinzehnten und Badstube. W. F. 4, 358.

| 1549. Kil. verkauft Zürch v. St. seinen Sitz im Schloß, die Badstube, Kirchenlehen, Vogtei, Fischwascher, Kelter, 1/2 Zehnten etc. an Albrecht v. Hohenlohe um 2500 fl. W. F. 4, 358.

1563 vergleicht sich Ludwig Kasimir v. Hohenlohe mit Eberhard v. Stetten und gestattet ihm den Wiederkauf um 2500 fl. und gibt ihm die neugebaute Kelter und Scheuer dazu. W. F. 4, 360.

1569 überläßt Anna von Hohenlohe mit ihren Söhnen die hochfraischliche Obrigkeit zu B. als hohenlohisches Mannlehen an Eb. v. Stetten.

1584 wohnt auf dem Schloß Jakob Menister. Kirchenb.

1580–95 lebt Christoph Irenäus, vertriebener Hofprediger von Weimar zu B. ib.

1590 weilt daselbst Kaspar Cidelius, vertriebener Pf. aus Augsburg, ein Flacianer. ib.

ca. 1590 Pfarrer Heuser hat einen eigenen Schäfer und Bestandbauern. ib.

1626 starben an der Pest 148 Personen. ib.

1641 16. Jan. großes Wasser. ib.

1643 7. Jan. Flucht nach Schloß Stetten vor den Soldaten. ib.

1644 1. März erscheinen Soldaten vom Gallas’schen Reg.

1644 26. Aug. Flucht vor Hatzfeld. ib.

1645 13. Apr. nehmen die Hatzfeldschen v. 40 Schweden die im Wirthshaus in Buchenbach liegen, 1 gefangen, der erschossen wird. ib.

1645 22. Okt. kommt das Gäf’sche (?) Regiment ib.

1648 10. Nov. und 23. Dez. Flucht vor den Baiern.

1660 28. April. Wolkenbruch (Kirchenb.).


Berndshofen, ein freundlich gelegener Weiler unterhalb Buchenbach im Jagstthal 1/8 Stunde vom Mutterort, steht am Ende des wildzerrissenen, theilweise mit Tannen bewachsenen Speltbachthales und hat eine durchaus landbautreibende Bevölkerung von mittlerem Vermögensstand.

Berndshofen, richtiger Bertshofen, alt Berchteshofen, auch Brechtshofen, ursprünglich der Hof eines Bercht(old), ctr. den in der Familie Stetten häufigen Namen Berthold, dem eine Wiederherstellung der sinnrichtigen Schreibweise zu wünschen wäre, da in derselben Pfarrei Berndshausen, Bernhartshausen, liegt, was zu vielen Verwechselungen Anlaß gibt, war ursprünglich Eigenthum der Herren von Stetten, von welchen durch Schenkung der Deutschorden 1322 Besitz erlangte. Der Stettensche Theil war immer eine Eingehörung der Burg Buchenbach, deren Schicksal er theilte, und war deshalb 1403–1418 und wieder 1549–63 hohenloisch. Später war B. Ganerbenort, zwischen Stetten und Deutschorden getheilt, bis 1805 das Amt Nitzenhausen mit den dazu gehörigen Deutschordensbesitzungen an Württemberg fiel und 1806 die Stettenschen Besitzungen unter| württemb. Staatshoheit traten. Aber auch die Herren von Mulfingen, Bächlingen und Hornberg hatten Besitzungen daselbst, s. Reg. 1335. 47. 61. 63. 70. 1403. Der Zehnte war erst Lehen von Würzburg, dann der Herrschaft Limpurg und nach dem Aussterben der Schenken v. Limpurg der Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach. Prescher, Gesch. v. Limpurg II, 416. Die Centgerechtigkeit gehörte bis zum Bach zu Jagstberg, Staatsarch., südlich davon nach Langenburg, resp. Buchenbach.


1322. Gernot v. Gabelstein, Ritter, verkauft mit Zustimmung seiner Söhne Zürch, Hermann und Götz an den D. Orden Güter u. Zinse zu Berchteshofen um 11 Pfd. Staatsarch. W. F. 4, 196.

