Bund der Landwirte

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Kurt Tucholsky
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Bund der Landwirte
Untertitel:
aus: Fromme Gesänge, S. 9
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1919
Verlag: Felix Lehmann
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Charlottenburg
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: ULB Düsseldorf und Scans auf commons
Kurzbeschreibung:
Erstdruck in: Schaubühne, 26. Februar 1914 UB Michigan
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[9]
Bund der Landwirte


Des Morgens speit er auf die Berolina,
des Abends macht er sichs bei ihr bequem;
auf seiner Klitsche geht er mit die Hihna
zu Bett – und hier mit anderswem.

5
Und in den Sektlokälern stellen

sie sich wie Eichen auf, so fest und stark:
„Wat, Kuhlow, det sinn hier Marjellen?
Und Rasse ham se …!“ (Zwanzig Mark.)

Am nächsten Morgen sitzt er, stramm gerötet

10
und gut rasiert (die Äuglein noch verklebt),

im Zirkus, wo man seine Feinde tötet –
„Die roten Juden!“ – und die Sitzbank bebt.

Der ganze Stall scharrt stürmisch mit den Hufen,
es schnaubt und wiehert jeder dicke Gaul,

15
und alles glotzt von jenen Zirkusstufen

dem alten Schimmel Oldenburg ins Maul.

… Des Morgens speit er auf die Berolina,
des Abends greift er ihr ans volle Bein.
Und das sind unsre Herrscher und Verdiener …

20
Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein!