Scheuchzer l.c. III. p. 383. 384. Cysati Beschr. des IV. Waldstädtersee p. 175. aus Jac. Man. hist Austriae Athanas. Kircher mund. subt. VIII. p. 94 aus Cysat. Wagner hist. nat. Helvetiae p. 246. Joh. Müller Schweizer-Gesch. II. 440. Not. 692
Bei Burgdorf im Bernischen liegt eine Höhle, genannt
das Drachenloch, worin man vor alten Zeiten
bei Erbauung der Burg zwei ungeheure Drachen gefunden
haben soll. Die Sage berichtet: Als im Jahr
712. zwei Gebrüder Syntram und Beltram (nach
andern Guntram und Waltram genannt), Herzöge von
Lensburg, ausgingen zu jagen, stießen sie in wilder
und wüster Waldung auf einen hohlen Berg. In der
Höhlung lag ein ungeheurer Drache, der das Land
weit umher verödete. Als er die Menschen gewahrte,
fuhr er in Sprüngen auf sie los und im Augenblick
verschlang er Bertram, den jüngeren Bruder, lebendig.
[302] Sintram aber setzte sich kühn zur Wehr und bezwang
nach heißem Kampf das wilde Gethier, in dessen gespaltenem
Leib sein Bruder noch ganz lebendig lag.
Zum Andenken ließen die Fürsten am Orte selbst eine
Capelle der heil. Margaretha gewidmet bauen und die
Geschichte abmahlen, wo sie annoch zu sehen ist.