1335 trägt Heinrich v. Bächlingen für die Witwe Markolfs v. Stetten den halben Zehnten zu Berhtshoven und die andere Hälfte für die Kinder Ulrichs v. Mulfingen des jüngeren zu Lehen v. B. Otto v. Würzburg. Lehenbuch d. B. Otto fol. 239. Ebenso 1347 v. B. Albert. Lehenb. B. Alberts fol. 20.

1361. Engelhard und Konrad v. Hornberg verkaufen, was sie von ihrer Mutter Guta und ihrem Großvater Markolf v. Stetten geerbt zu Berzhofen, an H. v. Bächlingen. W. F. 4, 206.

1363. Mye und Lutrad v. Mulfingen, gesessen, zu Brechteshofen, Töchter Ulrichs v. M. s. v. Mulfingen. Reg. 1363.

1370 wird Joh. v. Bächlingen und nach seinem Tod 17. Sept. sein Oheim Reißo v. B. Albert v. Würzb. mit dem (halben?) Zehnten zu Brechtelshofen belehnt. B. Albert Lehenb. fol. 103, 106.

1403 gibt Reißo v. Bächlingen den halben Zehnten zu Berhtshofen an Ulrich v. Hohenlohe. Lehenb. B. Johannes v. Würzburg fol. 2b.

1512. Gabriel v. Stetten verkauft seinen Hof zu Berhtshofen an Abt Erhard v. Schönthal für 50 fl. Staatsarch.

1556 klagt der Deutschmeister gegen Hohenlohe-Langenburg, das wegen Verweigerung des Windweins die Kelter zu Bernshofen zerhauen. Staatsarch.

1585 28. Febr. wird zu Bertzhofen (sic) ein Kind mit 2 Köpfen geboren (Kirchenb.).

1589 verträgt sich Graf Wolfg. v. Hohenlohe mit dem D. Orden wegen der zerhauenen Kelter. Weik. Rupert.

1589 kauft Hans Reinhard von Jörg v. Stetten seinen Theil am großen, kleinen und Weinzehnten und hat nun 7/8, Ludw. Cas. 1/8 desselben. Hans Reinh. Gültbuch. Stett. Arch.

1600 kauft Hans Reinhard auch dieses Achtel v. Zehnten zu Bertshofen (sic) ib.

1625 12. Mai. Joh. Phil. Hormold und Dorothea geb. Heber, seine Gattin verkaufen an Balth. Seefrid und Anna Marg. geb. Heber, ihren Schwager und Schwester, ihren Theil an Gülten, Gefällen und Unterthanen zu Bertzhofen etc. um 1000 fl. s. auch Heimhausen. Stett. Urk.

1623 ein Reiter aus dem Ländlein ob der Enns in Bertzhofen. Kirchenb.

| 1627 24. Aug. fällt ein großer Wolkenbruch, der 2 Häuser und Scheunen wegreißt. 3 Personen ertrinken. Theatr. Europ. 1, 1049 Kirchenb.

1628 weist der Deutschmeister seine Unterthanen zur Kirche in Mulfingen und macht sie katholisch (Bauer).

1720 überläßt Würzburg den Fruchtzehnten zu B. an Joh. Albrecht v. Stetten als eigen gegen den in Niedermulfingen, der Limpurgisches Lehen war. Daher trägt Joh. Albr. den Zehnten zu B. dem Hause Limpurg auf. Vergleichsconv. zwischen Brandenb. und Limpurg 1748 fol. 135.

1756 belehnt Markgr. Karl Wilh. Fried, v. Brandenburg die Herrn v. Stetten mit ihrem Zehntantheil zu Berndshofen als Rechtsnachfolger des Schenken v. Limpurg. Stett. Urk.


Bodenhof, Sitz eines Zweiges der Buchenbacher Linie der Herrn v. Stetten, vermöge seiner freien Lage stark den Stürmen ausgesetzt, liegt in der Mitte zwischen Jagst, Buchenbach und Speltbach und nimmt sich, von der jenseitigen Höhe aus gesehen, mit seiner langgestreckten Häuserreihe und seinen rothen Ziegeldächern freundlich aus. Ganz zu Bodenhof gehört der etwas weiter nordwestwärts gelegene Rosenhof, früher ein einzelnes Gebäude. Der Bodenhof, Hof zu dem „Bodeme“ (die freie Wiesenfläche zwischen den umgebenden Wäldern, cf. das Bödeli bei Interlaken) war fast ununterbrochen ein Theil des allodialen Besitzes der Herrn v. Stetten. Nur der Zehnte war würzburgisches Lehen, den neben den Herrn von Stetten im 14. Jahrhundert W. v. Künzelsau und später Joh. v. Bächlingen zu Lehen trug. Reg. 1303 und 1370. Von 1550/1613/25 war Bodenhof in den Händen der Erbtöchter Zürchs v. Stetten und ihrer Nachkommen, kam dann wieder in den Besitz der Herrn von Stetten, wurde aber nach dem Tode Johann Friedrichs v. Stetten Eigenthum von dessen Witwe und ihres zweiten Gatten Hans Christof v. Wolfskeel. Dieser verkaufte den Hof aber 1692 an Georg Sigmund v. Ostheim, der aber, da die Herrn von Stetten gegen den Verkauf protestirten, denselben 1694 wieder an Wolfg. Christoph v. Stetten verkaufte. cf. W. F. 7, 43 ff. „das Rittergut Bodenhof“.


1303. Markolf v. Stetten hat als würzb. Lehen den ganzen Fruchtzehnten in villa zum Bodeme. Arch. f. Unterfr. 14, 60.

Nach 1303 hat Walter v. Künzelsau den Zehnten zu dem Boden als würzb. Lehen ib.

1347 verkauft Heinrich v. Hornberg, Markolfs Enkel, die Gült auf den Gütern zu dem Boden um 17 Pfd. H. an Heinz Stoffel jun. B. in Hall. W. F. 4, 44.

| 1370 wird Johann v. Bächlingen mit dem Zehnten zu dem Boden belehnt. Lehen des B. Albert fol. 103.

1413 (W. F. 5, 42.) verkaufen die Erben der Herrn v. Bächlingen, Rüdiger Sützel v. Mergentheim und Marg. Leimbach, ihren Antheil am Hof zu dem Boden an Zürch v. Stetten. W. F. 7, 44.

1543 besteht ein See zu Bodenhof. W. F. 7, 48.

1549 besitzt Eb. v. Stetten den Rosenhof und gibt einen Berg dabei seinen Unterthanen zu Äckern und Weinbergen. W. F. 5, 46.

1550 kommt Bodenhof an Johann Heber, hohenl. Secretär, und Konrad Erer und ihre Gattinnen Dorothea und Agathe, Töchter Zürchs v. Stetten. W. F. 7, 45.

1550 erkauft Johann Heber den halben Bodenhof von dem Erblehensmann Peter Schupp um 610 fl. W. F. 7, 45.

1603 verpfändet Lud, Cas. Erer seinen Zehnten auf Bodenhof und Lehlein an den D. Ordensschultheiß Hans Renner zu Nitzenhausen. W. F. 7, 45.

1612/14 verkauft L. Cas, Erer und seine Gattin Maria v. Werder seine Hälfte am Bodenhof an Wolf v. Stetten um 5000 fl. unter Zustimmung seiner Schwester und ihres Gatten Karl Rueß v. Sulzbach zu Ettling.

1613 löst Wolf v. Stetten den Zehnten v. Bodenhof und Löhlein v. der Witwe Joh. Hebers. W. F. 7, 45.

1617 sitzt Joh. Phil. Büschler auf dem Bodenhof, (Kirchenbuch).

1625 verkaufen die Erben Joh. Hebers, Balth. Seefried zu Künzelsau, Joh. Philipp Hormold zu Heilbronn und Albrecht Heber zu Neuenstein ihre Hälfte am Bodenhof, sammt Zehnten auf dem Hof und im Löhlein um 7000 fl. an Eberh. v. Stetten ib. 46.

1674 kommt Bodenhof an Hans Christoph v. Wolfskeel, der das Gut Würzburg als Lehen auftragen will. Stetten protestirt ib. 7, 46.

1692 verkauft Hans Christoph v. Wolfskeel v. Reichenberg auf Albershausen, Ungershausen und Waldorf das Gut um 16.000 fl. an G. Sigmund v. Ostheim auf Friesenhausen. W. F. 7, 46.

1690/93 hatte Joh. Philipp v. Zilnhard zu Roth und Widdern den Hof im Pacht. W. F. 7, 46.

1694 kauft Wolf Christoph v. Stetten das Rittergut Bodenhof um 12.300 fl. von den Herrn v. Ostheim, gibt es aber (zur Sicherung des Besitzes) Würzburg zu Lehen auf. Sterben die Lehenserben aus, so sollen die Allodialerben 6150 fl. herausbezahlt erhalten. Urkunde B. Franz Ludwig v. Bamberg Würzb. Stett. Arch. 1694 besteht der Rosenhof nur aus einem einstockigen Schäferhaus, der Bodenhof sammt Rosen- und Railhof hat 426 Morgen Feld, Wald und See. W. F. 7, 47.

1784 belehnt B. Franz Ludwig v. Würzburg-Bamberg 3 Herren v. Stetten mit Boden-, Rosen- und Railhof. Stett. Arch.

1796 10. Dez. brannte der Bodenhof ab. Der Schaden betrug 20.000 fl. Lex. v. Franken 1, 423.


Heimhausen, vom Volk Hamhausen genannt, liegt im Jagstthal an der Mündung eines kleinen Baches, in dessen Thälchen einst die alte Hochstraße herab und bei H. über die Jagst führte. Der Ort hat sich in den letzten 20 Jahren bedeutend| gehoben, ist sauber und freundlich gelegen und hat eine schöne Anzahl gut gebauter Häuser und Höfe. Sehr von Werth ist die 1855/56 neu erbaute Straße nach Mulfingen mit einer schönen Brücke. Bei Heimhausen treten Tuffsteine zu Tage. An der Jagst befindet sich eine große Mühle.

Heimhausen (alt Heimen-, Hemmenhusen die Häuser des Hemmo) ist einer der am frühesten genannten Orte des Oberamts. Es war zuerst im Besitz der Herrn v. Mulfingen Reg. 1100, dann der Herrn von Bartenau und Stetten Reg. 1303, theilweise auch der Herrn v. Künzelsau Reg. 1336 und Kirchberg 1422. Schon 1100 bekam Komburg Besitzungen in H. die es aber 1488 Vinc. Petri an Hohenlohe verkaufte. Durch Schenkung (der Herrn v. Stetten?) hatte Kl. Lichtenstern Güter erhalten, welche 1321 an den D. Orden kamen.

1532 erwarb Hohenlohe einen weiteren Theil an Heimhausen, ca 1600 gehörte Heimh. als Ganerbenort theils Hohenlohe (2 Häuser), theils Georg Heber und v. Stetten, dem größeren Theile nach aber dem Deutschorden und war zur Cent Jagstberg gewiesen. Der Zehnte gehörte den Herrn v. Stetten als ursprünglich würzburgisches, später Limpurgisches Lehen.

Bei H. gieng die alte Kaiserstraße über die Jagst gegen Simprechtshausen zu. Nach der Sage soll ein Kaiser auf dieser Straße gezogen und im Hause des Heigold eingekehrt sein (Jagstb. Tradition).

Über Heimhausen soll der Ort Mühleburg auf der Mühlebene gestanden haben. W. F. 1847, 51 s. unten.


ca. 1100 gibt Heinr. v. Mulvingen mit seinen Brüdern Eberhard und Wolfram 21/2 Huben und eine Mühle an Kl. Komburg in villa Heimenhusen. W. U. 1, 396.

ca. 1303 hat Gernot v. Bartenau den ganzen Zehnten zu Heimershusen als würzb. Lehen Arch. f. Unterfr. 24, 137.

Etwas später empfieng Gernod v. Stetten das Drittel des Zehnten zu Emmenhusen, das Zürch v. Bartenowe aufsagte, ib. 24, 141 und den Theil, welchen Gernod v. Bartenau an ihn verkaufte, ib. 24, 147.

1321 verkauft Kl. Lichtenstern an den D. Orden Zinse und Gülten in Heimh. und Ruhenthal (Railhof) um 41 Pfd. und gibt als Unterpfand eine Mühle zu Morsbach (Bauer).

1326. Götz v. Bartenau und Raban v. Neuenstein empfangen v. Würzburg 1/4 des Zehnten zu Hammenhausen, Biedermann Odenwald 394.

1336. Walter Schultheiß v. Heimenhausen verkauft an Walter v. Künzelsau, Mönch in Komburg, 1 Pfd. Geld und ein Fastnachtshuhn von seinem Hof, von welchem Komburg vorher schon 1 Pfd. Wachs| jährlich bezog. Sig. sein Leibherr Wilhelm v. Stetten. W. F. 1950, 90. 4, 189.

1412 verleiht Albrecht v. Hohenlohe Wilhelm u. Zürch v. Stetten 3 M. Weingarten zu H. als Lehen. Stett. Urk.

1422 verkauft Adam v. Kirchberg Gülten und einen Theil des Zehntens die seiner Schwester Marg. v. Kirchberg, Simons v. Stetten Gattin gehörten, an letzteren. Stett. Urk.

1454 stiften Simon v. Stetten und Barbara Zobel, seine Gattin, und sein Sohn Simon 2 Pfd. von 1 Gut zu H. und 4 Sri. Korn zu einer Jahrzeit. Staatsarch.

1488 verkauft Komburg seine Güter und Gülten zu H. an Hohenlohe. Schöll, Krön. Mscr.

1490 wird Götz v. Stetten, 1491 Simon v. Stetten mit den 3 Weingarten zu H. v. Hohenlohe belehnt. Stett. Urk.

1506 belehnt B. Lorenz Konz und Wilh. v. Stetten mit 1 Gut zu Heimhausen (Stett. Urk.). W. F. 4, 358, ebenso B. Melchior 1549, Eberhard v. St. ib.

1527. Die Deutschordensunterthanen zu H. müssen für Theilnahme am Bauernkrieg je 3 fl. an das Haus zahlen. Oechsle 238.

1532 kauft Albrecht v. Hohenlohe Güter und Gülten zu H. von Christoph v. Stetten. Schöll, Chr.

1569 wird der gemeine Brauch zu H. und die Mahlordnung festgestellt. Stett. Urk.

1580 ist der Zehnte zu H. an die Witwe v. Berlichingen zu Meßbach verpfändet. Stett. Urk.

1590 verkauft G. v. Stetten sein Achtel am Zehnten zu H. um 1517 fl. an Hans Reinh. v. Stetten. Stett. Urk.

1590 hat Hans Reinh. 3/8 vom Zehnten zu H., Ludw. Cas. 1/8 ib. Gültb. des H. R. v. Stetten.

1610 wohnt Hans Bernhart v. Hohenlohe zu Heimhausen (wahrscheinlich ein wilder Schößling). Kirchenb.

1628 führt der Deutschmeister seine Unterthanen zu H. zum kathol. Glauben zurück und weist sie zur Kirche in Mulfingen (Alberti).

ca. 1648 oder 49 brennt die Mühle zu Heimh. nieder. ib.

1666. Hohenlohe-Langenburg errichtet einen Zollstock in H. Die übrigen Ganerben protestiren (Bauer).

1718 Aug. Großes Kieselwetter (Hollb. Kirchenb).

1756–91 werden die Herren v. Stetten von den Markgrafen v. Brandenburg-Ansbach als Rechtsnachfolger der Schenken v. Limpurg mit dem halben Frucht- und Weinzehnten zu H. belehnt. Stett. Arch.

1802 fallen die würzb. Rechte in H. an Fürst Karl v. Hohenlohe-Jagstberg.

1806 nimmt Württemberg den Deutschordensantheil in Besitz und tritt H. ganz unter W. Staatshoheit.


Railhof, mit dem zur Gemeinde Jagstberg gehörigen nahegelegenen Railhof in stiller Einsamkeit umgeben von Wäldern auf der Hochebene des linken Jagstufers gelegen, ist ein wohlgebauter, ansehnlicher Bauernhof. Beide Hoftheile gehörten sicher ursprünglich zusammen.

| (Scheuleshöfe ist wohl nur Schreibfehler für Rheulhöfe W. F. 8, 132.)

Railhof, besser geschrieben Reulhof, ursprünglich Ruwental, auch Rewental, Reuwental der Hof im rauhen Thal (?), wohl zu unterscheiden von dem abgegangenen Ruwenthal bei Niedernhall, Ruwenthal bei Oberstetten, der Reuthalmühle, und Reuenthal bei Weidelbach Bez.A. Dinkelsbühl, ist ursprünglich eine Besitzung der Herren von Stetten, die aber vielfach getheilt, verwechselt und verkauft wurde. Sonst erscheinen besitzberechtigt Kl. Lichtenstern 1321, Gnadenthal 1384, Schönthal 1512. Deutschorden 1321, der Spital zu Rothenburg 1348, die Herren von Bächlingen 1403, Hohenlohe 1403, 1549, Berlichingen 1588. Wann der zu Jagstberg gehörige untere Railhof von dem obern Railhof getrennt wurde, ist bis jetzt noch nicht nachzuweisen.


1321 verkauft Kl. Lichtenstein Zinse und Gülten zu Ruhenthal an den Deutschorden. S. Heimhausen.

1348. p. Epiph. verkauft der Spital zu Rothenburg an d. T. an Gernod, den einstigen Pfarrer und Dekan zu Mulfingen, 3 Pfd. H. Gült von des Spitals Gütern zu Rumenthal um 30 Pfund. Kremer Kron. v. Schönthal.

1384. Zürch v. Stetten und Guta v. Wasen treten ein Gut zu Belzhag OA. Öhringen an Gnadenthal ab für das Klostergut zu Ruwenthal. Wib. 2, 210. W. F. 9, 58.

1403 tritt Rezze v. Bächlingen 1/4 des Zehnten vom Hof zu Ruwental an Ulrich v. Hohenlohe ab. Lehenbuch des B. Johann fol. 26.

1508 vermittelt Markgraf Friedrich einen Vertrag des Grafen v. Hohenlohe mit den Herren v. Stetten über deren Jagdbezirk. Die Grenze geht von Künzelsau den Deuberg hinauf nach Steinbach, von da nach Reuschlinsort (Railhof), von da den Bach entlang nach Bertshofen, dann die Jagst hinauf bis Unter-Regenbach, dann nach Laßbach, von da in den Hirschbach bei Steinkirchen, und dann Kocher abwärts. Öhr. Arch.

1512. Gabriel v. Stetten verkauft den Zehnten auf seinem Hof Rewenthal, der vor Zeiten ein Weiler gewesen, an Abt Erhard von Schönthal, 1516 Äcker, 1517 seinen ganzen Hof (Schönth. Urk.).

1543 wird Zürch v. Stetten das Haus Ruentall lebenslänglich vorbehalten.

1549 verkauft Zürch v. Stetten 1/4 des Zehnten zu Rewenthal an Albrecht v. Hohenlohe. W. F. 4, 358.

1588 hat Johann Philipp v. Berlichingen Theil am Reuelhof. W. F. 9, 47.

1625 verkaufen Balth. Seefried, Joh. Phil. Hormold und Albrecht Heber, die Erben und Nachkommen Zürchs v. Stetten (s. 1543), ihre Hälfte an Raventhal an Eberh. v. Stetten um 1500 fl.

| 1696 überläßt Wolfg. Christoph seinen Antheil am Reuelhof der damals schlecht gebaut, theilweise öde und wüst lag, mit aller Zugehör, Gebäuden und Güter als freies Eigenthum an Hans Balth. Schmieg v. Bertshofen gegen ein Martini- und ein Fastnachshuhn, zwei Malter Winterfrucht, zwei Malter Haber, Schatzungszins von 200 fl., und täglich Dienst mit 4 Ochsen und 1 Wagen. W. F. 7, 48.


Sonnhofen, ein Weiler mit 8 schönen Bauernhöfen, daunter ein neugebauter Stettenscher Pachthof 0,5 km von den übrigen Häusern entfernt und Sonnenhof genannt, liegt südwestlich von Buchenbach auf der Hochebene in lieblicher Waldeinsamkeit. Er gehörte von jeher zur Herrschaft Buchenbach und in die Pfarrei und Schule zu Regenbach. Ältere Nachrichten über denselben fehlen. Der Name stammt von dem Personnamenstamm Sun (Suonheri, Sunno).

1357. Zu Sunhoven hat die Herrschaft Hohenlohe Hellergeld, Haber- und Flachsgült und täglichen Dienst auf 6 Gütern. Die Vogtei gehört Hohenlohe und wird vom Amt Langenburg geübt. Das Eichholz zu Sunhoven gehört ebenfalls Hohenlohe, nach dem ältesten Gültbuch der Herrschaft Hohenlohe.

1491. Martin v. Adelsheim und Anna von Stetten seine Gattin verkaufen an Simon v. Stetten ihren Theil und Gerechtigkeit zu Sonnhofen. Stett. Urk.

1501. Nach einem Vertrag der drei Brüder Simon, Werner, Christoph v. Stetten erhalten Simon und Christoph die Erbrechte und Gülten zu Sonnhofen. Stett. Urk.

1512 tritt Simon v. Stetten seinen Hof zu S. an seinen Bruder Christoph ab gegen ein Gut zu Nagelsberg. Stett. Urk.

1557. Lutz Rink v. Baldenstein gibt an Eberhard v. Stetten 1/3 an der Hälfte des Hofs zu Sonnhofen, angeschlagen zu 20 fl. Staatsarch.

1565. Ludw. Cas. v. Hohenlohe verträgt die 3 Brüder Simon, Christoph und Eberhard v. Stetten wegen Hegung des Gerichts zu „Sonthofen“. Stett. Urk.

1634 2. Okt. wird eine Jungfrau zu S. von einem kaiserl. Soldaten tödtlich verwundet (Kirchenb. Regenb.).

1634 27. Okt. wird ein Mädchen von Soldaten „verstöbert“ und in einem Sumpfe todtgefunden. ib.

1635 heirathet Christ. S. Langs Tochter zu Sonnhofen einen Soldaten Valten Brunus aus Elbing in Preußen (Regenb. Kirchenb).


Abgegangen sind auf dem Gebiet der Gemeinde Buchenbach:

1. Holzhausen, später nach dem Jagstberger Lagerbuch auch Mühleburg genannt, auf der Mühlebene rechts von der Jagst auf der Hochebene zwischen Heimhausen und Eberbach. Die Mühlebene hat ohne Zweifel ihren Namen von der Grenze des Mulachgaus. Es ist keineswegs unwahrscheinlich, daß hier an der Grenzlinie des Mulachgaus gegen den Jagstgau, welche wohl durch die Hochstraße bezeichnet| ist, eine Burg stand, auf der die Herren von Holzhausen (s. Holzhausen Gem. Steinkirchen) saßen, und die Burg nach dem Aussterben des Geschlechts und dem Abgang des Sitzes in der Erinnerung als Burg auf der Mühlebene die Mühleburg genannt wurde. Es ist beim Fehlen weiterer Nachrichten schwer zu entscheiden, wie viele von den bei Holzhausen Gem. Steinkirchen aufgeführten Daten hieher gehören. Sicher ist, daß Holzhausen 1513 im Besitz der Herrn v. Stetten war und 1593 als abgegangen zur Markung Heimhausen gehörte, aber auch Eberbach hatte einen Theil an der Mühlebene. Schwerlich stammt von hier Sifried von Mulburg, canonicus in Würzburg. 1171 W. U. II, 161. Mon. b. 37, 84 (1164), S. 89 f. (1169), S. 102 (1172), S. 107 (1176), S. 113 (1180).

2. Spelte im Speltbachthal zwischen Wolfselden und Berndshofen (cfr. Weilersacker) gehörte zum Amt Jagstberg und bestand noch 1475. Jetzt ist es zur Markung Berndshofen gezogen. Der Name scheint eher von der scharf eingerissenen Spalte des Baches als von Spelt, der Spelz, far, herzukommen. Es saß hier ein Nachkomme der alten Edelherrn v. Buchenbach, Gumbert de Spelta, der 1162 im Gefolge Herzog Friedrichs v. Schwaben-Rothenburg war. cfr. Regesten der Herren von Buchenbach.

1162. Gumpert de Spelte, liber homo, vollzieht mit Mangold v. Laichingen ein Schenkung Kunos v. Utinkofen (OA. Gmünd) an das Kloster Lorch im Auftrag Herzogs Friedrichs. W. U. II, 139. W. F. 8, 356. OA.Beschr. Gmünd S. 173.

1344 schenkt Ger Lecherin, Witwe Herm. v. Gabelstein dem Kl. Gnadenthal ihre Güter zu Spelte, Bernhartshausen, Wolfselden und Büttelbronn. W. F. 4, 197.

1475 hat die Pfarrei Buchenbach Einkünfte in der Spelt (Pf.-Akten).


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